Jagdhornklänge am Gottesdienst

Mit einem Gottesdienst feierte die St. Martins-Pfarrei Jonschwil den Erntedank-Sonntag. Einen speziellen Anstrich bekam die Erntedank-Feier durch die Jagdhornbläsergruppe Schlau-Fuchs, welche den Anlass musikalisch umrahmte.

Vroni Krucker
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jonschwil. Herbst – Zeit des Erntens, Zeit des Dankens. In den meisten Pfarreien werden in diesen Wochen speziell gestaltete Erntedank-Gottesdienste angeboten, so auch in Jonschwil. Sehr schön gestaltet war der Altarraum, wo nebst einem prächtigen «Erntesegen» auch ein Geweih mit dem Kreuz in der Mitte stand, welches von der Jagdgesellschaft Jonschwil gestaltet wurde, und an die Legende des heiligen Hubertus erinnert.

Die Schöpfung achten

«Was haben wir mit Jägern zu tun?», fragte Pfarrer Leo Tanner zu Beginn seiner Predigt und meinte weiter: «Auf irgendeine Art sind wir alle Jäger. Wir jagen Terminen nach, sausen über die Autobahn, erstreben des Beste im Beruf, möchten immer schneller und immer besser sein.» Aus dem Evangelium, gelesen von Pastoralassistent Peter Schwager, hörten die Gläubigen das Gleichnis vom reichen Kaufmann und dem armen Lazarus.

Die Geschichte des heiligen Hubertus sei dem Gleichnis in einigen Stellen sehr ähnlich, sagte Schwager, der heilige Hubertus habe sein Luxusleben in vollen Zügen genossen, ohne Rücksicht auf Natur und Mitmenschen, bis ihn eines Tages die Jagdlust gepackt hätte. «Schussbereit stand er vor einem herrlichen Hirsch, wollte abdrücken, aber das Tier drehte sich um, und in der Mitte des Geweihs strahlte ein Kreuz», erzählt die Legende. Eine Stimme hätte gesagt: «Ich habe dich erlöst, und du verfolgst mich.

» Hubertus habe das Zeichen Gottes erkannt und fortan mit und für die Natur und Gott gelebt. Darum ist Hubertus der Patron der Jäger. «Auch Jäger lieben und schützen die Natur, sorgen für einen gesunden Wildbestand – sie leben mit der Schöpfung», betonte Pfarrer Tanner.

Beeindruckende Hornklänge

Die Jagdhornbläsergruppe Schlau-Fuchs, Jäger aus der ganzen Region, spielte die Jägermesse für Fürst-Pless und Parforcehörner in B von Hermann Neuhaus.

Mit ihren Instrumenten umrahmten die sechzehn Männer unter der Leitung von Otto Küpfer aus Sirnach den Gottesdienst und gaben ihm einen feierlichen Anstrich. Die Melodien erklangen fröhlich, rassig, kraftvoll, aber auch andächtig und betend. So zog sich ein roter Faden vom Chorraum zur Empore, ein Faden, der gesponnen war durch die Liebe zur Natur, zu den Tieren – ein Faden, der die Musizierenden mit dem Priester und den Gläubigen verband.

Nach dem Gottesdienst stärkten sich die Anwesenden im Pfarreiheim mit Zöpfen, welche die Ministranten von der Kirche hinüber getragen hatten, frischem Most oder einem Glas Wein. Dazu gaben die Jagdhornbläser ein letztes Ständchen.