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Ivan Griga – Ein stählerner Krieger auf dem Eis

Der Eishockeyverteidiger Ivan Griga starb im Alter von 55 Jahren. Gross wurde er beim EHC Uzwil.
Stefan Grob
Aufnahme aus dem Jahr 2004: Ivan Griga (rechts) trainiert mit Thomas Riedener in der Eishalle Herisau. (Bild: Hannes Thalmann)

Aufnahme aus dem Jahr 2004: Ivan Griga (rechts) trainiert mit Thomas Riedener in der Eishalle Herisau. (Bild: Hannes Thalmann)

«Ivan der Grosse», «Ivan der Schreckliche»: Sie hatten einen grossen Kern Wahrheit, die ironisch oder scherzhaft gemeinten Titel, die dem beinharten Eishockeyverteidiger Ivan Griga im Laufe seiner rund 30-jährigen Karriere verliehen wurden – und die er nicht ohne Stolz trug, wenn er sie nicht sogar selbst erfunden hatte. Bei ihm wusste man nie.
Griga, der vergangene Woche einem über viele Jahre ertragenen Krebsleiden erlegen ist, war eine Ausnahmeerscheinung im Schweizer Eishockey. 1963 im heutigen Tschechien geboren, kam er, nach dem Prager Frühling, 1968 mit seiner Familie nach Uzwil, wo er die Nachwuchsmannschaften des EHC Uzwil durchlief – um ein ganz Grosser zu werden, in seiner Generation vergleichbar mit Andy Ton, Urs Burkard oder Marcel Niederer – alles Spieler aus der Uzwiler Talentschmiede.

Ivan Griga spielte für die Schweizer U18- und U20-Nationalmannschaft, verliess den EHC Uzwil aber früh in Richtung Nationalliga – und kehrte nie wieder zurück, wenngleich er am Ende seiner Karriere unter anderem in Wetzikon, Bülach, Weinfelden oder lange in St. Gallen spielte. Griga absolvierte mehr als 220 Spiele in der Nationalliga A, fast 100 in der Nationalliga B – und sammelte laut einer Online-Datenbank 632 Strafminuten. Aber was sagen Zahlen?

Anders als sein jüngerer Bruder Thomas, geboren 1967, ein technisch unglaublich versierter Stürmer, war Ivan kein Filigrantechniker. Er warf dafür andere Qualitäten in die Waagschale: Härte, Schusskraft, Unerbittlichkeit, bedingungslosen Einsatz – und absolute Unerschrockenheit. Da konnte vor ihm zum Schlagschuss ausholen, wer wollte. Seine Nase war mehrfach gebrochen, eher eine Art Kunstwerk als eine Zierde seines Gesichts. Kaum hatte er einmal für die Schweizer Nationalmannschaft gespielt, warf ihn eine Knieverletzung zurück.
Griga hatte vor nichts und niemandem Angst. Er war ein Krieger auf dem Eis, einer der kompromisslosesten, härtesten Verteidiger, die das Schweizer Eishockey bisher hervorgebracht hat, in seinen vier Spielzeiten beim HC Fribourg-Gottéron in der Nationalliga A auch eine Art «Sonderbeschützer» des damals überragenden, aber schmächtigen Russen Slawa Bykov.

Einmal, als der EHC Uzwil Anfang der 1980er Jahre gegen Ascona spielte, war man in Uzwil vom Asconer Spielertrainer schwer beeindruckt, einem hünenhaften, 150 Kilo schweren Tschechen namens Tajcnar. Als jemand Ivan Griga vor diesem Tajcnar warnte mit den Worten, dieser sei ein Fels, antwortete Griga mit seiner unnachahmlichen Bass-Stimme und in einer Art von tschechisch eingefärbtem Singsang: «Und ich bin das Dynamit, das jeden Felsen sprengt.» Er sollte recht behalten; Uzwil schlug Ascona. Ein andermal, der EHC Uzwil war Mitte der 1980er Jahre in die Nationalliga B aufgestiegen, stand das damals hochemotionale Derby gegen den SC Herisau an. Uzwils kanadischer Trainer Ron Kennedy schnürte wegen vieler Verletzten selbst noch einmal die Schlittschuhe – und bekam es mit Ivan Griga zu tun. Die Herisauer gewannen, und Kennedy, selbst ein harter Brocken, prustete, nach Luft schnappend, nachdem er von Griga gecheckt worden war: «Dieser Griga ist aus Stahl – aber er spielt absolut fair.»

Ivan Griga starb im Alter von 55 Jahren; er hinterlässt zwei erwachsene Töchter. All die Eishockeyvereine, bei denen er spielte, werden seiner gedenken, der EHC Uzwil besonders, denn hier wurde er einst gross, Ivan der Grosse.

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