Ist die Spitex ein Auslaufmodell?

Über 50 Mitglieder haben kürzlich an der Generalversammlung der Spitex Münchwilen-Eschlikon teilgenommen. Der Frauenfelder Hautarzt Frank Schumacher informierte über das Thema «Hautkrebs».

Peter Mesmer
Merken
Drucken
Teilen
Präsidentin Ruth Stettler (links) bedankt sich bei Susanne Hagen für die Bereitschaft, das Revisorenamt des Spitex Vereins Münchwilen-Eschlikon zu übernehmen. (Bild: mes.)

Präsidentin Ruth Stettler (links) bedankt sich bei Susanne Hagen für die Bereitschaft, das Revisorenamt des Spitex Vereins Münchwilen-Eschlikon zu übernehmen. (Bild: mes.)

Münchwilen. Präsidentin Ruth Stettler freute sich sehr über den vollen Saal im evangelischen Kirchenzentrum Münchwilen. Besonders begrüsste sie das Ehrenmitglied Heinrich Bosshart. Sie lobte die Kompetenz und den Einsatz des Teams, welches im vergangenen Jahr in den Bereichen Krankenpflege, Hauspflege und Haushilfe beinahe 12 000 Einsätze leistete.

Schwierige Zeiten für die Spitex

Pflegedienstleiterin Christine Pascale informierte über die verschiedenen Weiterbildungen, welche von den Mitarbeiterinnen besucht wurden. Die Kursbesuche seien unerlässlich, um den stetig neuen Anforderungen gerecht zu werden. Im verhältnismässig «pflegearmen Herbst» sei die Zeit genutzt worden, um gemeinsam ein Pflegehandbuch zu erarbeiten. Dieses Teamwerk diene der Qualitätssicherung und werde zukünftig im Betriebsalltag gute Dienste leisten.

Jean-Pierre Métraux erläuterte anschliessend die Jahresrechnung, welche mit einem Minus von knapp 5000 Franken abschloss. Ohne den erfreulich hohen Spendeneingang wäre der Betriebsverlust aus dem operativen Geschäft aber noch deutlich höher ausgefallen. Das Vereinsvermögen betrug Anfang Jahr 209 000 Franken. Métraux geht davon aus, dass finanziell eher schwierige Zeiten auf die Spitex zukommen. Mit Tränen in den Augen gedachte die Vereinspräsidentin der viel zu früh verstorbenen Conny Konrad.

Die dynamische, fröhliche und kompetente Revisorin habe auch bei der Spitex eine grosse Lücke hinterlassen. Trotz eines so traurigen Schicksals gehe das Leben aber weiter. Wohl oder übel habe man sich daher auf die Suche nach einer neuen Revisorin machen müssen und sei in der Finanzverwaltung der Gemeinde Münchwilen fündig geworden. Susanne Hagen hat sich anerboten das Revisorenamt zu übernehmen. Ihre einstimmige Wahl war reine Formsache.

Sorgen macht sich Ruth Stettler in Bezug auf das im Jahr 2012 in Kraft tretende neue Abrechnungssystem der Spitäler und die Folgen. Der Administrations- und Statistikaufwand werde immer extremer. Ruth Stettler geht davon aus, dass auf die Gemeinden massiv höhere Kosten zukommen. Gemäss ersten, noch nicht bestätigten Berechnungen, könne das für Münchwilen den Betrag von 100 000 Franken ausmachen.

Die Spitex-Präsidentin ist der Meinung, dass mit den Fallpauschalen zudem für Zuwendung und Pflege immer weniger Zeit bleibe. Momentan sei alles in der Schwebe, und sie könne sich sogar vorstellen, dass «die Spitex wie wir sie heute kennen, ein Auslaufmodell ist».

Sonne mit Vorsicht geniessen

Mit diesen düsteren Zukunftsaussichten schloss Ruth Stettler den geschäftlichen Teil ab. Sie gab das Podium für Hautarzt Frank Schumacher frei.

Sein informatives Referat über das Thema «Hautkrebs» dürfte mit Sicherheit dazu geführt haben, dass seine Zuhörerschaft im nahenden Sommer die Sonne mit gesunder Vorsicht geniessen wird.