«Ist das Spital Wil überhaupt zu retten?»: SVP-Kantonsrat Bruno Dudli sorgt sich um die Zukunft dieser medizinischen Einrichtung

Wie kann das Spital Wil die nötigen Fallzahlen erreichen und wie sicher sind die Arbeitsplätze in Wil? Das sind Fragen, auf die SVP-Kantonsrat Bruno Dudli von der St. Galler Regierung gerne eine Antwort hätte.

Hans Suter
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Das Spital Wil bildet zusammen mit dem Spital Wattwil die Spital Region 4.

Das Spital Wil bildet zusammen mit dem Spital Wattwil die Spital Region 4.

Bild: Hans Suter

Mit der Botschaft und dem Entwurf zur «Weiterentwicklung der Strategie der St. Galler Spitalverbunde» vom 24. Februar 2020 plant die Regierung des Kantons St.Gallen, das Spital Wil trotz wiederholt negativer Standortergebnisse in das sogenannte «4-Standort-Konzept» aufzunehmen, demnach das Spital weiterzuführen und gar mit akutgeriatrischen Leistungen sowie einem grösseren Bettenangebot auszubauen. Der Oberbürer SVP-Kantonsrat Bruno Dudli sorgt sich dennoch um das Spital Wil und hat eine Einfache Anfrage eingereicht.

Bruno Dudli, SVP-Kantonsrat aus Oberbüren.

Bruno Dudli, SVP-Kantonsrat aus Oberbüren.

Bild: PD

Dudli hält in seinem Vorstoss fest, dass am Standort Wil 78 zusätzliche Vollzeitäquivalente geschaffen würden. Hierfür werde gar ein Spitalneubau mit einem Investitionsvolumen in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Aus finanzieller Sicht seien zusätzlich ausserordentliche Abschreibungen und Devestitionen von 53 Millionen Franken zu beachten, womit sich gemäss Botschaft der Regierung ein Gesamtbetrag von rund 220 Millionen Franken ergebe.

Spürbare Verunsicherung im Spitalpersonal

Dieser Standortausbau werde zuweilen mit Fallverschiebungen von Flawil und Wattwil nach Wil begründet. Dadurch soll die kritische Betriebsgrösse – insbesondere ausreichend viele Fallzahlen – des Spitals Wil erreicht werden. Trotzdem könnte sich laut Regierung ein weiterer Liquiditätsbedarf abzeichnen.

Beim Spital Wil fallen Dudli der aktuell niedrige CMI-Wert (Case Mix Index, mittlerer Fallschweregrad) von nur 0,695, die tiefe AHD (durchschnittliche Aufenthaltsdauer) von 4,1 sowie der tiefe Marktanteil von lediglich 26 Prozent auf. Bereits im 4-Standort-Konzept sei die Kostenstruktur in der Spitalregion 4 (Wil/Wattwil) beziehungsweise im Spital Wil auf eine minimale Betriebsgrösse ausgelegt und jede weitere Reduktion würde zum Wegfall ganzer Leistungsbereiche am Spital Wil führen. Trotz der geplanten Weiterführung und des in Aussicht gestellten Ausbaus des Standortes Wil seien in deren Umfeld eine Verunsicherung spürbar und Personalabgänge aktuelle Realität.

Wie können 7000 Fälle gewährleistet werden?

Mit Blick auf die Spitaldebatte im Kantonsrat stellt Dudli der Regierung fünf Fragen. So möchte er wissen, wie es um die Stimmung des Wiler Spitalpersonals bestellt ist, welche Personalabgänge mit welchen Begründungen seit Anfang 2018 verzeichnet wurden und ob das Spital Wil angesichts der hohen Personalfluktuation überhaupt zu retten ist. Weiter möchte Dudli wissen, ob die Arbeitsstellen für alle im Spital Wil tätigen Mitarbeitenden langfristig gesichert seien. Und schliesslich, wie die Regierung die kritische Mindestgrösse von rund 7000 stationären Fällen pro Jahr langfristig zu gewährleisten plane, dass sich ein Aus- oder Neubau des Spitals Wil rechtfertige.