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«Island ist mein Herzensland»

Sie sind die touristische Trumpfkarte des Nordens: die Aurora Borealis, die Nordlichter. Cordula Schnyder hat die tanzenden, grüngelben oder lilafarbenen Lichtwolken mit der Fotokamera eingefangen. Ab Donnerstag sind ihre Bilder in Schwarzenbach ausgestellt.
Andrea Häusler
Cordula Schnyder mit ihrer Kamera, einer Nikon D850, auf einer ihrer Foto-Reisen in den winterlichen Norden.Bilder: PD

Cordula Schnyder mit ihrer Kamera, einer Nikon D850, auf einer ihrer Foto-Reisen in den winterlichen Norden.Bilder: PD

«Meine Fotos sind nicht perfekt, haben aus der Sicht eines Profis sicher Verbesserungspotenzial», sagt Cordula Schnyder und korrigiert damit bescheiden den Eindruck, den ihre Bilder beim Betrachter hinterlassen. Die Aufmerksamkeit, die ihr die bevorstehende Ausstellung in der Raiffeisenbank Schwarzenbach bringt, ist ihr daher fast ein bisschen unangenehm. «Eigentlich fotografiere ich ja für mich selbst», sagt sie. Und dies fast mehr prozess- denn ergebnisorientiert: «Ich habe kein Motiv, keine Bildkomposition im Kopf, die ich eins zu eins umsetzen möchte. Mein Ziel ist es, Momente möglichst authentisch festzuhalten so, wie ich sie gerade erlebe. Deshalb investiert Cordula Schnyder kaum Zeit in die nachträgliche Bildbearbeitung. «Fünf Minuten reichen durchschnittlich», sagt sie. «Ich will ja nichts verfälschen – höchstens Weissabgleichkorrekturen vornehmen oder Sensorflecken beseitigen.»

Der Weg ist ein Stück weit das Ziel

Umso mehr Wert legt sie auf die Qualität des Drucks. Da überlässt sie nichts dem Zufall. Die Ergebnisse, welche Grosslabors wie etwa Ifolor lieferten, seien gut, räumt sie ein und ergänzt, dass ihre Fotokalender dort gefertigt würden. Die Aussagekraft, die Harmonie und Tiefe der Farben erziele sie jedoch nur auf dem eigenen Drucker. Des speziellen, auf Baumwolle basierenden Fine-Art-Papiers wegen.

Faszinierendes Himmelsspektakel über Island: Eine der Fotografien, welche die Bronschhoferin in Schwarzenbach ausstellt.

Faszinierendes Himmelsspektakel über Island: Eine der Fotografien, welche die Bronschhoferin in Schwarzenbach ausstellt.

Den Printkurs hat Cordula Schnyder vor knapp einem Jahr absolviert. Und er hat ihr mehr als technisches Know-how gebracht: «Über das Fotografieren hinaus fasziniert mich heute der Prozess, der zum fertigen Bild führt.»

Zehn von elf Bildern zeigen Island

Während des Gesprächs sitzt Cordula Schnyder am Esstisch im grosszügigen, lichtdurchfluteten Wohnzimmer ihrer Eigentumswohnung in Bronschhofen – vor sich ein kleiner Stapel mit Fotografien im A2-Format. Die Einrichtung wirkt modern und stilvoll. Nur: An den Wänden hängt bloss ein einziges Fotobild. Cordula Schnyder lächelt: «Einige habe ich für die Ausstellung bereitgestellt und ich wechsle sie halt öfter aus.»

«Draussen zu sein, nichts zu müssen, nur den Moment zu erleben – ich fühle mich nie so im Jetzt wie beim Fotografieren.»

Zehn der elf für die Bankräume ausgewählten Fotografien zeigen Naturereignisse aus Island, eine stammt aus Lappland. Das ist kein Zufall. «Island ist mein Herzensland», sagt Cordula Schnyder und schwärmt vom Licht, den Temperaturen, der kargen, unberührten Landschaft und den menschenleeren Stränden. Es sei nicht so, dass sie Menschen nicht möge, macht sie klar. Nur sei sie im Berufsalltag in permanentem Kontakt mit Kunden. Die Stille der Einsamkeit tue ihr deshalb gut: «Draussen zu sein, nichts zu müssen, nur den Moment zu erleben – ich fühle mich nie so im Jetzt wie beim Fotografieren», sagt sie.

Nächste Reise bereits geplant

Demnächst geht es für Cordula Schnyder wieder in Richtung Norden. Zum vierten Mal nach Island – dorthin, wo Anfang 2013 mit einer Fotoreise alles begonnen hatte. Reizt sie die Wärme des Südens nicht? Das Blau der Meere und das rötliche Licht der Wüste? Sie schüttelt den Kopf: «Die Atmosphäre der Ferienorte berührt mich nicht wirklich: Ich bin das wohl eher der blaugrüne Typ.»

Der Fundus an Bildmaterial, den sie aus Island mitbringen wird, dürfte neuerlich exorbitant sein. «Um die 2000 bis 2500 Fotos werden es schon sein, lacht sie. Wobei die Hälfte jeweils wegen Unschärfen etc. gleich aussortiert würden. Erst dann werde selektioniert. «Früher löschte ich jeweils zuerst die Schlechten und arbeitete mich zu den Gelungenen durch. Ich musste mich von unzähligen Bildern bewusst verabschieden. Heute treffe ich eine Positiv-Auswahl: Die schönste Aufnahme wird zuerst gewählt.»

Nachahmen erlaubt

Cordula Schnyder, die schon als Kind ihr Taschengeld für Filmmaterial gespart, immer wieder Fotokurse besucht und im In- und Ausland Hunderte von Stunden hinter ihrer Nikon-Kamera verbracht hat, hat ihren Ausgleich gefunden. Gerade weil sie sich nicht als Künstlerin, nicht als Profifotografin sieht, können ihre Bilder auch Inspiration für andere sein, Motivation dazu, das eigene Erleben unvergänglich zu machen. Nachahmen ist folglich durchaus erlaubt.

Die Vernissage zur Ausstellung von Cordula Schnyder findet am Donnerstag, 31. Januar, ab 18 Uhr, in der Geschäftsstelle Schwarzenbach der Raiffeisenbank statt.

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