Irgendwo in Tobel muss ein Leck sein

Seit zwei Monaten suchen die Technischen Werke Tobel-Tägerschen nach dem Grund für den erhöhten Wasserverbrauch.

Roman Scherrer
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Irgendwo versickert das Wasser. Nur weiss man bei den Technischen Werken Tobel-Tägerschen eben noch nicht wo. Seit Ende Mai stellen sie einen erhöhten Verbrauch fest. Damals ereigneten sich innerhalb von drei Tagen gleich drei Rohrbrüche. «Wir gingen deshalb zunächst davon aus, dass dies der Grund für den höheren Verbrauch ist», berichtet Rolf Bosshard, Gemeindepräsident von Tobel-Tägerschen und Leiter der Technischen Werke.

Rolf Bosshard, Gemeindepräsident

Rolf Bosshard, Gemeindepräsident

Bild: ht

Entgegen den Erwartungen sank der Wasserverbrauch mit dem Beheben der Rohrbrüche aber nicht – und hält sich seit bald zwei Monaten auf dem gleichen Niveau. «Wir haben in der Folge alle unsere Hauptleitungen nach weiteren Brüchen abgehört», sagt Bosshard. Dabei sind auch weitere aufgetaucht und behoben worden. Aber auch diese Massnahmen liessen den Verbrauch nicht auf das übliche Niveau sinken.

Bevölkerung aufgerufen, an Leitungen zu lauschen

Bei den Technischen Werken vermutet man deshalb, dass das Wasser auf einer privaten Liegenschaft versickert. In den Gemeindenachrichten hat man die Einwohner dazu aufgerufen, bei sich im Keller an der Wasserleitung zu lauschen.

«Wir hoffen, dass wir Hinweise erhalten, weil die Leute ein Rauschen bemerken», sagt Bosshard. Es sei nämlich gut möglich, dass ein Hausanschluss geborsten ist, das Wasser aber nicht an die Oberfläche tritt, weil es direkt in eine Sickerleitung abfliesst.

Zusätzlich zum Aufruf setzen die Technischen Werke in den nächsten Wochen mehrere sogenannte korrelierende Geräuschlogger ein, um Rohrbrüche aufzuspüren, erklärt Bosshard. «Sie überwachen das Wasserleitungsnetz während der Nachtstunden automatisch.»

Druck auf Leitungen hat sich erhöht

Wasserrohrbrüche waren in der Gemeinde Tobel-Tägerschen gerade in den vergangenen Monaten keine Seltenheit. Als im Oktober 2019 das neue Reservoir Michelsegg in Betrieb genommen wurde, hat sich der Druck auf die Leitungen um zwei Bar erhöht.

Ob dies auch der Grund für die kürzlich erfolgten Rohbrüche Mitte Juli war, ist sich Rolf Bosshard nicht sicher. Klar sei aber: «Es waren allesamt sogenannte Risikoleitungen, die geborsten sind.» Bevor das neue Reservoir ans Netz ging, liess der Gemeinderat eine Risikoanalyse erstellen, die den Zustand der Wasserleitungen darlegte.

Es zeigte sich, dass etwa um 1980 in der Gemeinde viele Druckgussleitungen verlegt wurden. «Heute weiss man, dass diese Serie relativ schlecht produziert wurde und die Leitungen kaum mehr als 40 Jahre halten», erklärt Bosshard.

Bis das neue Reservoir in Betrieb ging, konnte die Gemeinde rund die Hälfte aller dieser Risikoleitungen sanieren. Die verbleibenden sind laut Bosshard bereits im Investitionsplan vermerkt und werden in den kommenden Jahren ersetzt.