Irgendwann trifft es jeden

MÜNCHWILEN. Viele dürften Schwierigkeiten haben, den Begriff Orthopädie zu erklären. Nicht zuletzt deshalb organisierte der Samariterverein Münchwilen dazu einen Vortragsabend, der auf grosses Interesse stiess.

Christoph Heer
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Gregor Kohler erklärte in Münchwilen, dass bei Orthopädie Früherkennung besonders wichtig ist. (Bild: Christoph Heer)

Gregor Kohler erklärte in Münchwilen, dass bei Orthopädie Früherkennung besonders wichtig ist. (Bild: Christoph Heer)

Seit Jahren lädt der Samariterverein zu öffentlichen Vortragsabenden ein. Die neuste Austragung am Mittwoch lockte hundert Gäste in den Singsaal des Schulhauses Waldegg – so viele wie noch nie. Sie informierten sich während gut zwei Stunden über das Thema Orthopädie.

Referent war Gregor Kohler aus Frauenfeld. Dem Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates gelang es, das Wichtigste und Informativste in einem kurzweiligen Vortrag zu bündeln. Die Besucher waren zufrieden und nahmen viele neue Erkenntnisse mit nach Hause.

Bewegung und Ernährung

Die Orthopädie befasst sich mit der Entstehung, Verhütung, Erkennung und Behandlung von angeborener oder erworbener Form- oder Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates. Gregor Kohler erklärte: «Betreffen kann dies die Knochen, Sehnen, Gelenke oder Muskeln. Ein wichtiges Arbeitsfeld der Orthopädie ist die Behandlung im Kindesalter. Denn vieles, was im Erwachsenenalter zu Problemen führen kann, lässt sich beim Kind noch richten oder begradigen.» Ob Klumpfuss, Hallux, Luxationen, Skoliose oder vieles mehr: Wichtig ist eine frühzeitige Erkennung des Krankheitsbildes um dementsprechend früh geeignete Therapien anzuwenden. Durch konservative Therapien können oftmals Operationen umgangen werden.

Ein Leben mit dem Orthopäden

Viele Patienten werden nach Einsetzung eines künstlichen Gelenkes ihr Leben lang vom Orthopäden begleitet. Gregor Kohler erklärte: «Bei einem Hüftgelenk erwarten wir etwa eine Lebensdauer von zehn Jahren, je nach Gebrauch und Verbrauch.

Besonders wichtig ist, dass man das Gelenk regelmässig überprüft und schnell agiert, sollte sich durch die Abnutzung etwas verändern. «Leider begeben sich immer wieder Patienten viel zu spät in ärztliche Obhut. Denn frühzeitiges Erkennen von Fehlstellungen, ungleich langen Beinen oder sonstigem, ersparen viel Unangenehmes», sagte Kohler. Mit gleichmässiger Bewegung, gesunder Ernährung, Sport oder richtigem Schuhwerk kann Orthopädie vorgebeugt werden.

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