Tennistalent Karolina Kozakova ist auf dem Vormarsch

EM-Titel und zwei Turniersiege: Die 14-jährige Uzwilerin Karolina Kozakova hat in dieser Saison grosse Fortschritte auf der internationalen Tour der Juniorinnen gemacht.

Marie-Theres Brühwiler
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Karolina Kozakova hat ihren zweiten Titel auf der internationalen U16-Tour gewonnen. (Bild: Mario Gaccioli)

Karolina Kozakova hat ihren zweiten Titel auf der internationalen U16-Tour gewonnen. (Bild: Mario Gaccioli)

Auf ihrer Website steht der Satz: «Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.» Karolina Kozakova lebt diese Maxime eindrücklich vor und nimmt dafür viele Strapazen auf sich. Anders als ihre ausländischen Gegnerinnen geht die 14-Jährige ganz normal in die Schule. «Die Schulleitung in Uzwil kommt uns maximal entgegen. Darüber sind wir sehr glücklich», sagt ihre Mutter Jana.

Die ehemalige Profispielerin und Tennislehrerin weiss, wie hart die Doppelbelastung für ihre Tochter gleichwohl ist. Umso bemerkenswerter sind die Erfolge, die Karolina Kozakova in den vergangenen Monaten feierte. Nach der Bronzemedaille an den Europameisterschaften im Frühjahr gewann die Uzwilerin mit Céline Naef an den U14-Europameisterschaften in San Remo auf Sand die Goldmedaille. Kozakova legte mit ihrem Sieg im Einzel gegen Gastgeber Italien den Grundstein zum Finaleinzug. Gegen die favorisierten Titelverteidigerinnen aus Tschechien triumphierte das Schweizer Duo schliesslich verdient.

In Europa die Nummer sechs der U14

Vor wenigen Wochen krönte Kozakova im spanischen Sanxenxo ihre Saison mit ihrem zweiten U16-Titel im Einzel auf der Europa-Tour. Bei den U18 ging es für sie vor allem darum, erste Erfahrungen gegen deutlich ältere Spielerinnen zu sammeln. Eine lange Angewöhnungszeit brauchte Kozakova auch da nicht. Bereits in ihrem ersten Jahr in der höchsten Juniorenkategorie feierte sie ihren ersten Turniersieg im Doppel und stand in einem Einzelfinal.

Im Europa-Ranking der U14 ist Kozakova die Nummer sechs, bei der U16 gehört sie zu den 60 Besten in Europa und auf der U18-Weltrangliste steht sie bereits an Position 605. Ihre Stärken sind die Offensive, die Ballbeschleunigung und das grosse Spielverständnis. Michèle Sjögren sagt:

«Karolina muss nur weiter an ihren Stärken arbeiten, dann kann sie einen grossen Sprung Richtung Weltspitze schaffen.»

Sjörgen leitet oft internationale Delegationen des Schweizer Tennisverbands und stand auch bei den vergangenen Team-Europameisterschaften als Coach im Einsatz.

Fleissig und ehrgeizig

Für Kozakova ist schon jetzt klar, dass sie im nächsten Sommer ganz auf Tennis setzen will. Dennoch ist sie auch in der Schule sehr ehrgeizig. Nach intensiven Trainings kann sie oft erst nach 21 Uhr mit ihren Hausaufgaben beginnen. Das ist für die Sekundarschülerin aber kein Grund, nicht gewissenhaft zu sein. Sie sagt:

«Ich freue mich, wenn ich mich einmal ganz auf den Sport konzentrieren kann. Solange ich aber noch zur Schule gehe, möchte ich auch hier zu den Besten gehören.»

Sie weiss aber auch, dass dafür grössere finanzielle Mittel gefragt sind. «Ohne Sponsoren werden wir es nicht schaffen», sagt Jana Kozakova. Neben den Trainings bei ihrer Mutter trainiert die Zweite der Schweizer Meisterschaften einmal pro Woche in der Talentschmiede von Roy und Michèle Sjögren in Kaltbrunn. Bei den wöchentlichen Trainings in Winterthur profitiert sie vor allem von guten Sparringspartnern. Für das Konditions- und Krafttraining ist weiterhin Vater Jaromir verantwortlich.

Vorbereitung auf das Leben als Profi

«Was wir jetzt machen, ist eine gute Vorbereitung auf ihre spätere Profikarriere», sagt Jana Kozakova. Die mehrfache tschechische Meisterin konnte als 14-Jährige deutlich mehr trainieren als ihre Tochter. «Trotzdem ist sie weiter, als ich es damals im gleichen Alter war», sagt die Mutter.

Im Moment sei der Faktor Zeit respektive die Doppelbelastung Schule und Sport das grösste Problem. «Wir machen, was wir können», sagt Karolina Kozakova, die spätestens 2021 erste Grand-Slam-Turniere bei den Juniorinnen spielen will. Die Weichen dafür stellt sie jeden Tag.

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