«Interkulturelles Verständnis»

Die Stiftung Enterprise und das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung vergaben den «Enterprize» für herausragende Projekte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Unter den Preisträgern befindet sich auch die Bühler AG.

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uzwil/zürich. Förderpreise und Auszeichnungen im Bereich der Wirtschaft gibt es viele. Projekte der Beruflichen Aus- und Weiterbildung, die Unternehmergeist und Innovationskraft zum Wohle der Gesellschaft besitzen, finden jedoch selten den Weg auf das Podest. Um diese zu fördern und zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen, rief Gustav E. Seewer, Präsident der Enterprise Stiftung, 2006 den «Enterprize» ins Leben.

Aus vierzig eingereichten Projekten aus der ganzen Schweiz wurden Dienstag im «Lake Side» in Zürich die drei besten Unternehmen mit dem «Enterprize 2010» ausgezeichnet.

Bühler AG erhält Preis

Das Lehrlingsprojekt «Förderung des interkulturellen Verständnisses» der Uzwiler Bühler AG, erhielt den zweiten Platz.

Das Projekt ermöglicht Lehrlingen einen Auslandsaufenthalt in ihrer Niederlassung in China, was das Kennenlernen einer neuen Kultur und Arbeitsweise fördert.

Seit 2008 wird jedes Jahr einer ausgewählten, motivierten Gruppe von Auszubildenden ermöglicht, bei einem zweimonatigen Auslandeinsatz im chinesischen Werk eine völlig andere Arbeits- und Lebenskultur kennenzulernen.

Durch ihre Einsätze in der weltweiten Bühler-Organisation erhalten sie so internationale Netzwerkfähigkeiten und gewinnen Vertrauen in andere Kulturen, was für die Mitarbeit in einem internationalen Unternehmen unabdingbar ist. Mit der Unterstützung des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uzwil werden sie optimal auf ihren Auslandeinsatz vorbereitet.

Aufgrund des grossen Erfolges plant Bühler AG, die Dauer der Auslandaufenthalte, die Anzahl der Standorte und der Lernenden zu erhöhen.

Nebst dem Uzwiler Unternehmen erhielt auch das Basler Gründungszentrum für Migrantinnen «Crescenda», welches Frauen bei ihrem Weg in die Selbständigkeit unterstützt, einen Preis.

Gewinner kommt aus Basel

Den diesjährigen Wettbewerb gewann der Basler «Overall Lehrverbund». Er ermöglicht jungen Menschen eine Ausbildung, welche diese bisher auf anderen Wegen nicht gefunden haben und hat die Jury mit dem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und individuellen Nutzen überzeugt. «Beeindruckend ist, wie die Projektleiterin Regula Aepli Roth den «Overall Lehrverbund» trotz wiederholten Schwierigkeiten mit Mut, Engagement und Durchhaltewillen zum Erfolg gebracht hat», fasst Stefan C.

Wolter, Jury-Präsident und Präsident des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung EHB, den Entscheid zusammen.

Anerkennungsurkunde erhalten

Unter den 200 Gästen befanden sich zahlreiche Vertreter aus der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wie die Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli und Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, welche beide motivierende Grussbotschaften überbrachten.

Gastrednerin Uschi Backes-Gellner von der Universität Zürich ging in ihrem Referat dem «Geheimnis erfolgreicher Unternehmer» auf den Grund und hob die Wichtigkeit des dualen Bildungssystems hervor.

Das Siegerprojekt «Overall Lehrverbund» durfte neben der «Enterprize»-Trophäe eine Prämie von rund 10 000 Franken entgegennehmen. Die beiden Zweitplazierten wurden mit je 5000 Franken für ihre Leistungen belohnt.

Weiter wurden bei der Preisverleihung das Luzerner Projekt «Web-Portal für Lernortkooperation» der Bildungsregion Zentralschweiz und das Projekt «Neues Lernlayout» am Schulischen Brückenangebot Kanton Zug mit einer Anerkennungsurkunde ausgezeichnet. (pd.)