INTERAKTION: Mix aus Handwerk und Kunst

Der in Oberuzwil aufgewachsene Marco Tribelhorn filmt Freeskier auf ihren Touren und verschmilzt atemberaubende Szenen mit Musik. Am 14. Februar zeigt er seinen Film «Riding Rhythms» im Uzwiler Kino.

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Marco Tribelhorn ist ein begeisterter Skifahrer, Musiker und Filmemacher. (Bild: PD)

Marco Tribelhorn ist ein begeisterter Skifahrer, Musiker und Filmemacher. (Bild: PD)

«Riding Rhythms» ist in der Liveversion ein audiovisuelles Erlebnis. Während sich auf der Leinwand energiegeladene Freeski-Szenen abspielen, entlädt sich auf der Bühne der Soundtrack von Electric Sun, einer vierköpfigen Band, live zum Film. «Riding Rhythms» zeigt Action, gefilmt in den Alpen. Der Regisseur und Produzent des Films ist der Oberuzwiler Marco Tribelhorn. Er lebt heute in Flims, wo er seine Filmsujets direkt vor der Haustüre findet. Am 14. Februar gibt der Freeskier und Filmproduzent ein Heimspiel, wenn «Riding Rhythms» im Rahmen von «Kultur im Kino» im Uzwiler Kino City zu sehen ist.

Worin liegt die Faszination Ihrer Tätigkeit?

Marco Tribelhorn: Skifahren und Musik machen haben viel gemeinsam. Sie sind sowohl Handwerk als auch Kunst. Man kann sich durch ein Instrument oder eben ein Sportgerat Ausdruck verschaffen, seinen Emotionen freien Lauf lassen und immer wieder direkt die Konsequenzen des eigenen Handelns spuren. Diese Gemeinsamkeiten mochte ich verstarken. Deshalb soll nicht einfach Skifahren mit der passenden Musik unterlegt werden, sondern die Entstehung von Film und Musik miteinander verschmelzen. Fur mich als begeisterter Musiker, Skifahrer und Filmemacher ist dies die logische Konsequenz meines Schaffens.

Haben Sie immer noch Verbindungen zur alten Heimat?

Ich bin in Oberuzwil aufgewachsen und zur Schule gegangen, habe 13 Jahre beim EHC Uzwil Eishockey gespielt und absolvierte meine Berufslehre bei der Firma Bühler. Ein Jahr nach meinem Lehrabschluss zog es mich in die Berge. Ich komme aber immer wieder gerne nach Uzwil, um meine Eltern und Freunde zu besuchen. Daher freut es mich umso mehr, diesmal mit der «Riding Rhythms»-Liveshow im Gepäck nach Uzwil zurückzukehren und im Kino City mein Werk zu präsentieren.

Wie kam das «Riding Rhythms»-Team zusammen?

Die Skifahrer sind alles irgendwie Freunde von mir, die ich für mein Filmprojekt begeistern konnte. Wir kennen uns, weil wir entweder die gleiche Art von Skifahren lieben, weil wir uns irgendwo bei der Suche nach Pulverschnee getroffen haben oder einfach weil wir in den gleichen Skigebieten wohnen. Mit den Leuten, mit denen man solch ein Projekt durchziehen will, muss man auf einer Wellenlänge sein. Mit den Jungs von Electric Sun kam ich an einem Konzert ins Gespräch. Ihre Art Musik zu machen gefiel mir. Als dann unser Projekt Formen annahm und klar wurde, dass wir den Film mit Band vertonen wollen, waren sie meine erste Wahl.

Wie seid Ihr auf den Namen «Riding Rhythms» gekommen?

Beim Skifahren wie auch beim Musikmachen ist vieles von Rhythmen bestimmt. Bei beidem sind Menschen involviert, welche Rhythmen folgen und kreieren, die von ihrer eigenen Persönlichkeit sowie ihrem Stil beeinflusst sind. Beide sind von der Natur umgeben, welche ihrerseits – von Temperatur und Gravitation beeinflusst – Rhythmen kreiert und Rhythmen folgt. Bei der Vereinigung dieser Elemente entsteht ein harmonischer Fluss, ein Rhythmus, welchem wir folgen, daher «Riding Rhythms».

Was inspiriert und treibt Sie an bei Ihrem Schaffen?

Am Anfang steht irgendwie immer ein innerer Drang, etwas auszudrücken. Das ist beim Skifahren, beim Filmen und auch beim Musik machen so. Es sind die Natur, die Menschen, die etwas Eigenes erschaffen und auch deren Schaffen selbst, was mich immer wieder inspiriert. Das können schöne Landschaften, eine gutes Album oder eine schöne Kameraperspektive sein, welche mich nicht mehr loslassen.

Wie wird ein solcher Film gemacht. Macht man da alles selbst, oder braucht es auch mal Unterstützung?

Man geht raus in den Schnee und filmt seine Freunde beim Skifahren, so einfach ist das. Eigentlich stimmt das sogar, aber es steckt halt einiges mehr an Arbeit dahinter, als dieser einfache Satz vermuten lässt. Beim Filmen abseits der Piste muss vieles zusammenstimmen. Die Schnee- und Lawinensituation müssen passen, das Licht muss stimmen, und zu guter Letzt muss der Skifahrer seine beste Performance im richtigen Moment abliefern können.

Die Show in Uzwil ist vorerst die letzte auf Eurem Tour-Kalender. Habt Ihr Eure gesteckten Ziele erreicht?

Ziel war es, den Film mit Live-Soundtrack einem möglichst grossen Publikum zu präsentieren. Bis jetzt waren die Feedbacks durchs Band positiv und die Shows jeweils sehr gut besucht bis sogar ausverkauft. Von daher sind wir sehr zufrieden.

Was wünscht Ihr Euch für den Auftritt in Uzwil?

Natürlich ein volles Haus und ein aufmerksames Publikum, das sich auf dieses 40-minütige Skifilm- und Musikexperiment einlässt. Als Schlusspunkt unserer Filmtour führen wir «Riding Rhythms» zum ersten Mal in einem Kino auf. Die Kombination von Livemusik und Skifilm kriegt man nicht jeden Tag zu sehen und zu hören. Unser Projekt ist in der Schweiz zurzeit einzigartig. Bequem in einem warmen Kino zu sitzen, dabei die verschneite Winterlandschaft und Freeski-Action auf der grossen Leinwand zu bestaunen und dabei von einer Liveband in den Sessel gedrückt zu werden, stelle ich mir als grossartiges Gefühl vor. (urb/pd)

Hinweis

«Riding Rhythms», Dienstag, 14. Februar, 19.30 Uhr, Kino City Uzwil.