INTEGRATION: Freiwillige helfen beim Spracherwerb

In Quartierschulen sollen Migrantinnen und Migranten Deutsch lernen können. Auch in Wil gibt es ab September ein solches Bildungsangebot mit Ehrenamtlichen.

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Wie können Fremdsprachige möglichst schnell Deutsch lernen und bei ihrer Integration unterstützt werden? In der Stadt Wil besteht bereits heute ein breites Angebot an entsprechenden Deutsch- und Integrationskursen. Ergänzend möchte die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) in allen 77 St. Galler Gemeinden neu sogenannte «Quartierschulen» einrichten. Dieses Konzept sieht vor, dass Migrantinnen und Migranten in einem 60 Lektionen dauernden kostenlosen «Starter-Kurs» ein unkomplizierter Einstieg in die deutsche Sprache vermittelt wird.

Der Unterricht in diesen neuen «Quartierschulen» orientiert sich dabei an der Methode des «Neuen Lernens». In spielerischer und positiver Atmosphäre lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, verschiedene Alltagssituationen mündlich zu bewältigen, und können sich gleichzeitig vertraut machen mit den hiesigen Umgangsformen. Die deutsche Sprache wird in diesem Ansatz wie die Muttersprache erworben. Beim Lernen werden dafür möglichst viele Sinne angesprochen, und es wird auf einen ausgeprägt kommunikationsorientierten Sprachunterricht geachtet. Im Vordergrund stehen der Mut und die Befähigung zum Sprechen.

Sich in der neuen Heimat zurechtfinden

Felix Baumgartner, der Integrationsbeauftragte der Stadt Wil, plant gemeinsam mit dem städtischen Departement Soziales, Jugend und Alter sowie verschiedenen gemeinnützigen Akteuren einen vierwöchigen Pilotkurs in Wil: Ab dem 11. September sollen Migrantinnen und Migranten täglich drei Stunden die Möglichkeit für einen unkomplizierten Einstieg in die deutsche Sprache erhalten. «Ich bin überzeugt, dass der Kurs eine gute Basis für eine gelungene Integration bietet – denn Sprachkompetenz ist ein wichtiger Baustein, um sich in einer neuen Heimat zurecht zu finden, sich mit den Einheimischen austauschen und sich einbringen zu können», so Baumgartner.

Als Kursleiterinnen und Kursleiter fungieren ehrenamtliche Privatpersonen. Für den geplanten Pilotkurs werden deshalb noch engagierte Personen aus der Stadt oder Region Wil gesucht (siehe Infokasten). Interessierte werden nach dem Modell «train the trainer» professionell angeleitet und ausgebildet. Dabei lernen sie die notwendigen Techniken kennen und werden dazu befähigt, einen kompletten Basiskurs zu unterrichten.

In der Regel wird zu zweit unterrichtet, damit sich die beiden Lehrerinnen und Lehrer in den Lektionen gegenseitig unterstützen können. (sk)