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Inspiriert vom jüngeren Ich: Oberuwziler Autorin hat ein Buch aus ihrer Teenie-Zeit überarbeitet

Die Fantasy-Autorin Bettina Bellmont hat ein neues Buch veröffentlicht: Es ist zugleich
ihr ältestes und jüngstes Werk. Denn ein Manuskript aus Jugendtagen bildete die Vorlage.
Tobias Söldi
Schreibt meistens bei sich zu Hause in Oberuzwil: Autorin Bettina Bellmont. (Bild: Tobias Söldi)

Schreibt meistens bei sich zu Hause in Oberuzwil: Autorin Bettina Bellmont. (Bild: Tobias Söldi)

«Eine schräge Sache» sei es schon gewesen, erinnert sich Bettina Bellmont. Nach 17 Jahren hat die Oberuzwiler Autorin ein Manuskript, das sie in ihren Teenager-Jahren geschrieben hat, aus der Schublade geholt. Ihr Urteil fiel zwiespältig aus. «Einerseits dachte ich: Wow, gar nicht so schlecht.» Vor allem über den Inhalt hat sie gestaunt.

«Themen wie Identität oder Angst, die das Manuskript durchziehen, beschäftigen mich bis heute.»

Stil und Rechtschreibung dagegen hätten Verbesserungspotenzial aufgewiesen. «Und manchmal war es schwierig, die Gedankengänge und Handlungen der Figuren nachzuvollziehen», erinnert sich Bellmont.

In der Versenkung ist das jugendliche Frühwerk danach aber nicht mehr verschwunden. Über ein Jahr hat Bellmont die Geschichte überarbeitet, Fehler korrigiert, Sätze umgestellt, neue Szenen ergänzt. Entstanden ist «Eldradjans Angst» – gleichzeitig das älteste und jüngste Buch der 29-jährigen Autorin. Der Fantasy-Roman erzählt die Geschichte eines Geschwisterpaares im Kampf gegen einen Schattenfürsten. Bellmont: «Ich hätte es einfach schade gefunden, wenn das Buch verstaubt wäre.»

Aus dem Alltag werden fremde Welten

Wörter und Sätze gehören für Bettina Bellmont zum täglichen Brot. Sie studierte Germanistik, Publizistik und Japanisch an der Universität in Zürich, arbeitet als freie Journalistin und als Texterin bei einer Agentur in St. Gallen und hat bereits drei Romane und verschiedene Kurzgeschichten veröffentlicht. «Ich schreibe eigentlich jeden Tag», sagt sie.

Am liebsten aber Fantasy-Romane. Die Leidenschaft fürs Fantastische entstammt ihrer Teenie-Zeit und hat sie seither nicht mehr losgelassen. Als Autorin schätzt sie das Genre. «Ich habe viel mehr Möglichkeiten. Die Gegebenheiten der realen Welt können auch einschränken», sagt sie. Aber: Auch in fantastischen Welten ist nicht alles möglich, die Freiheit darf nicht überreizt werden.

«Fantasy-Romane brauchen Regeln. Die Welt muss in sich schlüssig sein.»

Inspiration für diese fremden Welten findet Bellmont dabei im Alltag, in allem, was ihr begegnet und widerfährt. Kürzlich, erzählt sie, habe sie beispielsweise von der Existenz der Fuchsmanguste, einem fuchsähnlichen Säugetier, erfahren: «Es wurde sofort zu meinem neuen Lieblingstier.» Auch fremde Kulturen fliessen ein: Ihre zweibändige Asia-Fantasy-Sage ist fernöstlich geprägt. «Ich habe mich an japanischen Sagen und Mythen orientiert.»

Szene um Fantasy-Autoren

Mit ihrer Leidenschaft fürs Fantastische ist Bellmont nicht alleine. «Fantasy-Literatur ist auch in der Schweiz am Kommen», ist sie überzeugt. So gibt es den Verein Schweizer Phantastikautoren (VSPA), der dem Austausch dient und Anlässe wie Schreibwochenenden organisiert. Bellmont, Mitglied der ersten Stunde, sitzt mittlerweile im Vorstand des Vereins. «Wir sind stark gewachsen. Zurzeit haben wir über 70 Mitglieder.»

Auch über die Grenzen hinaus nach Deutschland oder Österreich ist die Szene vernetzt: etwa in Online-Foren oder über das Phantastik Autoren Netzwerk (PAN), dem deutschen Pendant zum VSPA. Die Grenzüberschreitung ist aus praktischen Gründen nötig. «Es gibt in der Schweiz keinen reinen Fantasyverlag», sagt Bellmont. «Eldradjans Angst» etwa ist im Berliner Verlagshaus El Gato erschienen, präsentiert hat sie das Buch auch schon an der Leipziger Buchmesse.

Das Schreiben geht weiter

Mit der Veröffentlichung von «Eldradjans Angst» ist die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen. Zurzeit schreibt Bellmont am zweiten Teil, der ebenfalls auf dem jugendlichen Manuskript beruht. Bei der Überarbeitung bedient sie sich dieses Mal einer anderen Technik: «Ich habe das Manuskript einmal gelesen und dann zur Seite gelegt. Den zweiten Teil schreibe ich komplett neu.» Da kann die Geschichte dann auch einmal unerwartete Richtungen annehmen. «Ich schreibe aus dem Bauch heraus.»

Und auch danach hat Bellmont schon weitere Pläne: Mehr Kurzgeschichten möchte sie dieses Jahr verfassen, die Fortsetzung des Asia-Projekts steht an, und eine neue Geschichte – ein «Herzensprojekt» – soll erzählt werden.

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