Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ins Volle, Kranz- und Babelispick

Zwei Wochen lang kämpften 140 Kegler auf der Bahn im Restaurant Bahnhof in Sirnach um die Hörnlimeisterschaft. Das Interesse an der traditionellen Sportart lässt jedoch immer mehr nach und Nachwuchs ist praktisch gar nicht in Sicht.
Mario Testa

SIRNACH. Im Halbminutentakt rumpelte es im flachen Anbau des «Bahnhöfli» in Sirnach – und das die vergangenen zwei Wochen lang jeden Nachmittag. Keglerinnen und Kegler aus der ganzen Ostschweiz massen sich im sportlichen Wettkampf am Hörnli Cup und liessen die Kegel fliegen.

9,25 Kilogramm schwer sind die dunkelbraun gesprenkelten Kunststoffkugeln, mit denen am Ende der 14 Meter langen, glatten Bahn möglichst viele der neun Kegel gekippt werden sollen. «Als ich mit Kegeln anfing, waren die Kugeln und Kegel noch aus Holz. Aber die hat es dann immer wieder mal gesprengt und deshalb ist man mit der Zeit auf Kunststoff umgestiegen», sagt Paul Gründler. Seit 46 Jahren steht er dem 1956 gegründeten Kegelklub Kranz Sirnach als Präsident vor.

Sportlicher Wettkampf

Kegeln ist ein Sport, der gerne unterschätzt wird. Die Wettkämpfer am Hörnli Cup kommen ins Schwitzen, wenn sie ihr Programm von 100 Würfen abspulen. Die Kugeln sind schwer, die Konzentration hoch und das lange Programm zehrt an den Kräften der Männer und Frauen, die sich am Cup beteiligen. «Hast du keine Muskeln am Arsch, bist du im Arsch», meint Arthur «Turi» Mühlemann dazu lachend.

Turi, das langjährige Clubmitglied, verpasst die Meisterschaften wegen einer Hüftoperation, die er kürzlich über sich ergehen lassen musste. «Das hält mich aber nicht davon ab, hier zu sein und den Keglern zuzuschauen. Jeder will gewinnen, das ist klar, und so viele Meisterschaften spielen wie möglich. Aber am Ende zählt vor allem die Kameradschaft.»

Klare Regeln in der Schweiz

Die Kegel, Kugeln und Bahnen in der Schweiz sind genormt. Rund 500 Bahnen gibt es heute noch, wo Clubs trainieren und Meisterschaften gespielt werden. «Die Schweiz ist hier eine löbliche Ausnahme, auch in Deutschland wird gekegelt, aber jede Region hat ihre eigenen Regeln und Normen», sagt Paul Gründler, während er das Ergebnis von Karl Schwingenschrot auf die Resultatwand überträgt. Dieser hat insgesamt 50 Würfe ins Volle und je 25 Würfe auf Babelispick und auf Kranzspick abgegeben.

Bei den Würfen ins Volle zählen alle Kegel, die fallen, maximal also neun pro Wurf. Für ein «Babeli» müssen mit möglichst wenigen Würfen alle Kegel abgeräumt werden. Pro Babeli gibt's zwölf Punkte. Und beim Kranzspick muss einzig der Mittlere Kegel stehen bleiben. «Ein guter Kegler schafft fünf oder sechs Kranzspick mit 25 Würfen», sagt Gründler. Er hat 40 Jahre lang in der höchsten Kategorie A1 gekegelt und mischt heute in der Altersklasse mit.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.