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Ins schlechte Licht gerückt

Seitenblick
Andrea Häusler

In der Sömmeri am Wiler Hofberg versetzen zwei angeblich unberechenbare Schäferhunde Spaziergänger und Hundehalter in Angst und Schrecken. Deren Besitzerin droht nun behördliches Ungemach. Der Fall machte lokal Schlagzeilen. Wie die Tierhaltung eines Kaninchenzüchters unterhalb des örtlichen Spitals. Ihm wurde von der Stadt die Pacht gekündigt. Zwei Ereignisse, die mehr Parallelen aufweisen, als es scheint.

In beiden Fällen führte der Umgang mit Tieren zu breiter öffentlicher Kritik. Dies ist das offensichtliche, nicht aber einzige, was die Ereignisse und Protagonisten verbindet. Sowohl die angeschwärzte Hundehalterin als auch der gerügte Kaninchenzüchter fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt, argumentieren selbstbewusst mit besserem Wissen und heben ihre Mitgliedschaft in einem kynologischen Verein, beziehungsweise einem Rasseclub als persönliche Qualifikationsmerkmale hervor.

Das Licht, das dadurch – allenfalls unberechtigterweise – auf derlei Organisationen fällt, ist ein zweifelhaftes. In sie werden Erwartungen gesetzt. Denn Hunde-, Kaninchen-, Kleintier- und weissichnichtwelche Clubs haben die Möglichkeiten und das Know-how – nebst ihren Kernkompetenzen wie Ausbildung oder Zucht – auf eine artgerechte Tierhaltung und ein einvernehmliches Nebeneinander von Tierhaltern, Tierschützern sowie der Öffentlichkeit hinzuwirken. Und sie eignen sich als Vorbilder.

Gerade den Jüngsten fällt der Zugang zu Tieren leicht, ihr Interesse zu wecken ist einfach. Jenes an flauschigen Fellen und niedlichen Tierkindern an Kleintierausstellungen. Oder das an gut ausgebildeten Hunden während Sport- und Funveranstaltungen. Genauso fasziniert sind sie jedoch, wenn kreative «Geschichten» über tierische Lebensgewohnheiten und artspezifische Bedürfnisse die vermeintlichen «Kuscheltiere» in ein anderes Licht rücken.

Gewiss, die Menschheit ändert sich wegen einiger zusätzlicher Anstrengungen und/oder eines gesteigerten Bewusstseins nicht. Aber es ist auch nicht das globale Menschentum nötig, um die (Tier-)Welt und das Zusammenleben ein bisschen besser zu machen.

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

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