Inputs für die Berufswahl

Hunderte von Oberstufenschülerinnen und -schülern drängten sich am Samstagvormittag in den Stadtsaal. Egal, ob sie alleine, mit den Eltern oder im Klassenverband unterwegs waren, ihr Ziel war das Lehrstellenforum.

Christof Lampart
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Beim Lehrstellenforum konnten sich Jugendliche und deren Eltern über Berufe informieren. (Bild: Christoph Lampart)

Beim Lehrstellenforum konnten sich Jugendliche und deren Eltern über Berufe informieren. (Bild: Christoph Lampart)

WIL. Hunderte von Erst- und Zweitklässlern aus der Real- und Sekundarschule fanden am Samstagvormittag für drei Stunden den Weg in den Stadtsaal Wil. Mitorganisator und Wiler Schulrat René Hofmann schätzte deren Zahl auf gegen 500. Viele kamen, um sich einen ersten Überblick übers Lehrstellenangebot in der Region zu verschaffen. Andere wiederum wussten schon genauer, was sie suchten: nämlich die Möglichkeit, einen Termin zum Schnuppern abzumachen oder vielleicht sogar ein Vorstellungsgespräch.

Manchen Jugendlichen sah man an, dass sie vom Angebot geradezu erschlagen waren. Beim Lehrstellenforum präsentierten 57 Betriebe 81 Berufe. Und dass das Gedränge im Stadtsaal zeitweise derart dicht war, dass niemand vorankam, der sich nicht durch die Menge drückte, dürfte es manchen nicht gerade erleichtert haben, den Überblick zu wahren.

«Wir suchen einen Lehrling»

Kam hinzu, dass das Angebot an Lehrberufen und -betrieben, die sich auch an diesem Lehrstellenforum präsentierten, sehr gross war. Es reicht schon lange nicht mehr, dass man einfach eine Lehrstelle ausschreiben muss, um jemanden zu finden. Vor allem handwerkliche Betriebe tun sich, ungeachtet dessen, dass das Handwerk bekanntermassen einen «goldenen Boden» hat, schwer, Berufsnachwuchs zu finden. «Wir suchen immer noch für dieses Jahr einen Lehrling als Sanitärinstallateur», räumt denn auch Berat Dzilili, Projektleiter bei der Willy Rohner AG, unumwunden ein.

Dass jene drei Sekundarschülerinnen, denen Dzilili gerade eine Tasche mit Give-aways gefüllt hat, sich für den Beruf interessieren, ist zwar nicht ausgeschlossen, jedoch eher unwahrscheinlich. Denn wenige Minuten später verweilt das Trio lange an einem Stand, der Nachwuchs für den Beruf einer Fachangestellten Gesundheit sucht, und deckt sich mit allerlei Informationsmaterial ein.

Tips an Podiumsrunden

Obwohl er erst die erste Sekundarklasse besucht, weiss Silvan Signer aus Oberbüren schon, dass er später etwas Handwerkliches machen möchte. Besonders angetan hat es ihm der Schreinerberuf. «So etwas kann ich mir sehr gut vorstellen.» Wer in der Berufswahl noch nicht weit fortgeschritten ist, besucht an diesem Vormittag, oft zusammen mit den Eltern, eine der vielen Podiumsgesprächsrunden, bei denen den Schülerinnen und Schülern allerlei Tips bei der Suche nach einer passenden Lehrstelle gegeben werden. Das Plenum ist jedes Mal derart voll, dass einige Zuhörende sogar stehen müssen. Und das sind dann just die Zeiten, bei denen das Gedränge im Hauptsaal ein wenig nachlässt, so dass die Besucherinnen und Besucher nun dazu kommen, sich die einzelnen Angebote etwas genauer anzuschauen.

Viele Fragen gestellt

Tanja Schwager von der Swica hat derweil festgestellt, dass die jungen Leute sehr interessiert sind und eifrig viele Fragen stellen. Und auch Daniel Karli von der Stefan Müller Holzbau GmbH aus Wil kann sich nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen. «Die Jungen sind interessiert an unserem Angebot. Jetzt liegt es an uns, ihnen die guten Perspektiven aufzuzeigen, die man als Zimmermann hat», sagte Karli.