Innert 24 Stunden bereit und 700 Manntage geleistet: Der Zivilschutz Wil-Uze zieht eine positive Bilanz ihres Coronaeinsatzes

Nachdem die Landesregierung am 16. März 2020 die «ausserordentliche Lage» beschlossen hatte, befanden sich die Zivilschützer der RSZO Wil-Uze bereits am nächsten Tag im Einsatz. Sie zeichneten unter anderem für eine Hotline zur Nachbarschaftshilfe, Betreuungsaufträge in Alters-, Pflege- und Wohnheimen und die Unterstützung des Spitals Wil verantwortlich. Insgesamt wurden 700 Manntage geleistet.

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Innert 24 Stunden waren die Zivilschützer bereit.

Innert 24 Stunden waren die Zivilschützer bereit.

Bild: PD

(pd/dh) Am 16. März 2020 hat der Bundesrat aufgrund des sich rasch ausbreitenden Coronavirus die «ausserordentliche Lage» beschlossen. Das Schweizer Milizsystem ermöglichte es, innert Kürze Angehörige des Zivilschutzes und der Armee zur Unterstützung der Bevölkerung, der Behörden und insbesondere des Gesundheitswesens aufzubieten. Auch die Zivilschützer der Regionalen Zivilschutzorganisation Wil-Uze leisteten ihren Beitrag.

Ab der ersten Minute im Einsatz

«Dank regelmässig durchgeführter Wiederholungskurse, eingespielter Prozesse und guter Vorbereitung konnten die Zivilschützer der RSZO Wil-Uze bereits am 17. März 2020 zum Einsatz gebracht werden», heisst es in einer Medienmitteilung. Um einer möglichen Ansteckung unter den Dienstleistenden entgegenzuwirken, rückten Stabsassistenten, Betreuer und Pioniere an unterschiedlichen Standorten ein. Dort sei jeweils eine einsatzbezogene Ausbildung erfolgt, wie auch eine Schulung in Sachen Hygienemassnahmen.

Neben dem Betrieb des Kommandopostens betreuten die Zivilschützer eine Hotline zur Nachbarschaftshilfe und leisteten Betreuungsaufträge in Alters-, Pflege- und Wohnheimen sowie der Kantonalen psychiatrischen Dienste Nord. Zudem unterstützten sie das Spital Wil beim Zutrittsmanagement und Mahlzeitenfahrdienst. Fazit:

«Insgesamt wurden so bis zum Einsatzende 700 «Manntage» geleistet.»

Raus aus dem Arbeitsalltag

Obschon die Zivilschützer der RSZO Wil-Uze Ernstfälle immer wieder üben, riss sie der COVID-19-Einsatz schlagartig aus ihrem gewohnten Umfeld. Hiervon waren entsprechend auch zahlreiche Arbeitgeber betroffen. Mussten ihre Mitarbeiter doch plötzlich einrücken. Glücklicherweise hatte das Gros der Arbeitgeber Verständnis dafür, dass aufgrund der Situation jede helfende Hand gebraucht wurde. Stefan Suter, Projektleiter bei der WASU Baukeramik AG in Fischingen, sagt: «Für mich war von Beginn weg klar, dass unser Mitarbeiter Davide Mancino jetzt im Einsatz gebraucht wird. Zumal ich dem Kommando der Zivilschutzregion Hinterthurgau angehöre.»

Ein Ernstfall verlangt allen Dienstleistenden enorm viel ab. Entsprechend handelt es sich um eine der grössten Herausforderungen, die Einsatz- und Leistungsbereitschaft während eines längeren Zeitraumes gewährleisten zu können. «Wir vom Kommando waren und sind noch immer sehr stolz auf unsere Truppe. Haben sie ihre Aufgaben doch professionell gemeistert. Es hat mich persönlich enorm gefreut, wie gut im Team gearbeitet wurde», wird Adrian Purtschert, Stellvertretender Kommandant, zitiert.

Von der Corona-Krise war insbesondere das Gesundheitswesen betroffen – so auch im Einzugsgebiet der RSZO Wil-Uze. Entsprechend kamen auch hier Zivilschützer zum Einsatz. So konnten sie das Spital Wil beim Zutrittsmanagement unterstützen.

Die Zivilschützer helfen dem Spital Wil beim Zutrittsmanagement.

Die Zivilschützer helfen dem Spital Wil beim Zutrittsmanagement.

Bild: PD

Hotline auf Hochtouren

«Bleiben Sie zu Hause!», forderte Alain Berset immer wieder von der Bevölkerung. Vor allem Risikogruppen stellte dies vor enorme Probleme. Waren sie doch plötzlich auf Unterstützung für Besorgungen aller Art angewiesen. Innert 48 -Stunden nahmen die regionalen Zivilschützer eine Hotline in Betrieb. Insgesamt konnten über 120 Hilfesuchende vermittelt werden.

Neben den Stabsassistenten, die vor allem bei der Hotline zur Nachbarschaftshilfe zum Einsatz kamen, leisteten die Betreuer in 6 von 22 zugeteilten Institutionen Dienst. Die Rückmeldungen seien positiv gewesen. So wird Claudia Engler, Leiterin des Wohnheims Bisacht in Oberuzwil zitiert: «Wir waren wirklich froh um die Unterstützung seitens der Zivilschützer der RSZO Wil-Uze. Mit ihrem Einsatz haben sie unser Team enorm entlastet». Praxedis Schär, Chef Ausbildung, ergänzt: «Die vielen Standorte zu managen, war eine Herausforderung. Dass wir sie gemeistert haben, zeigen die vielen positiven Rückmeldungen. Das motiviert und macht auch ein wenig stolz.»

Die Regionale Zivilschutzorganisation Wil-Uze zieht für den COVID-19-Einsatz eine positive Bilanz: Die Zivilschützer seien gut auf einen Ernstfall vorbereitet und wissen, wie man im Team Herausforderungen meistert.