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Inlinehockey: Eine Randsportart auf dem Vormarsch

Inlinehockey gehört hierzulande nicht zu den meist gespielten Sportarten. Der IHC Wil Eagles ist einer der wenigen Inlinehockey-Vereine in der Ostschweiz – aber als solcher sehr erfolgreich.
Claudio Weder
Hockey auf Rädern: Spieler des IHC Wil Eagles beim Training in der Eishalle Bergholz. (Bild: Claudio Weder)

Hockey auf Rädern: Spieler des IHC Wil Eagles beim Training in der Eishalle Bergholz. (Bild: Claudio Weder)

Trainingsstunde in der Eishalle Bergholz: Sechs Jugendliche in Schutzausrüstung jagen dem Puck hinterher, versuchen ihn in eins der kleinen Tore zu schieben. Von weitem hat man das Gefühl, Zuschauer eines Eishockeyspiels zu sein. Erst bei genauerem Hinsehen fallen die Details auf: Das Spiel ist langsamer, weniger körperbetont. Keine Eisschicht ist es, welche die Spielunterlage bildet, sondern ein zentimeterdicker Kunststoffbelag, der, zugegeben, einem Eishockeyfeld doch verdächtig ähnlich sieht. Und der wohl wichtigste Unterschied: Die Spieler bewegen sich nicht auf Schlittschuhen fort, sondern auf Inlineskates.

Was ursprünglich als Sommer-Spielvariante für Eishockey-Spieler gedacht war, hat sich in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre zu einer Trendsportart entwickelt: Inlinehockey. So richtig zum Durchbruch gelangt ist sie aber noch nicht. Inlinehockey fristet noch immer das Dasein einer Randsportart, die stark unter der Popularität ihres grossen Bruders Eishockey leidet. «Es muss noch viel geleistet werden», sagt Roger Knuchel, Präsident des IHC Wil. «Dem Inlinehockey fehlt es – im Unterschied zum Eishockey – noch weltweit an Popularität.» Auch in Sachen Infrastruktur sei noch Luft nach oben vorhanden: Es gibt in der Schweiz erst eine einzige Inlinehockey-Halle – und die steht in Kaltbrunn.

Bereits mehrmals Schweizer Meister

Trotz der scheinbar geringen Popularität listet der Verband Inlinehockey Schweiz für die Ost- und Zentralschweiz 31 Vereine auf. Darunter ist auch der IHC Wil Eagles, der dieses Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum feiert. Angefangen hat alles im Jahr 1998, zur Zeit, als Inlinehockey noch in den Kinderschuhen steckte. Die Motivation zur Vereinsgründung war ziemlich simpel: «Einige Hockeyaner haben sich zusammengeschlossen, um auf Inlineskates Hockey zu spielen», erzählt Roger Peter, Sportchef des IHC Wil. Der Verein, der damals 12 Aktivmitglieder hatte und unterdessen 110 Aktivmitglieder zählt, hat sieben Mannschaften unter seinem Dach – darunter ein Herrenteam der Nationalliga B sowie seit neuestem eine Damenmannschaft.

Die Anfänge waren jedoch ziemlich holprig, wie Roger Peter erzählt. «Altersbegrenzte Ligen gab es damals noch nicht: Achtjährige spielten mit 14-Jährigen zusammen.» Im Jahr 2003 folgte dann der Einbruch. Der Verein hatte mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. «Seit sieben Jahren können wir aber die konstante Mitgliederzahl von rund 100 halten», ergänzt Roger Knuchel. Auch in sportlicher Hinsicht kann sich die Erfolgsgeschichte des IHC Wil sehen lassen: Mit dem damaligen Team der Nationalliga A wurde der IHC Wil schon drei Mal Schweizer Meister, auch in der 1. Liga sowie mit den Junioren holten sich die Eagles schon mehrfach den Meistertitel.

Des Eishockeys Freund und Feind

Den Status einer eigenständigen Sportart hat Inlinehockey noch nicht erreicht. Zu stark ist die Abhängigkeit vom grossen Bruder Eishockey. Trotzdem sind die beiden Sportarten, wenn auch in Sachen Regeln und Technik durchaus verschwistert, unterschiedlicher, als man meinen könnte: «Nicht jeder Hockeyaner ist ein guter Inliner. Der Umstieg auf die Rollschuhe macht manchem Eishockeyspieler zu schaffen», sagt Knuchel.

Auch taktisch gibt es signifikante Unterschiede: «Weil man im Inlinehockey nur zu viert statt zu fünft auf dem Spielfeld steht, muss das Viereck (Boxplay) stets gut funktionieren. Es fehlt ein Spieler, der sich nach vorne oder nach hinten bewegt. Daher ist es wichtig, dass jeder Spieler gut auf seiner Position arbeitet.»

Eishockey und Inlinehockey verbindet seit jeher eine Hassliebe. «Eishockey und Inlinehockey sind sich einerseits freundlich gesinnt. Viele Eishockeyspieler spielen im Sommer Inlinehockey, um an ihrer Technik zu feilen», sagt Knuchel. Gleichzeitig stehen die beiden Sportarten immer wieder miteinander auf Kriegsfuss. Das hat unterschiedliche Gründe: «Den meisten ist Inlinehockey nicht so wichtig wie das Pendant auf dem Eis.» Dazu komme das Problem, dass man sich gegenseitig Spieler abstreiten würde. Von vielen Trainern werden diese Rochaden nicht begrüsst: Man müsse sich entscheiden – Inlinehockey oder Eishockey, so der Tenor.

«Wir Inliner sind jedoch froh um Unterstützung aus dem Eissektor: Ohne Eishockeyspieler könnten wir keine eigenen Mannschaften aufbauen.»

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