In Uzwil ist ein alternatives Wohnkonzept am Entstehen

Die Autonomie im Alter wahren, aber Leistungen beanspruchen können – ein Konzept, das die Belano Group in Uzwil umsetzen will.

Christof Lampart
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Rita Fuhrer warb in Niederuzwil für das generationenübergreifende Wohnkonzept.

Rita Fuhrer warb in Niederuzwil für das generationenübergreifende Wohnkonzept.

Bild: Christof Lampart

Das sogenannte «Belano-Zuhause» soll ab dem Frühjahr 2020 an der Konsumstrasse 17 und 19 in Uzwil errichtet werden. Wie an einer Infoveranstaltung am Samstag zu erfahren war, sind in den beiden geplanten Mehrfamilienhäusern 35 barrierefreie Mietwohnungen mit 1,5, 2,5 und 3,5 Zimmern und Gemeinschaftsräume – eine Cafeteria, ein Atelier und ein Fitnessraum – geplant. Der Spatenstich soll im Frühling 2020 erfolgen, die Fertigstellung ist auf Herbst 2021 anvisiert.

Anteil der über 65-Jährigen nimmt rasant zu

Wie die ehemalige Zürcher Regierungsrätin und jetziges Verwaltungsratsmitglied der Belano Group, Rita Fuhrer, vor rund 40 Personen erläuterte, wächst der Anteil jener Schweizer, welche über 65 Jahre alt sind, in den nächsten 20 Jahren um fast das Doppelte. Gleichzeitig ist jedoch das Bedürfnis, so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können zunehmend ausgeprägt. Gerade da füllten die Belano-Häuser, die – aus Kostengründen – eher in ländlichen Gebieten entstehen, eine Lücke», sagte Fuhrer.
Im Mietpreis, wie der Verwaltungsratspräsident der Belano Group, Daniel Dahinden, betonte, auch in Uzwil «sehr fair» sein soll, ist auch eine kleine Pauschale enthalten, mit der die Rezeptionsdienste abgegolten werden. «Damit stellen wir sicher, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner an allen Belano-Standorten die Hilfe- und Dienstleistungen bestellen können, die sie benötigen», so Fuhrer. Selbstredend sind aber die Dienstleistungen nicht in der Miete inbegriffen.

Mehr Platz durch Gemeinschaftsräume

Wie Fuhrer weiter ausführte, sind die Wohnungen genügend gross, um die alltäglichen, individuellen Platzbedürfnisse von ein bis zwei Personen zu befriedigen. Sollen hingegen einmal grössere Gruppen bewirtschaftet werden – zum Beispiel bei einem runden Geburtstag oder an einem privaten Spielabend – kann man die Gemeinschaftsräume oder die Cafeteria nutzen. Ein Werkraum ist für Bastler vorhanden, ein Fitnessraum für Gesundheitsbewusste. «Man hat auf einmal sehr viel Platz und muss nicht mehr alles in der eigenen Wohnung unterbringen, was einen auch sehr entlasten kann», sagte Fuhrer. Die bei Mehrfamilienhäusern immanente Parkplatzproblematik – ein Thema, das auch von einer Frau angesprochen wird – soll mit 35 Tiefgaragenparkplätzen gelöst werden.