In sechs Monaten 550 Tonnen Kunststoff gesammelt: Der «Kuh-Bag» des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid ist weiterhin beliebt

Im ersten Halbjahr 2020 wurden gegenüber dem Vorjahr rund 25 Prozent mehr Kunststoffe aus Haushalten gesammelt. Das Bedürfnis der Bevölkerung, Kunststoffe aus Haushalten separat zu sammeln, sei nach wie vor gross, so die Verantwortlichen.

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Das «Kuh-Bag»-Sammelfahrzeug im Einsatz.

Das «Kuh-Bag»-Sammelfahrzeug im Einsatz.

Bild: PD

(pd/tos) Seit 2015 ist das Kunststoffsammelsystem Kuh-Bag der drei Abfallverbände A-Region (Abfallregion St.Gallen-Rorschach-Appenzell), KVA Thurgau und des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) in Betrieb. Gemischte Kunststoffe aus Haushalts-/Siedlungsabfällen werden dem «Kuh-Bag»-Gebührensack separat gesammelt.

Im Jahr 2019 wurden im «Kuh-Bag»-Gebiet rund 860 Tonnen Kunststoffe aus Haushalten gesammelt – dies entspricht einem Mengenwachstum von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nun zeigen die Halbjahreszahlen, dass der Mengenzuwachs weiter anhält, schreibt der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) in einer Medienmitteilung. Der Mengenzuwachs liege bei über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, heisst es.

«Im ersten Halbjahr 2020 konnten rund 550 Tonnen Kunststoffe gesammelt werden. Hochgerechnet wird somit im Jahr 2020 eine Menge von über 1‘000 Tonnen gesammelte Kunststoffe erreicht werden können.»

Die Zahlenentwicklung zeige auch, dass das Bedürfnis der Bevölkerung nach wie vor gross sei, Kunststoffe aus Haushalten separat zu sammeln und diese sowohl dem stofflichen Recycling als auch der thermischen Verwertung zuzuführen.

Welche Kunststoffabfälle werden gesammelt?

Gesammelt werden alle Kunststoffverpackungen, die in einem Haushalt anfallen. Auch Blumentöpfe, Eimer und Kanister sind für das Recycling geeignet. Damit bei der stofflichen Verwertung keine Qualitätseinbussen resultieren, sollten jedoch die Verpackungen entleert sein und insbesondere keine Lebensmittelabfälle mehr enthalten. Nicht geeignet sind Spielzeuge, Rohre, Schläuche, da diese oft aus verschiedenen, teilweise auch nicht stofflich verwertbaren Kunststoffen zusammengesetzt sind. Ebenfalls ungeeignet sind alle PVC-Produkte. Auch Verbundverpackungen, also Verpackungen aus verschiedenen Materialien, gehören nicht in den Kunststoffsack. Dazu gehört auch die Fleischverpackung, bei der zusätzlich auch hygienische Gründe für eine Entsorgung über den Kehricht sprechen. (pd)

Materialrücknahme über ein Bringsystem

Bei den gemischten Kunststoffen aus Haushaltungen handelt es sich um klassischen Siedlungsabfall, welcher in den Monopolbereich der Gemeinden fallen – vergleichbar mit anderen Recyclingstoffen wie beispielsweise Altpapier oder Altglas. Während beispielsweise für Glas- oder PET-Flaschen bereits beim Verkauf eine sogenannte «vorgezogene Entsorgungsgebühr» erhoben wird, erfolgt die Finanzierung der gemischten Kunststoffsammlung wie beim Kehricht über eine Sackgebühr.

Mit den Gebühren werden insbesondere die Sammellogistik, die Sortierung, die Zuführung des verwendbaren Materials in die stoffliche Wiederverwertung sowie die thermische Behandlung der nicht verwertbaren Reststoffe und Verschmutzungsanteile finanziert. Das Sammelgebinde kostet mit zwei Franken für einen 60-Liter-Sack und 1.40 Franken für einen 35-Liter-Sack allerdings etwas weniger als ein Kehrichtsack gleicher Grösse. Anders als beim Kehrichtsack erfolgt die Materialrücknahme jedoch über ein Bringsystem. Wenn der Sammelsack gefüllt ist, kann man ihn an die Sammel- und Rückgabestellen in den beteiligten Gemeinden zurückbringen.

Zertifiziertes Sammelsystem

Nach dem einheitlichen Standard der Kunststoff-Charta Schweiz und der Methode der Empa nimmt der «Kuh-Bag» gegenwärtig an der Pilotzertifizierung teil, heisst es in der Medienmitteilung des ZAB. Damit sollen jederzeit die Vorgaben für Umwelt und Transparenz gemäss dem vom Verein Schweizer Plastic Recycler entwickelten Branchenstandard erfüllt werden. Mit dem neuen Label der Schweizer Branche der Plastic Recycler sollen Transparenz, Glaubwürdigkeit und die Erhöhung der Qualität als Hauptziele erreicht werden.

Erhältlich ist der «Kuh-Bag» an den meisten üblichen Verkaufsstellen für Kehrichtsäcke. Eine aktuelle Liste der Verkaufs- und Rücknahmestellen findet sich auf der Webseite www.kuh-bag.ch.

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