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Ein eigenes Schwimmbecken? In Niederhelfenschwil steht die Luxuslösung zur Debatte

Am 17. November stimmt die Gemeinde Niederhelfenschwil über den Erhalt ihres Lernschwimmbeckens ab.
Gianni Amstutz

Früher verfügten viele – teils auch kleine – Gemeinden über ein eigenes Schwimmbecken. In diesen lernten Schülerinnen und Schüler das Schwimmen. Heute ist das eher die Ausnahme, denn der Unterhalt ist relativ teuer, die Auslastung oft tief. Eine Gemeinde, die immer noch ein eigenes Schwimmbecken ihr eigen nennen kann, ist Nie- derhelfenschwil. Dieses ist jedoch stark sanierungsbedürftig. Die technischen Einrichtungen seien veraltet und entsprächen nicht mehr vollumfänglich den gesetzlichen und auch gesellschaftlichen Anforderungen, heisst es im Text zur Abstimmungsvorlage.

Das wirft nun die Frage auf, ob die Gemeinde diese Investition – die erste Kostenschätzung geht von rund 1,7 Millionen Franken aus – tätigen soll, oder ob es sinnvoller wäre, den Schwimmunterricht extern zu organisieren. Der Sportpark Bergholz, wo beispielsweise die Schüler aus der Nachbargemeinde Zuzwil das Schwimmen lernen, böte die nötigen Voraussetzungen dazu. Eine weitere Option wäre das Hallenbad in Oberuzwil.

Den Puls der Bevölkerung fühlen

Am Sonntag, 17. November, können die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Niederhelfenschwil in einer Grundsatzabstimmung Stellung beziehen. Dabei geht es vorläufig noch nicht um die Bewilligung des Kredits. Gemeindeschreiber Marvin Flückiger sagt:

«Wir wollen sehen, wie die Bevölkerung zur Sanierung des Lernschwimmbeckens steht, bevor wir allenfalls die Details zum Kreditantrag ausarbeiten.»

Zudem müsste bei einem Ja zum Schwimmbecken auch eine Nutzungsvereinbarung mit der Oberstufenschulgemeinde abgeschlossen werden. Dies ist nötig, weil dieser sowohl Nie- derhelfenschwil als auch Zuzwil angehören. Das Lernschwimmbecken an der Sproochbrugg wird jedoch nur von Schülern der Gemeinde Niederhelfenschwil genutzt.

Die Gemeinde Zuzwil hat keinen Bedarf, da sie den Schwimmunterricht extern im Bergholz in Wil durchführt. Folglich müssen die Kosten für die Sanierung zur Gänze von der Gemeinde Niederhelfenschwil getragen werden.

Vorteile stehen höheren Kosten gegenüber

Der Gemeinderat spricht sich für die Sanierung des Lernschwimmbeckens aus. Es gebe mehrere Vorteile, sagt Marvin Flückiger. So seien die Transportwege für die Schulklassen kürzer. Gleichzeitig ermöglichen die geringen Distanzen einen erweiterten Schwimmunterricht. So könnte auch künftig bereits im Kindergarten damit gestartet werden. Ohne eigenes Lernschwimmbecken in der Gemeinde wäre dies aus logistischen Gründen nicht möglich. Es stünden nur wenige freie Lektionen für den Schwimmunterricht zur Verfügung, ist in der Abstimmungsbotschaft zu lesen. Ausserdem müssten sie auf den Fahrplan des Postautos angepasst werden. Planungssicherheit könne dabei nicht garantiert werden, da die Fahrpläne wiederkehrend angepasst würden.

Bei den Nachteilen stehen die finanziellen Auswirkungen an erster Stelle. Die wiederkehrenden Kosten beliefen sich bei einer Abschreibungsdauer von 25 Jahren auf 87000 Franken jährlich. Demgegenüber stehen die 16500 Franken für den externen Schwimmunterricht. Marvin Flückiger gibt unumwunden zu: «Der Unterschied ist beträchtlich.» An der Abstimmung kann die Niederhelfenschwiler Bevölkerung nun Stellung beziehen, ob ihr das gemeindeeigene Schwimmbecken diese Mehrkosten wert ist.

Ein gutes Omen?

Offizielle Umfragen wie sie auf nationaler Ebene vor Abstimmungen durchgeführt werden, gibt es in den Gemeinden üblicherweise nicht. So auch in Niederhelfenschwil. Der Gemeinderat tappt also im Dunkeln bei der Frage, ob die Stimmbürger den Erhalt des Schwimmbeckens ebenfalls befürworten. An einer Informationsveranstaltung vor rund einem Jahr holte der Gemeinderat jedoch ein Stimmungsbild ab. Das Ergebnis dürfte den Gemeinderat gefreut haben. Eine grosse Mehrheit gab damals an, die Sanierung des Schwimmbads zu befürworten. Ein gutes Omen für die Abstimmung. (gia)

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