In die Welt der Spiele eintauchen

WIL. Der Stadtsaal war am Samstagnachmittag laut und voll. Voll von Personen, die sich an Tischen mit Karten- oder Brettspielen abmühten. Eltern, die mit gerunzelter Stirn die Spielanleitungen durchlasen und diese zu begreifen versuchten.

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WIL. Der Stadtsaal war am Samstagnachmittag laut und voll. Voll von Personen, die sich an Tischen mit Karten- oder Brettspielen abmühten. Eltern, die mit gerunzelter Stirn die Spielanleitungen durchlasen und diese zu begreifen versuchten. Zappelige Kinder, die ihnen gegenübersassen und ungeduldig warteten, bis ihre Eltern endlich zu erklären anfingen. Der Saal war laut von den vielen kreischenden Kindern, die begeistert einen Kügelibahnturm bauten und verdutzt schauten, als dieser umfiel. Schallende Lacher dröhnten und unterschiedliche Düfte waberten durch den Saal. Das 21. Wiler Spielfest mit rund 300 Brett-, Karten- und Grossspielen lockte am Wochenende Jung und Alt in den Stadtsaal.

Klassiker und Neuheiten

An verschiedenen Spielturnieren konnten sich Kinder und Erwachsene messen. Hunderte von Brettspielen sowie Kartenklassiker und -neuheiten standen den Besucherinnen und Besuchern zum Ausprobieren bereit. Wer keine Spielregeln lesen wollte, konnte sich von den Spielexperten der Ludothek Wil und des Spiele-Clubs Wil in die Welt der Spiele einführen lassen. Beim Schach versuchten unterdessen zwei Kinder ihre Eltern zu schlagen – und waren zu deren Erstaunen auf gutem Weg: «So, verabschiede Dich mal von Deinem Pferdchen», sagt der Bub zur Mutter und spielt seinen Zug. «Oh ja, jetzt hab ich's gerade auch gemerkt», lautet ihre überraschte Antwort. Dieses Jahr standen den Besuchern am Spielfest das erste Mal seit rund zehn Jahren keine Konsolenspiele zur Verfügung. Das ist für OK-Präsident Christof Lampart nicht weiter schlimm: «Bis jetzt läuft das Spielfest sehr friedlich und entspannt ab.» Hauptattraktion war der Kirchberger Lehrer Thomas Stadler, der mit seinen Rubik's Cubes Bilder und Gemälde anfertigte. So blickte anfangs Rihanna auf die Besucher hinunter, und mit der Zeit gesellte sich die Jury von «The Voice of Switzerland» hinzu. Die Blockbilder bestanden aus je 225 Würfeln. Stadler erklärte den verzweifelt dreinblickenden Kindern und Erwachsenen, wie man am einfachsten alle Farben in eine Reihe kriegt, und sagte ihnen den dazugehörenden Spruch als Eselsbrücke auf.

Bilder aus Rubik's Cubes

So fanden sich bald immer mehr Leute ein, die mithelfen wollten, die Rubik's-Cube-Bilder fertigzustellen. Stadler hat sich in seiner Freizeit ganz dem Speedcubing verschrieben. Speedcubing bedeutet, die Rubik's Cubes in möglichst kurzer Zeit zu lösen. Sein aktueller Rekord liegt bei 9,64 Sekunden. Erstmals fand dieses Jahr die Schweizer Tipp-Kick-Mannschaftsmeisterschaft am Wiler Spielfest statt. Sechs Mannschaften traten gegeneinander an. Interessierte konnten sich das Spiel abseits der Meisterschaft von den Tipp-Kick-Profis erklären lassen und durften sich selbst darin versuchen. «Wir wollen den Leuten zeigen, dass Spiele für jedes Alter geeignet sind», sagt Lampart. «Spiele sind nicht wie Bücher, man kann sie jedes Mal auf eine andere, spannende Weise erleben.» Vivien Steiger

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