«In der Halle ist es wärmer»

KUNSTTURNEN. Im TZ Fürstenland Frauen trainiert derzeit eine Kunstturnerin aus Chile. Pamela Palma Bifani aus Santiago de Chile ist eine Austauschschülerin und geniesst Gastrecht im TZFF. Sie trainiert dreimal in der Woche in der Sportarena.

Urs Nobel
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Die sprachlichen Barrieren geben häufig Anlass zum Schmunzeln. Im Bild von links: Trainerin Marianne Steinemann, Gastturnerin Pamela Bifani aus Chile und TZFF-Turnerin Anouk Steiner. (Bild: Urs Nobel)

Die sprachlichen Barrieren geben häufig Anlass zum Schmunzeln. Im Bild von links: Trainerin Marianne Steinemann, Gastturnerin Pamela Bifani aus Chile und TZFF-Turnerin Anouk Steiner. (Bild: Urs Nobel)

Als Schülerin der Schweizer Schule in Santiago hatte Pamela Palma Bifani die Möglichkeit, während drei oder sechs Monaten als Austauschschülerin ein anderes Land zu bereisen. Sie hat sich für die Schweiz entschieden, aber nur für drei Monate. «Als Kunstturnerin wollte ich nicht riskieren, zu lange nicht trainieren zu können.» Diese Bedenken haben keine Nahrung erhalten. Pamela Palma Bifani kann im TZ Fürstenland dreimal in der Woche mittrainieren und sogar profitieren. Trotz ihres Alters – sie ist 16 Jahre alt – trainiert das Talent nämlich erst seit sechs Jahren leistungsorientiert und hat so beispielsweise im Vergleich zu Anouk Steiner, mit welcher sie schon so etwas wie Freundschaft geschlossen hat, noch etwelchen Rückstand.

Weitervermittelt an TZFF

Pamela Palma Bifani geht in der Kantonsschule Burggraben in St. Gallen zur Schule und wohnt bei einer Gastfamilie in Waldkirch. Diese hat sich bei Getu Uzwil erkundigt, ob sich ihr Gast deren Training anschliessen könne. Die Verantwortlichen von Getu Uzwil haben jedoch nach dem Studium des zur Verfügung gestellten Videos der Turnerin sofort erkannt, dass es sich bei der Chilenin um eine talentierte Kunstturnerin handelt, und die Brücke zum TZFF geschlagen. Marianne Steinemann kontaktierte in der Folge die Schulleitung Burggraben, die es ermöglichen sollte, dass die Gastturnerin dreimal in der Woche tagsüber unter professionellen Bedingungen trainieren kann.

Dankbar für die Möglichkeit

Pamela Palma Bifani zeigt sich dankbar über diese Möglichkeit und ist überzeugt, dass sie im TZFF viel profitieren kann. Davon ist auch ihre Trainerin überzeugt: «Pamela verfügt über eine gute technische Grundausbildung, turnt aber im Vergleich zu unseren Schweizerinnen auf einem noch relativ bescheidenen nationalen Niveau. Sie passt aber gut in unsere Gruppe. Von ihrem Gasttraining können wir alle profitieren.»

Die chilenische Kunstturnerin spricht ganz gut Deutsch und kann sich mit ihren «Gschpänli» unterhalten. Probleme gab es bisher nur dann, wenn beim Training Fachausdrücke verwendet wurden. «Wir haben schon einige lustige Situationen erlebt, die den Trainingsalltag aber keineswegs behinderten, sondern vielmehr im positiven Bereich auflockerten», schmunzelt Marianne Steinemann. Wie beispielsweise, ausser mit Händen und Füssen, erklärt man jemandem, was eine Schnitzelgrube ist?

Lizenz ist nicht nötig

Pamela Palma Bifani bezahlt für die Zeit ihres Aufenthalts im TZFF den Clubbeitrag und ist ihren Kolleginnen gleichberechtigt. Es erübrigt sich aber, für Pamela eine Wettkampflizenz zu lösen, zumal in der Zeit während ihres Aufenthalts keine Wettkämpfe stattfinden.

Kälter, aber auch wärmer

Pamela Bifani befindet sich während einer Zeit in der Schweiz, in welcher es massiv kälter ist als in ihrer Heimat. Wärmer sei es aber in der Trainingshalle: «Alle meine Dresses in meinem Gepäck haben lange Ärmel. In unseren Hallen in Chile ist es immer kalt. Doch hier komme ich nicht nur wegen des Trainings ins Schwitzen.»