In den Sommer musiziert

Die Altstadt-Serenade wurde diesen Donnerstagabend von der Stadtmusik Wil in Spielgemeinschaft mit dem Musikverein Bronschhofen gestaltet. Wegen Vorbereitungen fürs «Rock am Weier» musste man auf die Weierbühne verzichten.

Carola Nadler
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Nachdem die erste der diesjährigen Altstadt-Serenaden ins Wasser fiel, verzeichnete die zweite prächtiges Frühsommerwetter. (Bild: can.)

Nachdem die erste der diesjährigen Altstadt-Serenaden ins Wasser fiel, verzeichnete die zweite prächtiges Frühsommerwetter. (Bild: can.)

Trotz Fussball-EM war es doch eine stattliche Menge, die sich auf dem Kirchplatz eingefunden hatte, um die diesjährig erste Altstadt-Serenade zu geniessen. Da seit dem Nachmittag bereits die Vorbereitungen für das «Rock am Weier»-Open-Air vom Wochenende liefen, musste auf die Seebühne verzichtet werden, doch auch die Altstadt hat als Austragungsort ihren Charme und lockt Passanten an, die sonst möglicherweise nichts vom Konzert mitbekommen hätten. «Das ist ja schöner als Fussball», meinte begeistert ein Passant, der, im Aussendienst tätig, im «Wilden Mann» untergebracht war, durch Zufall von der Serenade erfuhr und in der Pause noch mal zurück ins Hotel ging, um seine Kamera zu holen. Immer wieder auch schön der Rahmen dieser Serenaden: Die Mauersegler mit ihrem schrillen Kreischen, ein Mädchen, das in seinem violetten Kleidchen zur Musik um den Brunnen hüpfte.

Nur fünf Absagen

Vor 10 Jahren bereits wurde die Altstadt-Serenade ins Leben gerufen. Von 35 organisierten Konzerten konnten sage und schreibe 30 durchgeführt werden, nur fünf mussten wegen schlechter Witterung abgesagt werden. Dazu gehörte auch die eigentlich erste Serenade von vergangenem Donnerstag, an welcher die Stadttambouren hätten auftreten sollen. Aber die angekündigten und dann auch eingetretenen sintflutartigen Regenfälle machten jegliches Konzertieren und Musikgeniessen im Freien unmöglich.

Die Stadtmusik Wil und der Musikverein Bronschhofen hatten Anfangs Juni im Ebnetsaal ein gemeinsames Konzert unter dem Motto «Let's Dance» veranstaltet. Verschiedenste Tanzstile aus allen Ecken der Welt waren auf dem Programm gestanden, aus welchem an der Serenade eine Auswahl erklang, die überaus Laune machte, damit in den beginnenden Sommer zu tanzen. Nach dem noch etwas behäbigen Marsch «Einzug der Gladiatoren» reihten sich südamerikanische Rhythmen aneinander: ein Chachacha, von einem perkussiven Guiro neckisch untermalt, ein argentinischer Tango, ein Rumba und ein Paso Doble – die ganze Bandbreite der energiegeladenen Tänze aus Südamerika. Aber auch ein Broadway-Medley mit seinem satten Jazz-Sound stand auf dem Programm, und ein Marsch – inklusive beider wehender Vereinsfahnen.

Bis zur wirbelnden Ekstase

Dass auch Europa zündende, überaus spannende Tänze hat, bewies der griechische Tanz von Mikis Theodorakis, der mit dem Film «Zorbas, der Grieche» bekannt wurde: Verhalten, langsam beginnend, entwickelte sich das Tempo bis fast zu einer wirbelnden Ekstase.

Die nächste Altstadt-Serenade von kommendem Donnerstag wird wieder am Stadtweiher stattfinden. Um 20 Uhr werden dort die Bläserkids Wil auftreten.