In 18 Wochen zur neuen Kirche

Ein umstrittenes Projekt steht unmittelbar vor dem Abschluss: Die Sanierungsarbeiten der evangelischen Kirche Münchwilen werden in den nächsten Tagen beendet. Der Einweihungsgottesdienst findet noch vor Weihnachten statt.

Simon Dudle
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MÜNCHWILEN. Während Jahren war über die Art und Weise der Sanierung der im Jahr 1936 erbauten evangelischen Kirche von Münchwilen diskutiert, phasenweise gar gestritten worden. Nachdem ein erstes Projekt von den Stimmbürgern verworfen worden war, genehmigten diese im Februar dieses Jahres ein 1,9 Millionen Franken teures Sanierungsvorhaben. Seit der Einwilligung des Souveräns geht es im Eilzugstempo vorwärts, der Baustart erfolgte am 5. August.

Rund 18 Wochen später wird bereits geputzt, Beschriftungstafeln werden angebracht. Die Arbeiten stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Der straffe Zeitplan konnte eingehalten werden. Dies wurde begünstigt durch gutes Bauwetter und verhältnismässig wenige Beerdigungen, bei welchen die Arbeiten jeweils unterbrochen werden mussten.

Pfarrhaus mit neuem Verputz

Projektleiter Erich Stör konnte gestern verkünden: «Wir haben unsere Ziele erreicht, in terminlicher und finanzieller Hinsicht.» Derzeit deutet alles darauf hin, dass der Baukredit eingehalten werden kann oder höchsten kleine Abweichungen entstehen. Dies ist insofern speziell, weil zwar viel, aber nicht alles planmässig verlaufen ist. Das Pfarrhaus brauchte einen neuen Verputz, da der alte in einem schlechteren Zustand war als ursprünglich gedacht und abbröckelte. Auch die Westseite das Kirchturms, die Wind und Regen am stärksten ausgesetzt ist, musste neu verputzt werden.

Steuerung mit dem iPad

Die markanteste Veränderung ist das neue Abdankungsgebäude, welches zwischen dem Friedhof und der Kirche errichtet worden ist. Es kostet – laut genehmigtem Kredit – 335 000 Franken. Entstanden ist ein Gebäude, das sich dem unmittelbar daneben gelegenen Kirchenzentrum ähnelt. In der Kirche fällt auf, dass die vordersten beiden Bankreihen entfernt worden sind, um mehr Platz zu erhalten. Die Bänke selber wurden nur leicht erneuert, dafür sind Kissen bestellt worden, um künftig weicher zu sitzen. Diese werden in geerdeten Farben wie grün oder anthrazit gehalten sein.

Die Kanzel ist etwas weniger hoch als noch vor dem Umbau, dafür wurde ein grösserer Abendmahltisch aus Eichenholz beschafft. Zudem sind die Lautsprecher an der Seitenwand entfernt und durch ein neues Beschallungssystem ersetzt worden. Die Kirche ist nun mit modernen technischen Einrichtungen bestückt. Geräte wie ein Beamer samt Leinwand oder die Heizung können mittels iPad gesteuert werden.

Auch der Glockenstuhl wurden renoviert. Deshalb war es in einer Phase ab August ungewohnt still rund um die Kirche. Nun sind die Glocken zurück, samt neuen Klöppeln und ebensolchem Klang. Schon seit einigen Wochen schlagen die Glocken jede Viertelstunde, läuten dürfen sie aber erst nach der Abnahme am 10. Dezember wieder.

Die Kirche besichtigen

Weihnachten kann bereits in der neuen Kirche gefeiert werden. Der Einweihungsgottesdienst findet am Sonntag, 22. Dezember, ab 10 Uhr statt. Er wird von Bläsern untermalt. Gemeindeammann Guido Grütter sowie Alex Frei, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde, werden Grussworte halten.

Bereits am Tag davor, also am Samstag, 21. Dezember, kann die neue Kirche besichtigt erden. Für Führungen und Erklärungen werden Architekt Ueli Bohnenblust und Mitglieder der Baukommission anwesend sein.