Impulse zum Schutz des Ferraris und guter Ideen

Am Impuls-Apéro des Jungunternehmer Zentrums informierte Christof Brunner über die Neuerungen in der Gesetzeslandschaft. Matthias Käch gab Impulse, wie Erfinder gute Ideen rechtlich absichern können.

Ramona Riederer
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Immaterielles Gut ist gar nicht so schutzlos: Matthias Käch referierte über geistiges Eigentum. (Bild: Ramona Riedener)

Immaterielles Gut ist gar nicht so schutzlos: Matthias Käch referierte über geistiges Eigentum. (Bild: Ramona Riedener)

Die Schweiz ist eine Grossbaustelle. Auf den Strassen wird gebaut, und geflickt, überall sind Kranen Zeugen von reger Bautätigkeit, und wer nicht Vielflieger ist, muss sich jedes Mal im Flughafen Zürich neu orientieren. Eine ebenso grosse Baustelle ist die Schweizer Gesetzeslandschaft. Pünktlich zu Jahresbeginn führt der Gesetzgeber viele kleine und grössere Änderungen ein. Aus diesem Grund hat sich der erste Impuls-Apéro im Januar, organisiert vom Jungunternehmer Zentrum, zum beliebten Info-Abhol-Anlass entwickelt.

Zum 15. Mal informierte Christof Brunner, Fachbereichsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung von OBT, über die neu eingeführten Gesetzgebungen, von denen die KMUs betroffen sind. Wie der Betriebsökonom und Treuhandexperte sagt, wurden wiederum keine Grossbaustellen abgeschlossen, sondern die grossen Themen einmal mehr hinausgeschoben. Doch viele kleine Änderungen und Anpassungen sind am 1. Januar in Kraft getreten.

Eindeutiger Trend zur Digitalisierung

So überwiegt die offene Grossbaustelle mit der Steuervorlage und der AHV-Finanzierung, die am 19. Mai 2019 zur Abstimmung kommt, vor der Neuerung bei der MWST, die damit inländische und ausländische Versandunternehmer gleich stellt.

Rentenerhöhung von 10 beziehungsweise 20 Franken sowie die verschiedene Anpassung bei der zweiten und dritten Säule lösen die wirklichen Probleme in den Sozialversicherungen nicht. Wie praxistauglich die Revision im SchKG ist, die gegen schikanöse Betreibungen schützen soll, wird sich laut Brunner erst noch zeigen.

Eindeutig zeigt sich der Trend zur Digitalisierung: Bereits heute bekommen diejenigen, die elektronisch ihre Deklarationen wie Steuern, MWST oder AHV einreichen, einen Bonus vergütet. Gemäss Brunner soll sich diese Entwicklung in eins, zwei Jahren bei den Unternehmungen durchgesetzt haben.

Geistiges Eigentum ist schützenswert

Wir schützen unser Eigentum, unser materiellen Güter, indem wir sie etwa in den Banktresor schliessen. Falls sie abhandenkommen, sind wir bestenfalls versichert oder haben die Möglichkeit, Ersatz zu erwerben. Nicht so bei geistigem Eigentum. Eine gute Idee ist allenfalls unser ganzes Kapital. Die einzige sichere Möglichkeit, dass unser geistiges Eigentum nicht wegkommt, ist die, sie niemanden zu erzählen. Das bringt etwa gleich viel, wie wenn der Ferrari aus Angst vor Dieben in der Garage bleibt.

Dass immaterielles Gut gar nicht so schutzlos ausgeliefert ist, darüber berichtete der Senior IP-Trainer Matthias Käch vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum in Bern. Dort unterscheidet man zwischen Patent, Marke, Design und Urheberrecht.

Vier verschiedene und möglicherweise schützenswerte Produkte, die bei unzähligen Erzeugnissen zum Tragen kommen. Am Beispiel einer Kaffeemaschine: Das Patent für die Gebrauchsanleitung, die Marke für den Namen, das Design für die Gestaltung und das Urheberrecht für die inhaltliche Form. Sein geistiges Eigentum zu schützen, liegt in der Eigenverantwortung des Erfinders.

Marktforschung lohnt sich immer, bevor man sich weiter mit dem Thema beschäftigt. Meist macht es nach Käch auch Sinn, von den Informationsdienstleitungen der Institut Geistiges Eigentum Gebrauch zu machen. Dort helfen auch Experten bei Marken- und Patentrecherchen im nationalen und internationalen Markt. Auch stehen Schulungen, Weiterbildungskurse sowie ein breitflächiges Beratungsnetzwerk zur Verfügung.