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Immer weniger Eintritte: Wie die Kinos der Region versuchen, Leute anzulocken

Dem schweizweiten Abwärtstrend der Kinoeintritte begegnen das Cinewil und das Kino City in Uzwil mit besonderen Events.
Tobias Söldi
Der Trend geht zu grossen Kinokomplexen. Mit zwei Sälen und 250 Plätzen gehört das Kino City in Uzwil zu den kleinen. (Bild: Angelina Donati)

Der Trend geht zu grossen Kinokomplexen. Mit zwei Sälen und 250 Plätzen gehört das Kino City in Uzwil zu den kleinen. (Bild: Angelina Donati)

Die Zukunft der hiesigen Kinos sieht längst nicht so rosig aus wie manch ein samtener, roter Sessel, der von den Blütezeiten des Kinos zeugt. Das zeigt die neue Film- und Kinostatistik des Bundesamtes für Statistik, die in der vergangenen Woche veröffentlicht worden ist.

Einmal mehr hat die Zahl der Eintritte abgenommen. Die Anzahl verkaufter Tickets ist dieses Jahr auf den Tiefstwert von 11,7 Millionen gesunken. War in den Nuller-Jahren vor allem das Aufkommen der DVD für den Rückgang verantwortlich, ersparen einem heute Streamingplattformen wie Netflix den Weg ins Kino.

Die Kinos in der Region spüren den Druck

Das spürt auch das Kino City in Uzwil. Betreiber Pascal Nussbaum sagt: «Wir stehen ständig auf der Kippe.» Besonders schwierig sei das vergangene Jahr gewesen, als man bis zu 30 Prozent weniger Eintritte verzeichnet habe – auch, weil es im Frühling praktisch jedes Wochenende schön gewesen sei. «In diesem Jahr sind die Eintritte glücklicherweise nicht ganz so stark zurückgegangen.»

Im Cinewil ist der Ton optimistischer. «Wir sind zufrieden», sagt Geschäftsführerin Felicitas Zehnder.

«Die Zuschauerzahlen steigen, auch wenn wir uns nicht mehr auf dem Stand wie vor 15 Jahren befinden.»

Zurzeit bewege man sich bei etwa 125000 Eintritten pro Jahr, 2002 verzeichnete das Cinewil mit seinen vier Sälen 180000 Besuchende.

Auch die Preise sind ein Argument

Diesem Abwärtstrend versucht das Wiler Stadtkino mit besonderen Anlässen entgegenzuwirken, etwa mit Übertragungen von Opern, Filmen im Originalton, dem alljährliche Sunset-Filmfestival, Ladies-Nights oder Überraschungsabenden. Im September eröffnet das Cinewil zudem eine neue Café-Bar. «Wir wollen den Gästen ein Erlebnis bieten», sagt Felicitas Zehnder.

«Einen Film alleine schauen gehen, das kann man überall. Aber mit Freunden davor noch etwas trinken nicht. Das wollen wir betonen.»

Das Kino City in Uzwil geht mit der Veranstaltungsreihe «Kultur im Kino», welche vor allem in der Winterzeit regionalen Künstlern eine Plattform bietet, ähnliche Wege. «Auf diese Weise versuchen wir, neue Kunden zu akquirieren, aber auch Leute ins Kino zu bringen, die schon lange nicht mehr hier waren», sagt Betreiber Nussbaum.

Auch mit Aktionen will man das Publikum locken, stellt Nussbaum doch immer wieder fest, dass die Gäste sehr preissensibel sind: Am Montag und Dienstag kostet der Eintritt bloss zehn Franken. «Das sind mitunter unsere stärksten Tage.» Auch versuche man, die Preise an der Bar bezahlbar zu halten. Nussbaum betont aber:

«Wir leben zu einem grossen Teil von der Konsumation. Der Anteil des Eintritts, der für das Kino übrig bleibt, geht für die Infrastruktur und die Technik drauf.»

Am Ende braucht es gute Filme

Ob ein Kino Eintritte verzeichnet oder nicht, hängt aber letztlich von der Qualität des Films ab. Sowohl Zehnder als auch Nussbaum stellen fest: Wenn ein Film gut ist, dann stimmen auch die Zahlen. Zehnder hebt etwa die Harry-Potter-Serie hervor sowie den letztjährigen Kinohit «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse». «Grundsätzlich laufen Komödien, romantische Filme oder Actionstreifen gut», sagt Zehnder. Etwas schwieriger tue sich das Publikum mit Horror- und Arthouse-Filmen. Letztere machen etwa 15 Prozent des Cinewil-Programms aus.

«Am Ende des Tages braucht es einfach Filme, die einen packen», ist auch Nussbaum überzeugt. Diese laufen auch bei brütend heissem Wetter gut. Sogar immer mehr: Das Kino werde zunehmend als Option wahrgenommen, um der Hitze zu entfliehen. «Was in anderen Ländern Europas schon lange der Fall ist, kommt auch hier langsam auf.»

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