Immer die beste Leistung abrufen

Dass die Eiskunstläuferinnen aus Wil und der Region auch wieder im Bergholz trainieren können, wird von ihnen sehr geschätzt. Vor allem von den Wilerinnen Ilaria Fosca und Eliana Lipari, die für dreimal in der Woche nicht reisen müssen.

Urs Nobel
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Trainer Daniel Fürer zusammen mit seinen beiden Schützlingen Ilaria Fosca (links) und Zora Largo. (Bild: Urs Nobel)

Trainer Daniel Fürer zusammen mit seinen beiden Schützlingen Ilaria Fosca (links) und Zora Largo. (Bild: Urs Nobel)

EISKUNSTLAUF. Ort des Geschehens: Eishalle Bergholz. Zeit: Es ist Mittwochmittag, wenn die meisten eine warme Mahlzeit einnehmen und sich bei passender Gelegenheit sogar noch ein Mittagsschläfchen erlauben. Nicht so die zwei Eiskunstläuferinnen Ilaria Fosca aus Wil und Zora Largo aus dem Glarnerland. Letztere ist Mitglied der Trainingsgemeinschaft Wil/Uzwil/St. Gallen. Die beiden kurven nach Anweisungen ihres Trainers Daniel Fürer auf dem Feld herum, üben Sprünge und Pirouetten, immer wieder und ohne einmal auszuruhen. Ilaria Fosca hatte es für einmal einfach mit dem Weg in die Eishalle. Sie besucht die Kantonsschule in Wil. Zora Largo hingegen reiste mit dem Zug aus dem Glarnerland an, nahm am Training teil, um sogleich wieder zurückzufahren. Am Abend standen Prüfungen auf dem Programm.

Beste Ostschweizerin

Für einmal fehlte eine Eiskunstläuferin, die sonst auch einen Teil der Eisfläche «beansprucht». Die Wilerin Eliana Lipari weilt zurzeit in England und hat sich für diese Woche vom Trainingsalltag ausgeklinkt. Die beiden Wilerinnen standen am vergangenen Wochenende an der Schweizer Meisterschaft Nachwuchs im Einsatz. Ilaria Fosca wurde in der Kategorie U15 elfte und damit beste Ostschweizerin. Eliana Lipari kam bei der U14 zwar nicht so weit nach vorne und beendete den Wettkampf auf dem Rang 27. «Eliane hat aber keineswegs enttäuscht», meinte Trainer Daniel Fürer, der seinem Schützling attestierte, alle schwierigen Elemente, die sie im Training kann, gezeigt und die Sprünge gestanden zu haben.

Zora Largo, die am Mittwoch ebenfalls in Wil trainierte, wurde an der Junioren-Schweizer-Meisterschaft in Monthey Dritte und bestätigte mit ihrem Rang und der Leistung die Aussage des bekannten russischen Trainers Victor Nowogonk, welcher der Glarnerin das momentan grösste Schweizer Potenzial im Juniorenbereich attestiert.

Kaum blaue Flecken

Das Training ist vorbei, viel zu schnell für die beiden Mädchen im Bergholz. Daniel Fürer hingegen ist froh: «In keiner Eishalle in der ich Trainings leite, habe ich nach 40 Minuten so kalt wie hier im Bergholz.» Ilaria Fosca hingegen scheint überrascht, dass die Zeit bereits wieder vorüber ist. Sie könnte «ewig» trainieren. Dass sie immer wieder und wieder dieselben Sprünge trainieren muss, stört sie in keinster Weise. Auch nicht, dass es dabei viele Stürze absetzt. Auf die Frage nach den blauen Flecken, lacht sie und erklärt: «Auch richtig zu stürzen kann man lernen. Ich kann mich jedenfalls gut auffangen und bekomme sehr selten blaue Flecken.» Sie ist dankbar um die Möglichkeit, im Bergholz trainieren zu können. So verliert sie am wenigsten Zeit und findet auch noch die Gelegenheit, etwas zu essen. Rund 15 Stunden in der Woche verbringt Ilaria Fosca auf dem Eis, Danebst nimmt sie noch Tanzunterricht. Zu ihrem Trainingsprogramm gehören auch Joggen und Kraftübungen. So kommt anderes oft zu kurz. Zeit für ihre Freunde hat sie wenig. Dass sie an der Schweizer Meisterschaft beste Ostschweizerin geworden ist, imponiert ihr nicht besonders. «Ich möchte einfach immer meine beste Leistung abrufen.»

Ilaria Fosca war an der Schweizer Meisterschaft beste U15-Ostschweizerin. (Bild: pd)

Ilaria Fosca war an der Schweizer Meisterschaft beste U15-Ostschweizerin. (Bild: pd)