IMKEREI: Herr der 15 Völker im Rehwald

Peter Moosberger aus Flawil widmet sich seit 30 Jahren den Bienen. Zuerst vor dem eigenen Haus im Weiler Burgau und nun im Rehwald in Flawil. Er pflegt und hegt eines der wichtigsten Nutztiere.

Zita Meienhofer
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Projektidee. So könnte sich die Bibliothek nach dem Umbau präsentieren. (Bild: Visualisierung: rkf)

Projektidee. So könnte sich die Bibliothek nach dem Umbau präsentieren. (Bild: Visualisierung: rkf)

Zita Meienhofer

zita.meiennhofer@wilerzeitung.ch

Peter Moosberger wuchs Haus an Haus mit Bienen auf. Er wohnte im Rathaus des Flawiler Weilers Burgau, die Bienen in ihrer Unterkunft im angebauten Schopf. Vor etwa 30 Jahren übernahm er das Hobby seines Vaters, machte einen Grundkurs und trat dem Bienenzüchterverein Untertoggenburg bei. Wer Bienenvölker hält, sei Mitglied eines Vereins, erklärt Peter Moosberger. Denn wer ein Bienenhaus besitzt, muss dies einer kantonalen Behörde melden. Diese kontrolliert die Völker, die Gerätschaften und den Schleuderraum. Eine Mitgliedschaft erleichtert den damit verbundenen administrativen Aufwand, ermöglicht Kursbesuche und den Austausch zwischen den Imkern.

Als vor fünf Jahren Peter Moosbergers Sohn ins Rathaus zog, zügelte der Imker mit den Bienen an einen anderen Ort: Der Imker liess sich nur einige Meter vom bisherigen Standort entfernt nieder, die Bienen einige Kilometer entfernt im Rehwald. Bienenvölker an einen anderen Standort zu versetzen sei nicht problematisch, sagt Moosberger, wichtig sei, dass der neue Ort mindestens drei Kilometer vom bisherigen entfernt sei, da die Tiere sonst wieder zurück in ihr ehemaliges Daheim flögen. Für die Bienenvölker und letztlich den Honig war die Burgau ein guter Ort, der Rehwald ist es auch. In der Nähe des Bienenhauses befinden sich eine Obstplantage mit verschiedenen Steinobstbäumen, ein Waldrand sowie eine sumpfige Wiese, alles gut für die Tracht – so nennen die Fachleute den Honig. Wenn Peter Moosberger über seine Imkerei, über seine 15 Bienenvölker und über die Natur spricht, wird bewusst, wie intensiv er sich mit seinem Hobby befasst, wie wichtig ihm die Hege und Pflege dieser Tiere ist, wie genau er das Verhalten der Bienen beobachtet hat und immer wieder beobachtet. «Es ist durchwegs spannend und interessant», sagt der pensionierte Polymechaniker über sein Hobby und ergänzt, «und ich kann es bis ins hohe Alter betreiben.» Wenn er sich in sein Bienenhaus begibt, weiss er um die «Laune» der Bienen, ob sie nervös, stechfreudig oder ruhig sind. Je nach Lage zieht er die Handschuhe und den Schleier an, obwohl ihn Stiche heute nicht mehr plagen. Trotzdem: «Ich möchte nicht, dass mich eine Biene sticht, weil sie dann stirbt», sagt er.

Dass die Anzahl eines der wichtigsten Nutztiere sinkt, bedauert er. Diese Entwicklung hat nicht nur die Varroamilbe, der bedeutendste Bienenschädling, zu verschulden. Es sind auch die Menschen, die negativ auf die Natur einwirken. «Beim Mähen der Wiesen mit Kreiselheuer und Knicker, vor allem, wenn die Wiesen schon trocken sind, ist es möglich, dass pro Hektare ein Bienenvolk stirbt», so Peter Moosberger.