Im Trab dem Ziel entgegen

Am Sonntag fanden die Distanz- und Traditionsfahrt sowie der Fahrcup des Fahrvereins Wil statt. Die rund 20 Kutschen fuhren via Altstadt nach Bronschhofen und zurück.

Manuel Kunz
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Es ist exakt 11.17 Uhr, als Martin Wagner, der Starter der sonntäglichen Distanzfahrt, die Kutsche von Toni Weibel und Regula Küenzi auf die Route schickt. Die beiden Pferde, welche erst vier Jahre alt sind, werden von Toni Weibel stark gefordert. Nebst den teils sehr engen Feldwegen und Kurven gilt es, an diversen Posten Aufgaben zu lösen. Sei es ein Hindernisparcours mit Kegeln oder das genaue Anhalten auf einem auf der Strasse markierten Punkt. In Bronschhofen ist höchste Konzentration gefordert, denn dort müssen die beiden Jungtiere mitsamt Kutsche rückwärtsgehen. «Für Pferde ist dies enorm schwierig, doch die beiden haben das phantastisch gemacht», meint Küenzi anerkennend.

Nicht hupen

Doch auch für das leibliche Wohl der Menschen ist gesorgt. Bei einem Posten wird ein Apéro angeboten, beim anderen sollen die Fahrer, vom Kutschbock aus, sich ihr Weinglas gleich selber in voller Fahrt schnappen.

Spontan bleiben Passanten unterwegs stehen, um den Kutschen zuzuschauen. Doch das Nachstarren könne auch zum Problem werden, besonders bei Autofahrern. Wenn ein paar Regeln eingehalten werden, können Pferde und Autofahrer auf der Strasse gut miteinander zurechtkommen. Vor und hinter der Kutsche Abstand halten, beim Überholen einen weiten Bogen um die Kutsche machen und nicht zu nahe bei den Tieren einschwenken. Zudem sei es wichtig, dass zügig weitergefahren würde. «Die Tiere wahrnehmen, Abstand halten und natürlich nicht hupen», so fasst Küenzi die wichtigsten Regeln zusammen.

Rasant dem Ziel entgegen

Doch allmählich ist es spät geworden. «Wie viel Zeit haben wir noch?», fragt Weibel seine Partnerin nervös. Bald wird klar, dass nur noch ein paar Minuten verbleiben. Jetzt gilt es, Gas zu geben, denn wenn die Kutsche zu früh oder zu spät eintrifft, wird dies Konsequenzen auf das Punktekonto haben. Die Pferde geben alles. Rasant fährt die Kutsche einen Waldweg hinunter, Äste schlagen ins Gesicht, es holpert mächtig. Schon bald traben die Pferde über einen Schotterweg, der Kies spritzt in den Wagen. Alle halten sich fest, denn jetzt zählt jede Sekunde. Gerade in solch intensiven Momenten, doch auch ganz allgemein sei es wichtig, dass der Kutscher die Charaktere der Pferde kennt, ist Toni Weibel überzeugt. Doch noch pünktlich trifft das Gespann am Ziel ein.