Im Sandwich der grossen Kinos

UZWIL. Pascal Nussbaum ist der neue Betreiber des Kinos City in Uzwil. Er möchte das Landkino selbsttragend weiterführen, doch decken die Einnahmen nicht die Kosten. Nussbaum gibt sich drei bis fünf Jahre, um dieses Ziel zu erreichen.

Urs Bänziger
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Pascal Nussbaum im grossen Saal des Kinos City. Er ist angetan vom speziellen Charme mit den roten Stühlen und den Plüschwänden. (Bild: Urs Bänziger)

Pascal Nussbaum im grossen Saal des Kinos City. Er ist angetan vom speziellen Charme mit den roten Stühlen und den Plüschwänden. (Bild: Urs Bänziger)

Still und leise hat Pascal Nussbaum das Kino City in Uzwil übernommen. «Wir wollten den Wechsel nicht an die grosse Glocke hängen», sagt der neue Kinobetreiber. Nussbaum und sein Vorgänger Anton Ambord kennen sich gut. Sie führten gemeinsam 1A Digitalfilm GmbH. Nussbaum hat mit seinem ehemaligen Geschäftspartner einen Pachtvertrag abgeschlossen. Besitzer der Kino-Liegenschaft im Zentrum von Uzwil ist weiter Anton Ambord. «Er wollte kürzertreten und hat deshalb den Kinobetrieb an mich übergeben», sagt der Pächter.

Kinobetreiber in Wetzikon

Pascal Nussbaum kennt das Metier. Er führt seit über zehn Jahren ein Kino in Wetzikon. Zuvor betrieb er Videotheken. Er hofft, dass das Kino City in Uzwil zu einem zweiten Standbein wird. Doch von diesem Ziel ist Nussbaum noch weit entfernt. «Ein Landkino zu betreiben ist heute ein permanenter Überlebenskampf. In Wetzikon läuft mein Kino gut. Deshalb habe ich mich entschlossen, das City zu übernehmen», sagt Nussbaum. Drei bis fünf Jahre will er sich für das Uzwiler Kino Zeit geben. «Bis dann sollte das City so viel Gewinn abwerfen, dass ich damit die anfallenden Kosten decken und auch etwas in die Einrichtung investieren kann.»

Der neue Betreiber ist zuversichtlich. «Die Zuschauerzahlen gehen aufwärts», sagt er. Als Pächter müsse er anders kalkulieren als sein Vorgänger. «Anton Ambord ist Besitzer der Liegenschaft und stand nicht so unter Druck.» Der grösste Kostenaufwand sei die Miete. «Die Kinosäle haben durch ihre Höhe viele Kubaturen. Dagegen sind dank der Technik die Personalkosten nicht mehr so hoch wie früher», erklärt Nussbaum.

Nicht kostendeckend

Als er das City übernommen habe, seien 4 Franken pro verkauftem Eintritt in Wetzikon nach Uzwil geflossen, um die Kosten decken zu können, sagt der Pächter. Inzwischen seien es noch 2.50 Franken. «Das zeigt mir, dass wir auf einem guten Weg sind, um das City selbsttragend führen zu können.»

An zwei bis drei Tagen in der Woche ist er im Uzwiler Kino persönlich anwesend, bedient die Kasse, nimmt Reservationen entgegen und lässt die Filme abspielen. «Heute kann eine Person alle Arbeiten erledigen», sagt Nussbaum. Für die restlichen Tage beschäftigt er eine Mitarbeiterin. Seit er das Kino City übernommen hat, sind der grosse Saal und das Studio täglich geöffnet. «Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit sind in unserer Branche wichtig. Die Besucher müssen wissen, dass das Kino auch an heissen Sommertagen und über die Feiertage geöffnet ist», betont der Pächter.

Im Sandwich der beiden Kinozentren in Wil und Abtwil will Pascal Nussbaum auch spezielle Filme anbieten. So zeigt er regelmässig italienische und indische Filme im Kino City. «Als Betreiber eines Landkinos musst du dir etwas einfallen lassen. Die Leute kommen sogar von Zürich nach Uzwil, um sich die indischen Filme anzusehen. Aber auch die Heimatfilme für das ältere Publikum kommen gut an.»

Angewiesen auf Heimpublikum

Ohne die Besucher aus der Region werde das Kino City aber nicht überleben können, sagt Nussbaum ohne Umschweife. «Viele meiner Gäste wissen es zu schätzen, dass es in Uzwil noch ein Kino gibt. Ich hoffe, es werden bald mehr sein.»

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