Im Regen die Ruhe behalten

Herisau und Wils U-20 bleiben in der 2.-Liga-Gruppe 2 die Mannschaften mit den wenigsten Toren. Kutlaca entscheidet das direkte Duell im Appenzellerland zehn Minuten nach der Pause verdient für die Gäste.

Lukas Pfiffner
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FUSSBALL. «So sehen Sieger aus», meinte Wils Nachwuchstrainer Tamas Tiefenbach zu seinen Spielern, als diese äusserst schmutzig bei der Gästebank eintrafen: Die Bäuchlings-Rutschpartie vor Wils Supportergruppe hatte Spuren hinterlassen. «Wir waren laufstark und engagiert. Abgesehen von der Schlussphase hatten wir spielerische Vorteile», sagte Tiefenbach. Am anderen Ende der Stimmungsskala bewegten sich die Kommentare auf Herisauer Seite. Trainer Fabio «Fabinho» de Souza war bitter enttäuscht vom Auftritt seines Teams. Vier von fünf Spielen und alle Heimpartien haben die Ausserrhoder nun verloren; sie liegen auf dem zweitletzten Platz. «In der vergangenen Saison erzwangen wir oft noch einen Erfolg. Jetzt fehlte es an der Qualität und am Willen», blickte der Brasilianer mit erfolgreicher Wiler Vergangenheit zurück. Seine Zusammenfassung des regnerisch-kühlen Samstagabends war nahe an der Realität: «Wir hatten gar keine Torchance und Wil eine.»

Massiertes Mittelfeld

Zehn Minuten nach der Pause entschied Milan Kutlaca das Spiel, als er auf eine Hereingabe von links schneller an den Ball kam als die Abwehrspieler und zum 0:1 traf. Wie die Gäste mit Kutlaca stellten die Ausserrhoder nominell eine einzige Spitze. Beiden Teams gelang es oft, sich aus dem massierten Mittelfeld zu lösen und über links oder rechts den freien Raum zu nützen. Die Fehlerquote war aber in Strafraumnähe zu gross, als dass sich die Torhüter gehäuft in Gefahr sahen. Einem Tor am nächsten kamen die Appenzeller in der dritten von vier Nachspielminuten: Weibel lenkte einen Schuss knapp über das eigene Tor ab, der Ball flog auf das Tornetz. Die Nachwuchs-mannschaft von Tamas Tiefenbach fiel in der ersten Halbzeit mit zwei Flachschüssen von Kyburz und Simeone auf, die das Tor verfehlten.

Ruhe behalten

Nach der Pause wirkten die Gäste nicht mehr so leichtfüssig wie zuvor und zeigten weniger erfolgreiche Ballstafetten. Sie verdienten den Erfolg aber dadurch, dass sie sich in der Defensive kaum aus der Ruhe bringen liessen. In der Schlussphase erhöhten die Herisauer ihre läuferischen Akzente und störten bereits jenseits der Mittellinie. Die Absichten erwiesen sich allerdings als zu wenig koordiniert. Ganze vier Tore haben die Appenzeller als offensiv schwächstes Team der Gruppe 2 in fünf Partien erzielt. Nur zwei mehr die Wiler – aber dies war nach dem Spiel kein Thema.

Herisau – Wil U-20 0:1 (0:0) Ebnet. – 85 Zuschauer. – Sr. Hochreutener. Tor: 55. Kutlaca 0:1. Herisau: S. Gysi; Grillo, Scheidegger, Keller, Schuler; Steuri (70. Gavrilovic), Petersen (83. Ceka), Steiger (75. Knechtle), Wieland, Höhener; S. Looser. Wil: Eichenberger; Mandelli, Weibel, Posselt, Simeone; Zecirovci (65. Ricciardi), Stillhart, Estermann, Kolaj, Kyburz (90. Leuzinger); Kutlaca (81. Zoronjic) Bemerkungen: Verwarnungen: 56. Kolaj, 60. Estermann, 76. Mandelli, 92. Schuler (alle wegen Foul).