Im Pullover ins Parlament: Der Grüne Michael Sarbach hat den Einzug in den Kantonsrat geschafft.

Die Grünen des Wahlkreises Wil haben einen zweiten Sitz im Parlament hinzugewonnen. Damit erreichen die Grünen Fraktionsstärke.

Tobias Söldi
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Haben gut lachen: Kantonsrat Guido Wick und der neugewählte Michael Sarbach.

Haben gut lachen: Kantonsrat Guido Wick und der neugewählte Michael Sarbach.

Bild: Tobias Söldi

Dass es dieses Mal reicht, damit hat Michael Sarbach nicht gerechnet. Mit einem Lachen sagt er an der Wahlfeier der Grünen in Wil:

«Ich bin wirklich überrascht über die Wahl. Ich habe nicht einmal ein Hemd und ein Jackett angezogen.»

Der Wiler Stadtparlamentarier kandidiert bereits zum vierten Mal für den Kantonsrat, bei den Wahlen davor schaffte er es jeweils auf den ersten Ersatzplatz.

Stattdessen trägt Sarbach einen Gare-de-Lion-Kapuzenpullover – der gleich auf eines der Themen verweist, die neben der Umweltthematik seine politische Agenda prägen: die Kultur, besonders die, wie er sagt, alternative.

«Ich werde mich im Parlament dafür starkmachen, dass diese Sparte angemessen unterstützt wird.»

Doch zuerst gelte es, das Ergebnis zu verarbeiten und sich für die neue Aufgabe zu organisieren.

Die Themen liegen auf der Seite der Gründen

Mit Sarbach sind die Grünen des Wahlkreises Wil fortan mit zwei Sitzen im Parlament vertreten, wie sie es sich im Vorfeld der Kantonsratswahlen zum Ziel gemacht haben. Wiedergewählt worden ist Guido Wick, der bereits seit dem Jahr 2007 in der Pfalz politisiert.

Für den Stadtparlamentarier ist klar, woher das positive Resultat rührt: «Die Themen liegen – leider, muss man sagen – auf unserer Seite.» Klima, Energie und Verkehr, das seien Bereiche, welche die Grünen seit ihrer Gründung beackerten. «Und immer mehr Leute merken, wie wichtig es ist, diese in den Griff zu kriegen.»

Trotzdem: Die Wahl der beiden Stadtwiler Sarbach und Wick kann nicht über einige Wermutstropfen hinwegtäuschen. Guido Wick:

«Schade ist, dass es einmal mehr niemand aus der Region Wil Land ins Parlament geschafft hat.»

Für die nächsten Jahre habe man sich deshalb vorgenommen, die Grünen in den ländlichen Regionen bekannter zu machen. «In vier Jahren wollen wir einen dritten Sitz», gibt er sich kämpferisch. Bedauern äussert er auch darüber, dass die SP, die den Sitz von Peter Hartmann nicht verteidigen konnte, fortan nur noch mit zwei Sitzen im Parlament vertreten ist. «Ich habe ihn sehr geschätzt.»

Eva Noger, Präsidentin der Grünen, bringt in ihrer Ansprache noch ein anderes Thema aufs Parkett: Sie hätte sich gewünscht, dass die Grünen am Tag der Frau – der ebenfalls am 8.März stattgefunden hat – mit einem Mann und einer Frau ins Parlament einziehen könnte. Nur um gleich nachzuschieben: «Das schmälert das Resultat aber nicht.»

Neu haben die Grünen Fraktionsstärke

Erfreut waren die Wiler Grünen darüber, dass sie mit neu neun Vertreterinnen und Vertretern endlich Fraktionsstärke im Parlament erreicht. Neben Wil konnten die Grünen auch in den Wahlkreisen See-Gaster, Rorschach und der Stadt St.Gallen je einen Sitz zulegen. Davor sassen fünf grüne Parlamentarierinnen und Parlamentarier in der Pfalz.

Die Fraktionsstärke erleichtere die Arbeit im Parlament ungemein, sagt Neu-Kantonsrat Sarbach:

«Mehrheiten bilden ist eine harzige Angelegenheit. Als Fraktion können wir mehr bewirken und den Klimawandel angehen.»