«Im gegenseitigen Einverständnis» heisst Rausschmiss

«Es brennt bei der Feuerwehr», Ausgabe vom 29. September

Ruth Schelling, Wil
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Das Opfer ist diesmal Andreas Dobler, der sympathische Feuerwehrkommandant, der im Juni degradiert abtreten musste und nun auch als Leiter der Geschäftsstelle des Sicherheitsverbundes Region Wil ab sofort freigestellt wurde. Interne Machtkämpfe und Mobbingprobleme werden in Wil offensichtlich immer noch auf dieselbe Weise gelöst, wie damals bei der Spitalaffäre mit dem berühmten Wiler «HIV-Fall».

Damals wurde ein Patient im lebensbedrohlichen Zustand ins Spital eingeliefert und vom diensthabenden internistischen Chefarzt erfolgreich behandelt. Dies passte dem ärztlichen Leiter und chirurgischen Chefarzt überhaupt nicht. Jahre zuvor war der Patient mit einer HIV verseuchten Blutkonserve im Spital Wil angesteckt worden, was dem Patienten verheimlicht wurde. Die Geschichte flog auf, die Familie des Patienten hatte Anzeige erstattet. Weil sie sich auf die Seite des Arztes gestellt hatten, der den Patienten korrekt behandelte und vor dem sicheren Tod bewahrt hatte, mussten damals drei Chefärzte und der Spitalverwalter im «gegenseitigen Einvernehmen» das Spital verlassen. Notabene vier Familienväter. Die Spitalkommission hatte versagt, der Chefarzt Chirurgie wurde verurteilt und der damalige Präsident der Spitalkommission und Stadtpräsident wurde abgewählt.

Auch wenn es im vorliegenden Fall nicht um Leben und Tod geht, bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Der Verwaltungsrat des SVRW mit Stadtrat Meile und Stadtpräsidentin Susanne Hartmann schaffen es nicht, Probleme anders zu lösen als mit einer getarnten Entlassung «Im gegenseitigen Einverständnis», sprich Rausschmiss.

Ruth Schelling, Wil