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Im Fokus steht die Kunst

Die fünfte Veranstaltungsreihe Kulturzyklus Kontrast der Fachhochschule St. Gallen ist den kreativen Fähigkeiten von Patienten der Psychiatrischen Klinik Wil gewidmet.
Living Museum der Psychiatrie St. Gallen Nord in Wil will psychisch kranke Menschen zu Künstlern ausbilden (Bild: Anthony Anex/Keystone)

Living Museum der Psychiatrie St. Gallen Nord in Wil will psychisch kranke Menschen zu Künstlern ausbilden (Bild: Anthony Anex/Keystone)

«Schuss ins Hirn» – so heisst das Bild, das Nathalie Cardano gemalt hat und in der Bibliothek der Fachhochschule St. Gallen ausgestellt ist. So düster wie der Titel klingt, ist das Bild nicht. Im Gegenteil. «Die Kunst hat meine Sicht verändert», sagt Nathalie Cardano, «ich werde als Mensch wahrgenommen, als Künstlerin, nicht als Patientin. Hier kann ich selbst entscheiden, was ich machen will».

Nathalie Cardano ist seit etwa zwei Monaten in der Psychiatrischen Klinik Wil. So genau weiss sie es gar nicht, weil es für sie keine Rolle spielt. Sie hat in den Ateliers vom Living Museum Wil einen Ort gefunden, der ihre Krankheit in den Hintergrund rücken lässt, stattdessen ihre kreativen Fähigkeiten in den Fokus setzt. Und genau das ist das Ziel der Ateliers – Living Museum der Psychiatrie St. Gallen Nord in Wil: psychisch kranke Menschen zu Künstlern auszubilden.

«Wir arbeiten nach der Philosophie des Living Museums New York», erklärt Leiterin Rose Ehemann. Das innovative Konzept überzeugt seit 25 Jahren aufgrund seiner künstlerischen, therapeutischen wie auch ökonomischen Vorzügen. Inspiriert durch Hans Prinzhorn, der das kreative Potenzial psychisch kranker Menschen als einer der Ersten entdeckte und in Ausstellungen dokumentierte. «Es geht nicht um eine Mitleidsschiene, sondern um authentische Kunst von Menschen mit kreativen Talenten», bekräftigt Rose Ehemann. Man sei hier einfach Künstler, die Krankheit spiele dabei keine Rolle. «Es ist ein Raum für neue Gedanken.» Wie das Bild «Schuss ins Hirn» entstanden ist, weiss Nathalie Cardano nicht mehr so genau: «Kunst passiert, dahinter steckt kein Konzept.»

Werke, die Beachtung verdienen

Die Ausstellung ist der Auftakt der fünften Veranstaltungsreihe Kulturzyklus Kontrast der Fachhochschule St. Gallen. In der Bibliothek zieren kleine Eulen die Regale, kunstvolle Objekte hängen von den Decken runter, im zweiten und dritten Stock hängen verschiedenartige Bilder an den Wänden, vor der Mensa steht ein Gorillaskorpion, vor der Aula begrüsst Oli, ein Alien, die Studierenden. Täglich begeben sich in den Ateliers über 100 Patienten in kunsttherapeutische Behandlung. «Die Kunst mag zwar eine therapeutische Wirkung haben für Menschen mit Beeinträchtigungen, für uns ist sie aber einfach Kunst, die Beachtung in der Öffentlichkeit verdient», sagt Stefan Ribler, Initiant des Kulturzyklus Kontrast und Dozent der Sozialen Arbeit. (pd/red)

Hinweis

Die Kunstwerke der Ateliers Living Museum Wil sind noch bis 7. Dezember an der FHS zu sehen.

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