Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Im Café an die Mutterbrust

Stillen ernährt das Baby und schafft Nähe zwischen Mutter und Kind. Für manche Frauen bedeutet Stillen aber Stress. In einem Stillcafé im Spital Wil können sie sich austauschen.
Lara Wüest
Die Stillberaterinnen Petra von Kuczkowski (links) und Maya Schönenberger (rechts) und die Mutter Myriam Conte. (Bild Lara Wüest)

Die Stillberaterinnen Petra von Kuczkowski (links) und Maya Schönenberger (rechts) und die Mutter Myriam Conte. (Bild Lara Wüest)

Die Geburt von ihrem ersten Kind, einem Mädchen, war für Myriam Conte aus Bronschhofen keine einfache. Erst setzten die Wehen ein und dann ging plötzlich nichts mehr: Das Baby, dessen Namen Myriam Conte für sich behalten möchte, blieb stecken. Conte musste für einen Notkaiserschnitt ins Spital. «Das Schlimmste war die Angst, dass meinem Kind etwas passiert», sagt sie.

Der Notkaiserschnitt ging gut. Doch die schwere Geburt ging nicht spurlos an dem kleinen Mädchen vorbei. Wenn seine Mutter ihm die Brust geben wollte, hatte es Mühe mit dem Trinken. «Ich bin überzeugt, dass das unter anderem mit der Geburt zusammenhing», sagt Conte. Und ihr war klar, dass sie Hilfe brauchte.

Muttermilch stärkt Immunsystem

Stillen liegt den Müttern im Blut. Dank den Hormone wissen sie instinktiv, wie es geht. Trotzdem brauchen viele Frauen wie Myriam Conte am Anfang wie Hilfe. Einige sind einfach unsicher, andere haben zu viel Milch oder wunde Brustwarzen.

Damit diese Frauen merken, dass sie damit nicht alleine sind, findet nächste Woche die Weltstillwoche statt. Zu diesem Anlass organisiert das Spital Wil am 18. und am 21. September ein Stillcafé in der Cafeteria des Spitals Wil. Dieses richtet sich an alle werdenden und stillenden Mütter und ihre Kinder. «Wir möchten ihnen einen Ort zur Verfügung stellen, wo sie sich austauschen und eben auch stillen können», sagt die Stillberaterin Maya Schönenberger, die vor 15 Jahren das Stillambulatorium am Spital Wil gründete. Zusammen mit ihrer Kollegin Petra von Kuczkowski wird sie Fragen der Café-Besucherinnen beantworten. Das Café hat aber noch einen anderen Zweck: «Damit möchten wir den Leuten in Erinnerung rufen, dass Stillen in unserer Gesellschaft seinen Platz hat.»

Für das Stillen spricht viel: Muttermilch enthält nicht nur mehr Nährstoffe als die Milch aus der Babyflasche, sie stärkt auch das Immunsystem des Kindes. «Das zeigen medizinische Studien immer wieder», sagt Schönenberger.

In den vergangenen Jahren hat sich das Stillverhalten von Müttern aber verändert. Heute gibt es mehr Kleinfamilien als früher. Den Müttern fehlt oft eine Ansprechperson. Für arbeitende Mütter komme erschwerend hinzu, dass Stillen mit der Arbeit kaum vereinbar ist. «Zwar gibt es gesetzliche Stillzeiten an die sich Arbeitgeber halten müssten, doch in der Realität klappt das oft nicht», sagt Maya Schönenberger. Wenn eine Mutter wegen dem Stillen früher nach Hause gehe, stosse das auf Unverständnis.

«Wer nicht stillt, muss sich nicht schlecht fühlen»

Deshalb, so Schönenberger, sei der Austausch zwischen Müttern wichtig. Die Fachfrau betont aber auch: «Ein Richtig oder Falsch gibt es beim Stillen nicht.» Wenn eine Frau auf das Stillen verzichte, müsse sie sich nicht schlecht fühlen. «Ob Stillen oder nicht, ob für sechs Monate oder zwei Jahre, das ist eine persönliche Entscheidung.»

Myriam Conte wollte stillen und vereinbarte damals einen Termin bei der Stillberaterin Maya Schönenberger. «Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte», sagt die 31-Jährige. Neben einem Stillhütchen, das der Tochter das Trinken erleichterte, erhielt sie nützliche Tipps und aufmunternde Worte. «Schon bald klappte das Stillen wunderbar», sagt sie. Mittlerweile ist Conte zum zweiten Mal Mutter geworden. Mit ihrem Sohn, den sie ebenfalls stillt, war sie auch schon in der Stillberatung. «Ich würde das jeder Mutter, die stillen möchte, empfehlen. Es erleichtert den Alltag und gibt Sicherheit.»

Hinweis

Das Stillcafé ist am 18. und 21. September von 14.30 bis 16.30 in der Cafeteria des Spitals Wil geöffnet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.