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Im Banne von 1969: In Flawil findet bereits das zweite Woodstock-Festival der Region statt

Am Wochenende findet in Flawil ein Fest im Gedenken an Woodstock statt. Es ist nicht das erste in der Region.
Tobias Söldi
Fast eine halbe Million Menschen pilgerte vor 50 Jahren ans Woodstock-Festival. (Bild: Keystone)

Fast eine halbe Million Menschen pilgerte vor 50 Jahren ans Woodstock-Festival. (Bild: Keystone)

Ein legendärer Name geistert durch das Jahr 2019: Woodstock. Das Musikfestival fand vor ziemlich genau 50 Jahren in der Nähe von New York statt, vom 15. bis 17. August 1969. Live miterlebt haben es wohl nur die wenigsten hierzulande, seine Spuren hat es dennoch hinterlassen.

«Woodstock hat viele Leute in ihren Jugendjahren geprägt, auch hier in der Schweiz», sagt Dani Müller. Er ist Initiant des Woodstock-Gedenk-Fests, das diesen Samstag zum 50-Jahr-Jubiläum des Festivals im Grotto Glatto stattfindet (siehe Kasten). Er sagt

«Wir wollen dem Geist des Festivals huldigen und ihm Tribut zollen. Es ist kein Revival-Anlass.»

Müller, in seiner Jugend selbst vom Woodstock-Fieber infiziert, erinnert sich gut, wie in den 70er-Jahren die Aufbruchsstimmung aus Amerika auch in die Schweiz übergeschwappt ist. Neue Musik, Friedensbewegungen, das Erstarken der Jugendkultur, die Aufmischung des Establishment: «Woodstock hat der Sub- und Jugendkultur geholfen, ihre Bedürfnisse sichtbar zu machen», sagt Müller.

Wie Mythos und Realität auseinanderklaffen

Er erinnert sich: Schon 1974 sei im Jugendhaus in Flawil der 1970 erschienene Film «Woodstock – 3 Tage im Zeichen von Liebe & Musik» gezeigt worden. Auch das erste Open Air in St.Gallen 1977, ebenfalls aus dem Geiste Woodstocks entstanden, fächerte die Begeisterung weiter an. «Mit Woodstock ist viel spannende Musik nach Europa gekommen», sagt Müller. 1979 wurde im Grotto Glatto das 10-Jahr-Jubiläum des Festivals erstmals gefeiert. Damals noch ohne Musik, aber mit der Wiedergabe des bereits erwähnten Films. Seither findet alle zehn Jahre ein Anlass statt.

Doch der Mythos von Woodstock ist das eine, die Realität das andere: Das Festival muss laut Augenzeugen ein organisatorisches Desaster gewesen sein. Die Verantwortlichen waren völlig überfordert. Sie rechneten mit 60000 Besuchern, gekommen sind aber 400000. «Es ist verständlich, dass da nicht alles geklappt hat», sagt Müller, der sich durch die Woodstock-Literatur gelesen hat. Aber:

«Dieses Chaos hatte wohl genauso seinen Anteil an der Woodstock-Mystifizierung wie die Musik und die politischen Bewegungen.»

Er sieht im Chaos auch positive, bereichernde Aspekte. Was durchgeplant, «durchdesignt» sei, könne auch langweilig sein. «Nur das Ausprobieren bringt Erlebnisse, nicht das Abwarten und die grosse Sicherheit.» Es ist ein Gedanke, der gerade im Kulturbereich von Bedeutung ist. Als Organisator müsse man immer wieder Risiken eingehen, ohne mit Sicherheit zu wissen, was und wie etwas rauskommt. «Das macht es auch spannend.»

Die junge Generation erbt die Musik ihrer Eltern

Auch 50 Jahre später fasziniert Woodstock noch immer. Der Grund ist für Müller schnell ausgemacht. «Die Sehnsucht nach friedlichem Beisammensein ist ein Urbedürfnis», ist er überzeugt. Dabei ist es nicht nur die ältere Generation, die den Geist von Woodstock wieder aufleben lässt, sondern auch die jüngere. «Vor 10 Jahren war das Publikum bunt gemischt: vom Teenager bis zum Zeitzeugen.»

Dass Woodstock über Generationen begeistert, zeigt auch ein zweites Festival, dass sich das Jahr 1969 erinnerte. Ende Juli fand in Degersheim das «Woolfstock»-Festival statt. Während die Feier im Grotto Glatto von der älteren Generation organisiert wird, um sich auf die eigenen Wurzeln zu besinnen, steckten hinter dem «Woolfstock» junge Leute und junge Bands. «Für uns ist die Musik der Woodstock-Generation der Inbegriff für Classic Rock, nicht nur die Musik, auch der Lebensstil», sagte OK-Chef Tobias Hoch damals gegenüber der «Wiler Zeitung». «Die Musik haben wir von unseren Eltern geerbt.»

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