Im Bann der Zirkusmanege

WIL.

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WIL. Da werden Kinderträume wahr und Erinnerungen wach: Wohnwagen stehen eng um das grosse bunte Zirkuszelt herum, Tiere grasen dazwischen, bei den Popcorn- und Süssigkeitenbuden wird fröhliche Musik gespielt, in Uniformen gekleidete Zirkusmitarbeiter verkaufen bunt blinkendes Spielzeug, und überall sind leuchtende Augen zu sehen.

Doch die absolut unvergesslichste Erinnerung erwartet den Besucher erst, wenn er das Hauptzelt betritt: der unverkennbare Geruch nach Sägemehl aus der Manege. Für sechs Vorstellungen machte der Schweizer Circus Royal mit seinen Starartisten aus dem «Circo National de Cuba» am Wochenende halt in Wil. Und auch wenn die Vorstellungen nicht ganz ausverkauft waren, so kam das Publikum doch voll auf seine Kosten.

Clown tanzt Gangnam Style

Eindrückliche Tanz-, Jonglier- und Akrobatiknummern wechselten sich ab mit Dressuren und Auftritten von Clown Gino. Letzterer zeigte eine wahre Fülle an Talenten. Er stand als Dirigent in der Manege und animierte das Publikum zum Klatschen, Stampfen und Johlen, er machte selbst mit Glocken und dem Saxophon Musik, er begann zusammen mit seiner Manegenpartnerin einen Kochkurs und übte sich in Zauberei. Zum Schluss tanzte er gar noch den Gangnam Style. Wohl niemand vermochte sich seinem Witz zu entziehen. Auch nicht, als er sich ein Opfer in der ersten Reihe des Publikums aussuchte, dieses mit Popcorn bewarf und fast mit dem Besen angriff auf der Suche nach einer Fliege.

Die Auflockerungen zwischendurch waren auch nötig. Manch einem stockte der Atem ob den waghalsigen Sprüngen, welche die Truppe Felix aus Kuba mit dem Schleuderbrett machte. Salti wurden dabei ohne weiteres auf die Höhe von drei und sogar fünf Mann gesprungen. Oder als sich Daramis und Daylis an den Haaren befestigt in die Luft heben liessen und dort mächtig herumwirbelten.

Pferde und Kamele

Die Artistenfamilie überzeugte auch mit Tanz. Ob dies nun kubanische Rhythmen oder eine mit eindrucksvollen Hebefiguren erzählte Liebesgeschichte war, grosser Applaus wurde allen zuteil. Die jungen Männer und Frauen wussten, wie man sich bewegt und das Publikum mitreisst. Ganz besonders die Kinder staunten nicht schlecht, als die Manege plötzlich von Watussirindern mit riesigen Hörnern, Haflingern, Lamas, Laufvögeln, einem Esel und sechs Kamelen in Besitz genommen wurde. Die Tiere präsentierten sich, liefen Runden und verbeugten sich gar.

Eine grosse Familie

Im Circus Royal scheint sich die Zirkusfamilie sehr nahe zu stehen. Viele der Artistinnen und Artisten traten in mehreren Nummern und in anderer Zusammensetzung auf. Sie konnten in der Manege miteinander lachen und bei der grossen Verabschiedung am Ende der Vorstellung gar ihre Spässe miteinander treiben.

Larissa Flammer