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Ihr Offensivblut liegt in der Familie: Lina Widmer strebt mit den Uzwiler U19-Frauen den dritten Juniorinnen-Cupsieg an

Für die 16-Jährige ist Fussball einfach ein Hobby – auch wenn die Busswilerin wie ein Musterprofi spielt. Am Sonntag hat Captain Lina Widmer die Möglichkeit, mit den U19-Frauen des DFC Uzwil den dritten Schweizer Cupsieg bei den Juniorinnen B in Folge zu holen.
Tim Frei
Die Mittelfeldspielerin Lina Widmer erinnert in ihrem Spielstil an Arjen Robben. (Bilder: Benjamin Manser/Tagblatt)

Die Mittelfeldspielerin Lina Widmer erinnert in ihrem Spielstil an Arjen Robben.
(Bilder: Benjamin Manser/Tagblatt)

Lina Widmer macht eigentlich immer den gleichen Trick. Nach einem Sprint an der linken Aussenbahn täuscht die 16-jährige Mittelfeldspielerin jeweils in die eine Richtung an, um dann die andere einzuschlagen. Anschliessend folgen Elemente, die stark an Arjen Robben zu seinen besten Zeiten erinnern: Reinziehen in die Mitte, um mit einem platzierten Distanzschuss zu reüssieren. Ihr Trainer Reto Krämer, der das Amt der Uzwiler U19-Frauen zusammen mit Bronschhofen-Verteidiger Marc Ott ausübt, bestätigt:

«In diesem Spielzug ist sie Robben tatsächlich sehr ähnlich.»

Angesprochen auf diesen Vergleich mit dem Weltstar, errötet die Busswilerin, ehe sie spitzbübisch lächelt – und sagt, das könne man schon so sehen. Ein Vorbild sei der Niederländer aber nicht. Ein solches habe sie sowieso nicht. Ihre Stärken liegen dennoch wie beim WM-Finalist von 2010 in der Offensive. Wirklich überraschend kommt das nicht.

Sprintstark, kaum bezwingbar im Eins-gegen-Eins und kaltblütig

Widmer verfügt über ideale Voraussetzungen im Angriffsspiel: Sie ist sprintstark, hat eine gute Ausdauer, verliert selten ein Eins-gegen-Eins – und ist auch noch im Abschluss kaltblütig. Und dies nicht nur aus der Distanz, sondern auch vom Penaltypunkt, eine Fähigkeit, von der das U19-Frauenteam des DFC Uzwil bei den nationalen Juniorinnen-Cupsiegen 2017 und 2018 profitierte. Beide Male musste das Penaltyschiessen entscheiden, beide Male traf Widmer vom Punkt.

Diese geballte Offensivkraft kommt nicht von ungefähr. Sie liegt in der Familie. Ihr Bruder Ramon, Teamkollege von Marc Ott beim
SC Bronschhofen, ist ein torgefährlicher Stürmer. «Das Angriffsblut ist offensichtlich nicht nur Ramon weitergegeben worden», sagt Ott.

Am Fussball gegen Bubenteams gewachsen

Schon in der Kindheit war der Fussball für die zwei Geschwister sehr wichtig. Mit ihrem Vater, der lange Zeit Fussballtrainer in der Region war, spielten sie in ihrem Garten oft auf ein kleines Tor. Lina Widmer hat dies so viel Spass gemacht, dass sie kurze Zeit später, im Alter von acht Jahren, beim FC Kirchberg begann – zusammen mit einer Freundin. Dort ist sie geblieben, bis sie vor rund vier Jahren zum Damenfussballclub Uzwil wechselte, der eine eigene Sektion im FC Uzwil bildet.

Schon früh bei Kirchberg und später auch bei Uzwil spielte Widmer mit ihren Teamkolleginnen gegen Bubenmannschaften – bis zu den C-Juniorinnen, ehe der Wechsel in den Frauenfussball folgte. Ziel dieses Konzeptes ist es, dass die Spielerinnen durch das Messen mit Buben physisch stärker werden als jene Fussballerinnen, die nur gegen andere Juniorinnen spielen.

Nicht nur die Offensive gehört zu ihren Stärken

Bei Widmer hat sich das ausbezahlt: In der ersten Saison gegen andere Juniorinnenteams dominierte ihre Equipe die Meisterschaft mit einem Torverhältnis von 81:1. Widmer sagt:

«Wir waren unseren Gegnerinnen läuferisch und in den Zweikämpfen überlegen.»

Diese Erfahrung, lange gegen Bubenteams anzutreten, wirkt bis heute nach. Widmer, seit rund einem Jahr Captain der Uzwiler U19, ist sich nicht zu schade Defensivarbeit zu verrichten. «Sie hat einen unglaublichen Willen und gibt in jedem Zweikampf alles», sagt Krämer. Damit und mit ihrem Offensivpotenzial gehe sie mit gutem Beispiel voran.

Angebot des FC St. Gallen ausgeschlagen

Wie andere Captains gehört auch für Widmer das Motivieren der Mitspielerinnen zu ihren Aufgaben. «Sie tut dies nicht mit lauten Ansprachen auf dem Platz, sondern auf eine viel angenehmere Art», sagt Krämer. Die 1,63 m grosse Widmer stimmt zu:

«Wenn eine Spielerin einen Fehler gemacht hat, tadle ich sie nicht, sondern mache ihr Mut».

Bei Widmer, die wie ein Musterprofi auftritt, fragt man sich, weshalb sie nicht längst in der Frauenabteilung des FC St. Gallen spielt. Vor zwei Jahren hatte sie wie andere Uzwiler Spielerinnen gar ein Angebot der Stadtsanktgaller. Doch sie lehnte ab – eine Entscheidung, die sie nicht bereut.

«Fussball ist einfach mein Hobby, ein guter Ausgleich zum Kantileben. Ich will einfach Spass haben auf dem Rasen mit meinen Teamkolleginnen.»

Der Zeitaufwand wäre ihr zu gross gewesen

Eine Karriere im Fussball strebe sie nicht an. Weitere Gründe für den Verbleib in Uzwil waren, dass sie damals – sie war am Anfang ihrer Kantizeit – nicht bereit war, einen solchen Zeitaufwand für die Trainings in St. Gallen und die vielen Spiele auf sich zu nehmen.

Für das Cupfinalturnier der Juniorinnen B vom Sonntag hat Widmer dennoch hohe Ambitionen. Mit Uzwil will sie nach dem Triple im Ostschweizer Cupfinal auch national zum dritten Mal in Folge triumphieren.

Das Cupfinalturnier findet am Sonntag im jurassischen Boncourt statt. In der Vorrunde trifft der DFC Uzwil auf Blue Stars, Servette Chênois und Ostermundigen. Das erst- und zweitplatzierte Team qualifizieren sich für den Halbfinal.

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