IG Lebensqualität NLZ behält Bauprojekt Geren im Auge

NIEDERHELFENSCHWIL. Ende September traf sich eine Delegation des Gemeinderates Niederhelfenschwil mit der IG Lebensqualität NLZ, um Fragen zum geplanten Bauprojekt auf den Parzellen Geren/Oberwisen zu klären.

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NIEDERHELFENSCHWIL. Ende September traf sich eine Delegation des Gemeinderates Niederhelfenschwil mit der IG Lebensqualität NLZ, um Fragen zum geplanten Bauprojekt auf den Parzellen Geren/Oberwisen zu klären. An einer Infoveranstaltung Ende April überreichte die IG dem Gemeinderat sieben Fragen, welche von diesem darauf schriftlich beantwortet wurden. Die Fragen betreffen etwa die Massnahmen, um die Schulwegsicherheit und den Ortsbildschutz zu gewährleisten. Auch wollte die IG wissen, mit welcher Strategie der Gemeinderat die Verwendung des Raumes für Wohnen und einheimisches Gewerbe plant. Da für die IG nach der schriftlichen Antwort noch Erklärungsbedarf bestand, erklärte sich der Gemeinderat zu einem Treffen bereit.

Vorkehrungen treffen

In der Bevölkerung herrsche offenbar Unklarheit, auf welcher Seite der Gemeinderat stehe, schreibt die IG Lebensqualität in einer Medienmitteilung. Von den Einwohnern werde erwartet, dass sich der Gemeinderat für die Interessen der Gemeinde einsetze. «Die Information über den angestrebten Überbauungsplan, die Rolle im Abstimmungskampf über das Referendum für die Umzonung und nun auch die schriftlichen Antworten auf die Fragen warfen aber bei der IG die Frage auf, ob der Gemeinderat nicht vorrangig die Interessen des Bauwilligen schützt», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Der IG Lebensqualität NLZ gehe es bei ihrer Aktivität nicht darum, das Bauprojekt zu verhindern, sondern von Beginn weg Vorkehrungen für mögliche negative Auswirkungen auf die Gemeindebewohner zu treffen.

Mehr Fahrten als angegeben

Der Verkehr ist einer der Kernpunkte, die aus Sicht der IG genauer angeschaut werden müssen. Die IG wisse durch eigene verlässliche Zählungen, dass die Gebrüder Eisenring AG den Verkehr in der Gemeinde mit wesentlich mehr Fahrten belasten werde. Die Firma aus Gossau habe zu Beginn von 20 Fahrzeugen pro Tag gesprochen, mittlerweile sei von 50 Fahrzeugen die Rede, wobei die IG auf mehr als das Doppelte komme. «In diesen Zahlen ist allerdings nicht berücksichtigt, dass die Firma wesentlich grösser bauen möchte und daher rationeller arbeiten und noch mehr Fahrten verursachen wird», schreibt die IG. Dies bringe grosse Auswirkungen auf die Schulwegsicherheit, den Unterhalt der Gemeindestrassen und die Planung der Zufahrt mit sich, zumal an der geplanten Zufahrtsstrasse auch Wohnungen liegen. Nach Aussage des Gemeinderats setze sich dieser zum Ziel, das zu erwartende Verkehrsaufkommen genau zu eruieren und in die weitere Planung einzubeziehen.

Die IG nehme weiter wahr, dass in der Bevölkerung die Befürchtung herrsche, dass mit der Ansiedlung eines so grossen Betriebs weitere Emissionen und Gefahren entstehen könnten. Der Umstand, dass dem Bauwilligen für das Erarbeiten des Überbauungsplans nur einige wenige Vorschriften gesetzt wurden, vergrössere diese Angst. Beispielsweise müssen aus Sicht der IG die Emissionen beim Be- und Entladen durch genaue Vorschriften begrenzt werden. Derzeit sei nicht klar, ob in Zukunft mit Schichtbetrieb auf dem Gelände zu rechnen sei. Ebenfalls bleibe unklar, welche Auswirkungen auf die gemeindeeigene Feuerwehr zu erwarten seien, wenn in der Gemeinde an einem Ort riesige Holzmassen gelagert würden. Auch dieses Anliegen nehme der Gemeinderat in die weitere Planung auf.

Weiter mache sich die Bevölkerung Sorgen über das Ortsbild, schreibt die IG Lebensqualität. Direkt neben der Lenggenwiler Kernzone und Bauten, die unter Schutz stehen, werde ein Projekt geplant, das aus Sicht der Bevölkerung alle Freiheiten geniesse. «Während der Auflage des Überbauungsplans müssen beispielsweise keine Visiere gestellt werden, wie dies bei anderen Auflagen rechtlich vorgeschrieben ist», teilt die IG mit.

Weitere Schritte vorbehalten

Dem Gemeinderat wurde bereits am Treffen eröffnet, dass die IG die zuständigen Stellen beim Kanton (Verkehrssicherheit, Denkmalpflege und Raumplanung) über die Ängste der Bevölkerung informieren wird. Weitere Schritte seien bis jetzt nicht geplant, würden aber je nach Entwicklung des Projekts vorbehalten bleiben, schreibt die IG. Drei Wochen nach dem Treffen lägen der IG Lebensqualität bislang keine weiteren Informationen der Gemeinde vor. (red.)

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