Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

IG Kultur stand kurz vor Auflösung: Jetzt sucht sie einen neuen Vorstand

Wegen zahlreicher Vakanzen war der Vorstand der IG Kultur nicht mehr handlungsfähig und beantragte gezwungenermassen die Auflösung. Soweit kam es nicht. Die Zukunft des Vereins aber bleibt ungewiss.
Gianni Amstutz
Der Traum vom «Haus der Kultur» in der Liegenschaft zum Turm blieb unerfüllt. (Bild: Gianni Amstutz)

Der Traum vom «Haus der Kultur» in der Liegenschaft zum Turm blieb unerfüllt. (Bild: Gianni Amstutz)

Die IG Kultur durchlebt zurzeit tiefgreifende Veränderungen. Eine Zeit lang sah es sogar so aus, als würde sich der Verein auflösen. Soweit kommt es jetzt aber nicht. Zumindest vorerst. Denn gerettet ist die IG Kultur noch nicht ganz. Vor der Mitgliederversammlung im April blieben zwei Aufrufe des Vorstandes nach neuen Vorstandsmitgliedern unbeantwortet. Durch Rücktritte aus verschiedenen Gründen schrumpfte dieser seit der Gründung 2015 von acht auf vier Personen. So sei der Vorstand in seiner dezimierten Besetzung gemäss den Statuten schliesslich gar nicht mehr handlungsfähig gewesen, erklärt der ehemalige Präsident Rolf Benz.

Rolf Benz, ehemaliger Präsident IG Kultur.

Rolf Benz, ehemaliger Präsident IG Kultur.

Deshalb habe man, nachdem Versuche, die Vakanzen zu besetzen, erfolglos blieben, an der Hauptversammlung im Frühling die Auflösung des Vereins traktandiert. «Gezwungenermassen», betont Benz. Hätten sich zwei Personen finden lassen, um den Vorstand zu ergänzen, hätten sich die bestehenden Mitglieder – zumindest für ein weiteres Jahr – als Vorstandsmitglieder zur Verfügung gestellt. Da dies nicht passierte, kam es an der HV zur Abstimmung über die Auflösung der IG Kultur.

Vorstand ad interim gebildet

Nötig war eine Zweidrittelmehrheit. Diese kam aber nicht zu Stande. Deshalb seien die verbliebenen Vorstandsmitglieder zurückgetreten. «Glücklicherweise erklärten sich sechs Personen spontan dazu bereit, als Vorstand ad interim die Auflösung der IG Kultur abzuwenden», sagt Rolf Benz.

Ziel des Interimsvorstands wird es nun sein, bis zur ausserordentlichen Mitgliederversammlung im Herbst einen neuen Vorstand zu konstituieren. «Ich hoffe, dass ihnen das gelingt», sagt Benz. «Schliesslich hat die IG Kultur in den vergangenen Jahren einiges an Vorarbeit geleistet und es wäre schade, wenn diese nicht mehr fortgeführt werden sollte.»

Als der Verein im Januar 2015 gegründet wurde, trat er mit dem Ziel an, die Interessen der kulturellen Vereine Wils zu bündeln und gegenüber der Stadt zu vertreten. «Im Gegensatz zu den Sportvereinen der Stadt fehlte den kulturellen Vereinen ein solches Sprachrohr», erklärt Rolf Benz. Dementsprechend positiv war das Echo auf die Idee einer eigenen Interessensvertretung für Musik-, Kunst- und Theatervereine.

Projekte konnten nicht verwirklicht werden

Noch vor der Gründung wurden in einem Brainstorming die Anliegen der Vereine aufgenommen. Als Hauptproblem stellte sich dabei die Verfügbarkeit von geeigneten Probe-, Lager- und Aufführungsräumen heraus. Ein Umstand, den zu beheben sich die IG Kultur fortan auf ihre Fahne schreiben sollte.

Zwei Projekte verfolgte die IG Kultur in den vergangenen drei Jahren mit besonderem Engagement. Erfolg war ihr jedoch mit ihren Anliegen selten beschieden, gesteht Rolf Benz. In der Liegenschaft zum Turm, welche zu Beginn dieses Jahres in den Besitz der Stadt überging, glaubte man den perfekten Ort für ein «Haus der Kultur» gefunden zu haben und damit dem Raumproblem der Vereine Abhilfe schaffen zu können. Die Stadt schob dem ambitionierten Projekt einen Riegel. Wolle man die Räume des «Turms» anders nutzen als bisher, müssten wegen sicherheitstechnischer Anpassungen über zwei Millionen Franken investiert werden, argumentiert die Stadt. Bis heute wurde aus diesem Wunsch der IG Kultur also nichts.

Ein anderes Politikum, bei dem sich die IG Kultur vehement für die Interessen der Vereine einsetzte, war das Reglement über die Benützung der Schul- und Sportanlagen. Auch hier mit mässigem Erfolg: «Die Anliegen der Kulturvereine blieben weitgehend unberücksichtigt», sagt der ehemalige Präsident. Dabei rechne er der Stadt und insbesondere dem zuständigen Stadtrat des Departements für Bau, Umwelt und Verkehr, Daniel Stutz, hoch an, dass er die Anliegen der Vereine für Änderungen des Reglements an mehreren Sitzungen aufgenommen habe. Passiert sei jedoch wenig. Auch im angepassten Reglement seien die Zutrittsmöglichkeiten zu Schulräumen für die Vereine zu stark eingeschränkt, was insbesondere für Wochenenden und Ferien gelte.

Diese Rückschläge könnten eine Rolle gespielt haben, dass es jetzt zu Umwälzungen bei der IG Kultur kommt, mutmasst Benz. «Man kommt an einen Punkt, an dem die Motivation nicht mehr dieselbe ist», sagt der 74-Jährige. Trotzdem will er nicht alles negativ sehen: «Es freut mich, dass sich der Interimsvorstand für den Erhalt der IG Kultur einsetzt. Ich hoffe, dass der Verein künftig mehr Gehör in der Politik erhalten wird und die Vereine ihre Anliegen nicht einzeln durchbringen müssen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.