«Ich würde die 20 Minuten Wartezeit wohl in Kauf nehmen müssen»

Der Fahrplanwechsel 2019 hat unter anderem zur Folge, dass der Anschluss zwischen der S9 und der S1 im Knoten Wil schlechter wird. Pendler zwischen dem unteren Toggenburg und St. Gallen werden in Wil künftig eine Umsteigezeit von über 20 Minuten haben.

Miranda Diggelmann
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Wenn man in Zukunft vom unteren Toggenburg nach St. Gallen oder in die entgegengesetzte Richtung mit dem Zug reisen will, wird es im Fürstenland Wartezeiten von 21 Minuten geben. Schuld daran ist der neue Fahrplan, der im Dezember in Kraft treten wird. Auslöser für den Zerfall des Knotens in Wil sind die Planungen der SBB und des Bundesamts für Verkehr (BAV). Die rund 30 eingegangenen Einsprachen von betroffenen Fahrgäste haben nichts genützt – ärgerlich für alle Beteiligten. Pendler und regelmässige Benutzer von Zügen und Bussen erzählen, ob sie ebenfalls von der anstehenden Fahrplanänderung betroffen sein werden, ob sie in einem solchen Fall auf das Auto umsteigen würden und wie sie ganz allgemein mit dem öV-Angebot in der Region zufrieden sind.

Kevin Benedetti, 24, Wattwil

Obschon ich selbst im Toggenburg wohne und täglich Zug fahre, bin ich nicht vom bevorstehenden Fahrplanwechsel betroffen. Im Falle einer Betroffenheit würde ich jedoch auf eine andere Verbindung ausweichen, mit der ich schnellstmöglich an mein Ziel gelange. In der Vergangenheit habe ich auch schon ärgerliche Fahrplanänderungen miterlebt, diese waren hingegen nur temporär. Das ist dann schon mühsam. Ich bin also froh, nicht in der Situation zu sein, schon bald über 20 Minuten Wartezeit beim Umsteigen haben zu müssen.

Sara Bürge, 19, Kirchberg

Ich fahre zwar täglich über den Knotenpunkt Wil, da ich in Kirchberg wohne und in Bazenheid arbeite, jedoch wird sich die im Dezember anstehende Fahrplanänderung nicht negativ auf meinen Arbeitsweg auswirken. Für jemanden wie mich, die ziemlich abseits in einem kleinen Dorf wohnt, könnte das öV-Angebot aber generell besser sein. Vor allem am Wochenende wünsche ich mir mehr Busverbindungen von und nach Kirchberg, da ich auch Samstags arbeite. Grundsätzlich bin ich aber zufrieden mit den Fahrplänen, so wie auch mit dem öV.

Nehat Alija, 26, Wattwil

Ich pendle jeden Tag mit dem Zug von Wattwil nach Zürich und kann deshalb sehr gut nachvollziehen, dass lange Wartezeiten lästig sind. Auch ich würde mich darüber ärgern. Glücklicherweise bin ich vom Fahrplanwechsel 2019 nicht betroffen. Ansonsten würde ich wahrscheinlich auf andere Möglichkeiten, wie etwa einen Bus, ausweichen. Das Auto benutze ich prinzipiell nie, es sei denn ich verschlafe mal. Im Vergleich mit dem Ausland ist der Schweizer öV wirklich ganz okay, ich kann und will mich deshalb nicht beklagen.

Petra Cepus, 39, Oberuzwil

Glücklicherweise werde ich vom Fahrplanwechsel nicht negativ betroffen sein. Trotzdem würde ich die 20 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen – auch wenn diese, vor allem bei schlechtem Wetter, mühsam wären. Schliesslich bin ich auf das Zugfahren angewiesen, da ich keinen Führerschein besitze. Auf das Auto auszuweichen wäre für mich deshalb gar keine Option. Ich fahre jeden Tag Zug und bin mit dem Schweizer öV grundsätzlich ganz glücklich. Schliesslich haben wir meist gute Verbindungen und kommen so stets schnell ans Ziel.