«Ich verstehe die Sicht der Stadt Wil»

Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik des Kantons, würde die Untere Bahnhofstrasse von der Rudenzburg-Kreuzung abkoppeln, sähe dann aber auch Probleme beim Rösslikreisel.

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Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik des Kantons St. Gallen. (Archivbild: Reto Martin)

Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik des Kantons St. Gallen. (Archivbild: Reto Martin)

Herr Lendenmann, was haben Ihnen die Ergebnisse aus dem Verkehrsversuch an der Rudenzburg-Kreuzung gezeigt?

Werner Lendenmann: Mit dem Abhängen der Unteren Bahnhofstrasse konnte dank mehr Grünphasen auf den beiden Kantonsstrassen St. Galler- und Toggenburgerstrasse die Kapazität deutlich gesteigert werden. Diese Leistungssteigerung wäre aus Sicht des Kantons zu befürworten. Sie erhöht jedoch auch den Druck auf die Mattstrasse. Erhobene Zahlen zeigen, dass dort durch den Versuch ein beachtliches Mass an Mehrverkehr generiert wird.

Im Hinblick auf die Entwicklung des Agrar-Areals möchte die Stadt die Mattstrasse nicht weiter belasten. Ist das für Sie nachvollziehbar?

Lendenmann: Diese Sicht können wir vom Kanton gut nachvollziehen. Vor allem betreffend zukünftiger Nutzung des Agrar-Areals schreiben wir der Stadt vor, den Verkehr nicht auf die bereits jetzt schon stark belastete Toggenburgerstrasse zu entleeren. Dies wird wohl dann zu Mehrverkehr auf der Mattstrasse führen. Deshalb ist es sinnvoll, die Untere Bahnhofstrasse an der Kreuzung zu belassen.

Mit dem Versuch konnte zeitweise der Stau auf der Tonhallestrasse um beachtliche 75 Meter reduziert werden. Könnte man da nicht etwas Mehrverkehr auf der Mattstrasse in Kauf nehmen?

Lendenmann: Das grössere Verkehrsaufkommen auf der Mattstrasse kann zum Problem am Rösslikreisel werden. Denn dort wird der Verkehrsfluss auf der Toggenburgerstrasse abgeklemmt und führt wiederum zu einer Staubildung, die es zu vermeiden gilt.

Wie sieht die Zukunft für die Rudenzburg-Kreuzung aus?

Lendenmann: In rund zwei Jahren wird die Anlage zur Steuerung der Lichtsignalanlage der Kreuzung erneuert. Dann fliessen auch die Erkenntnisse aus diesem Versuch mit ein. Mit Absprache der Stadt wird dann die Einmündung von der Unteren Bahnhofstrasse neu bewertet. Denkbar sind dort längere Rotphasen, um den Verkehr auf den Hauptachsen noch stärker zu bevorteilen.

Interview: Silvan Meile

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