«Ich komme gerne wieder»

Gestern ging für viele Kinder die Schule wieder los. Für einige war es das erste Mal. Auch die Lehrer waren nervös. Junglehrerin Carina Felix trat in Balterswil zum ersten Mal vor eine eigene Klasse.

Erika Pàl
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BALTERSWIL. Wie aus dem Nichts läutet plötzlich ein Glöckchen: Alle Kinder legen die Stifte zur Seite, verschränken ihre Arme vor der Brust und gucken schweigend nach vorne. Junglehrerin Carina Felix weiss bereits wie sie ihre aufgeweckten «Schäfchen», die 21 Erst- bis Drittklässler der Schule Rietwies in Balterswil, richtig zähmt. Die 23Jährige hat diesen Sommer zum ersten Mal ihre eigene Schulklasse übernommen. «Ich habe mich wahnsinnig auf den Schulanfang gefreut. Ich konnte es kaum erwarten meine eigene Klasse zu unterrichten», sagt Felix.

Wollte auch ans Semi

Lehrerin zu werden, war schon immer ihr grosser Traum. «Als ich in der fünften Klasse war, bekamen wir eine neue Lehrerin. Ich war so begeistert von ihr, dass ich sofort auch dieses Semi besuchen wollte, obwohl ich damals noch keine Ahnung hatte, was das überhaupt ist.» Durch ein Praktikum, welches sie in Bichelsee absolviert hatte, ist sie auf die freie Stelle im Schulhaus Rietwies gestossen. Ursprünglich stammt die Junglehrerin aus Buchackern bei Erlen.

«Guten morgen Schulthek»

Vier Stunden pro Woche hilft ihr die schulische Heilpädagogin Claudia Birrer im Unterricht. Beide begrüssen jeden der sieben Erst-, sieben Zweit- und sieben Drittklässler einzeln. Mit dabei sind auch die stolzen Eltern. Beim Anblick ihrer Kleinen während des Unterrichts sind ihnen ihre Gedanken wie ins Gesicht geschrieben: «Bekommt es alles mit? Weiss sie eigentlich, was sie hier soll? Junge, schau nach vorne.»

Die 6jährige Loana hat ihren Schulthek zu Ostern bekommen. Seit damals sagte sie täglich guten Morgen. «Sie war heute morgen etwas nervös. Denn sie kann es kaum erwarten, endlich richtig lesen und schreiben zu lernen», sagt Mutter Carmen Tobler aus Ifwil. Loana gefällt es an diesem ersten Morgen. Fröhlich sagt sie bereits vor der Pause: «Ich komme am Nachmittag wieder.»

Schon Pause?

Auch Erstgix Philipp scheint sein erster Schultag zu gefallen. Eine der ersten Lektionen ist Zeichnen. Anstatt der Vorlage, die Philipp zum einfärben bekommen hat, starrt er völlig fasziniert die bunten Bilder an den Schulzimmerwänden an. Zweitklässler Simon sieht ihn und macht ihn bestimmt darauf aufmerksam, dass er zu malen habe. Daneben nimmt Pascal all seinen Mut zusammen und fragt die hübsche Laura, ob er den Spitzer leeren darf. Links, beim Fensterplatz sitzt Jonathan. Er hat Mathe und rechnet seinen Nachbarn Loana, Simon und Ronja vor, dass 2 × 80 irgendwas mit 400 geben soll. Carina Felix erwähnt kurz vor der Znünipause, was danach auf dem Stundenplan steht. Nicht eine Sekunde dauert es und mehrere Kinder freuen sich lautstark, dass schon Pause ist. Die Schulranzen fliegen auf und das Pausenbrot wird fest umklammert. Die Klingel läutet und nach dem gemeinsamen Klassenfoto stürmen die Kinder alle hinaus zum Spielen.