«Ich habe es immer schön gehabt»

«Gespräch zwischen Generationen», Teil 15: Suzanne Waldvogel porträtiert seit jeher Menschen. Sie hat bereits in acht verschiedenen Schweizer Ortschaften gelebt und liebt es, überall und jederzeit aus interessanten Skizzen ein Bild zu malen.

Orell Imahorn
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Suzanne Waldvogel-Hürzeler-Erb ist es nie langweilig geworden beim Malen. (Bild: Silvan Meile)

Suzanne Waldvogel-Hürzeler-Erb ist es nie langweilig geworden beim Malen. (Bild: Silvan Meile)

Suzanne Waldvogel-Hürzeler-Erb malt bereits seit frühester Kindheit. Ihre Bilder, welche sie mit «SHE» unterzeichnet, sind hauptsächlich Porträts. Sie porträtiert gerne, weil der Mensch sie interessiert. Bereits ihr Grossonkel lebte vom Porträtieren. Auch ihr Onkel war unter Malern nicht unbekannt und kannte Picasso persönlich. Somit fand ihr Wunsch, Malerin zu werden, immer schon Unterstützung in der Familie.

Ein Bild im Regierungsgebäude

Suzanne Waldvogel, eine humorvolle Frau, die bereits in ihrem elften Atelier mit viel Talent unvergessliche Gemälde auf die Leinwand zaubert, geniesst es, in Wil zu sein. «Der Hof zu Wil ist sehr schön. Und Multikulti ist herzig, denn die Kontraste sind köstlich», wie die 86-Jährige schwärmt. Von ihr stammt auch ein Gemälde von Ständerätin Karin Keller-Sutter, welches im August im St. Galler Regierungsgebäude aufgehängt wird. Durch ihre Lebensabschnitte, die sie in acht verschiedenen schweizerischen Ortschaften erlebte, pflegt sie heute noch einen grossen Freundeskreis mit Briefen und Besuchen. Durch diese Bekanntschaften und die Besuche an Ausstellungen kommt sie zum Zugfahren, was für Suzanne Waldvogel endloses Malen bedeutet. Sie liebt es, überall und jederzeit zu skizzieren und aus interessanten Skizzen ein Bild zu malen.

Nur Rohkost essen

Die glückliche Suzanne Waldvogel muss sich weder über Schmerzen noch Krankheiten beschweren. Sie bezeichnet sich selber als fit und munter. Sie sagt, sie esse nur roh. Auf die Frage, ob es an gesunder Ernährung liegt, entgegnet sie lächelnd: «Ist zweimal am Tag nur Salat gesund?» Jedoch ist sie selber davon überzeugt, dass sie ihre Gesundheit ihren «kurzen Beinen» zu verdanken hat. Denn dadurch hat sie es im Sport nie übertrieben und heute ist sie darüber glücklich, auch wenn es früher beim Völkerball unangenehm war. Im Alter müsse man eines beachten: «Alles wird langsamer. Man braucht für alles mehr Zeit und Geduld.»

«Ich bin total glücklich»

Sie möchte der Jugend von heute bewusst machen, dass diese viele Chancen habe, wie beispielsweise einen Beruf zu wechseln, wenn er einem nicht gefällt. «Ich habe meinen Beruf nie gewechselt. Denn das Malen wurde mir nie langweilig. Ich bin total glücklich», sagt sie über sich selber. Auf die Frage nach Höhepunkten in ihrem Leben erklärt sie nach kurzem Nachdenken: «Ich habe es immer schön gehabt!» Selbstverständlich gab es jedoch Tiefpunkte, wie zum Beispiel der Tod von geliebten Menschen.

Da sie mit der Kunst ihren Lebensunterhalt nicht decken konnte, unterrichtete sie an der Klubschule und der Volkshochschule Zürich «Porträt zeichnen und malen» und «Aquarellmalerei».

Seit ihrem Unfall im Jahre 2011 führt ihre Schwiegertochter Erna Hürzeler diesen Kurs in der Volkshochschule Zürich. Sie gab auch viele Ferienkurse in ganz Europa von Zypern bis Irland. In ihren Kursen war ihr wichtig, dass die teilnehmenden Personen ihren Malstil beibehielten. «Viele Kursteilnehmer sind bis heute gute Freunde geblieben», kann sie mit Stolz behaupten.

Das Wiler Forum für Nachhaltigkeit (Wifona) führt das Gespräch zwischen Kantonsschülern und Menschen im Pensionsalter.