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«Ich habe an meiner Arbeit vor allem die Vielfalt geschätzt»

Nachgefragt

Nach fast zehn Jahren als Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Wil, sucht Stefan Hauser beim Astra eine neue Herausforderung. Ein letztes Mal stellte er sich den Fragen unserer Zeitung.

Stefan Hauser, Sie waren fast zehn Jahre lang die Stimme von Wil. Wieso haben Sie sich nun für einen Stellenwechsel entschieden?

Arthur Schopenhauer soll einst gesagt haben, dass das einzig Beständige der Wandel sei. In diesem Sinne: Meine verschiedensten kommunikativen Aufgaben für den Stadtrat und die Departemente der Stadt Wil wie auch das Miteinander im vielfältigen Verbund der Stadtverwaltung war nach über neuneinhalb Jahren nach wie vor spannend, herausfordernd und bereichernd – dennoch schien es für mich an der Zeit zu sein, mich zu wandeln, wieder etwas Neues zu wagen.

Wie kam es dazu, dass Sie beim Astra arbeiten werden?

Das Astra-Stelleninserat, auf das ich eher zufällig gestossen war, hatte mich spontan angesprochen. Besonders gereizt hat mich die Möglichkeit, mir ein neues inhaltliches Themenfeld zu erschliessen, und die grossen Projekte des Astra, die in die Umsetzung kommen und die ich nun kommunikativ begleiten darf. Nicht zuletzt haben mich im Verlauf der Bewerbungsgespräche die Menschen überzeugt, mit denen ich künftig zusammenarbeiten darf.

War eine Rückkehr zum Journalismus nie ein Thema?

Ich hatte meine «Zeitungszeit» als Redaktor und Chefredaktor stets als spannend und lehrreich empfunden. Eine Rückkehr stand allerdings aktuell nicht zur Diskussion, weil ich mich im abwechslungsreichen Aufgabenspektrum, das ich als Leiter Kommunikation bearbeiten darf, nach wie vor sehr wohl fühle. Aber wie heisst es doch so schön: Sag niemals nie.

Wie haben Sie das Verhältnis zu den Medien empfunden?

Die Medien auf dem Platz und in der Region Wil sind aktiv und vielseitig interessiert, die Zusammenarbeit habe ich in der Regel als konstruktiv empfunden – auch wenn die Frist, die seitens der Medien zur Beantwortung einer Anfrage vorgegeben wurde, bisweilen knapp angesetzt war.

Hat es Ihnen dabei geholfen, dass Sie selbst aus dieser Branche kommen?

Es war sicher hilfreich, die journalistische Arbeitsweise und die damit verbundenen Mechanismen und Rahmenbedingungen zu kennen, um so die Antworten von Behörden und Verwaltung entsprechend mediengerecht aufbereiten zu können. Das hat auch mitgeholfen, mir vor über neuneinhalb Jahren den damaligen Wechsel von der Empfänger- zur Senderseite zu vereinfachen.

Wie viel Einfluss hatten Sie auf das, was die Stadt kommunizierte?

Auf das Was hatte ich wenig Einfluss – Stadtrat, Parlament und Departemente gaben die Inhalte vor. Es lag eher an mir, dann das Wie zu bestimmen – in welcher Form soll kommuniziert werden; in welcher Kaskade, das heisst in welcher Reihenfolge der einzelnen Zielgruppen; wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Information; gibt es bestimmte Abhängigkeiten oder auch Formulierungen, die es zu beachten gilt.

Was hat Ihnen an Ihrer Arbeit besonders gefallen? Gab es auch Schattenseiten?

Ich habe vor allem die Vielfalt geschätzt – und das war gleichzeitig die grösste Schattenseite: Ich halte es da gerne mit dem österreichischen Publizisten und Satiriker Karl Kraus, dem das folgendes Bonmot zugeschrieben wird: «Das Chaos sei willkommen, denn die Ordnung hat versagt.» Nein, Scherz beiseite: Nur etwa 50 Prozent des Arbeitsalltages als Leiter Kommunikation einer so vielfältigen Organisation wie der Stadt Wil lassen sich planen. Für den Rest musste ich mich spontan nach der Aktualität richten. Klar ist damit: Ein «9-to-5-Job», ist das nicht – mein Überzeit-Konto und die Zahl nicht bezogener Ferientage sprechen hier Bände.

Welches war Ihr schwierigster Moment als Kommunikationsverantwortlicher Wils?

Von «schwierig» würde ich nicht sprechen, eher von «herausfordernd». Das war es immer dann, wenn es um direkt betroffene Menschen, kritische Inhalte oder polarisierende Entscheide ging, die ich zu kommunizieren hatte. Ich darf hier den Stadtratsmitgliedern aber ein Kränzchen winden: Es war nicht so, dass sie selber nur positive, angenehme Medienauftritte übernommen und die Statements in allen anderen, etwas heikleren Fällen mir überlassen haben.

Was wird Ihnen aus Ihrer Zeit in Wil in Erinnerung bleiben?

Nebst Grossprojekten wie der Gemeindevereinigung oder dem Bau des Sportparks Bergholz sicherlich die Menschen – einerseits die, mit denen ich im Stadtrat, in der Stadtverwaltung und vor allem in der Stadtkanzlei zusammenarbeiten durfte, aber andererseits auch die Wilerinnen und Wiler, mit denen ich bei Projekten, in Arbeitsgruppen oder an städtischen Anlässen in Kontakt gekommen bin. Viele von ihnen sind nicht nur zu Kolleginnen und Kollegen, sondern zu guten Freunden geworden. Ich freue mich, wenn diese Beziehungen auch über meine Zeit bei der Stadt hinaus Bestand haben.

Wo sehen Sie die Stärken und das grösste Verbesserungspotenzial der Stadt?

Wil ist eine kleine Grossstadt: Klein genug, um überschaubar zu sein und der Bevölkerung ein echtes, lebendiges Wir-Gefühl zu ermöglichen. Und dabei doch gross genug, um in allen Bereichen des Lebens eine Fülle an Angeboten und eine vielfältige Infrastruktur bereit halten zu können. Dies ist nicht selbstverständlich – und dessen muss sich die Stadt auch in Zukunft immer bewusst sein, um sich als drittgrösste Stadt im Kanton und als starkes Zentrum auf der Achse St. Gallen-Zürich behaupten und mit Mut sowie einer gesunden Portion Stolz weiterhin positiv entwickeln zu können. (gia)

Hinweis Das Interview wurde schriftlich geführt.

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