Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Ich gehe gern zur Arbeit»

Seit 25 Jahren steht Stefan Haltinner dem Kreisgericht Wil mit Sitz in Flawil vor. Grund genug für einen Rückblick. Sein Fazit ist positiv. Das Kreisgericht steht gut da.
Philipp Stutz
Stefan Haltinner (rechts) amtet seit einem Vierteljahrhundert als Gerichtspräsident. Links Walter Pfister, ehemaliger Präsident des Bezirksgerichts Gossau. (Bild: Philipp Stutz)

Stefan Haltinner (rechts) amtet seit einem Vierteljahrhundert als Gerichtspräsident. Links Walter Pfister, ehemaliger Präsident des Bezirksgerichts Gossau. (Bild: Philipp Stutz)

Der Sitz des Kreisgerichts befindet sich im ehemaligen Bezirksgebäude an der Flawiler Bahnhofstrasse. Stefan Haltinner kennt die Liegenschaft gut. Seine Eltern führten das Sekretariat des St. Gallischen Bauernverbandes in diesem Haus, und im unteren Stock befand sich die Post. «Ich habe jeweils das Postfach des Bauernverbandes geleert», erinnerte er sich an seiner Ansprache im Gerichtssaal. Zahlreiche Juristen, Richter und Politiker hatten sich am vergangenen Donnerstag dort versammelt, um das 25-Jahr-Jubiläum des Gerichtspräsidenten zu feiern.

Nach Abschluss der Anwaltsprüfung absolvierte Haltinner im Jahr 1985 ein Praktikum als Auditor bei Bezirksgerichtspräsident Walter Pfister in Gossau. Dort wurde er als Gerichtsschreiber angestellt. Vorübergehend arbeitete er in Teilzeit als Untersuchungsrichter beim Bezirksamt Untertoggenburg. Am 2. Juni 1991 wurde Stefan Haltinner in einer Kampfwahl als Präsident für die Bezirksgerichte Untertoggenburg und Gossau bestimmt.

Erste Wahl eines parteilosen Präsidenten

«Das war die erste und einzige Wahl eines parteilosen Gerichtspräsidenten», erinnerte er sich. Leider habe es auch «giftige» Leserbriefe gegeben, in denen nicht nur er, sondern auch sein Unterstützungskomitee angegriffen worden sei. Für die Amtsperiode ab 1995 wollten die damalige Vizepräsidentin Heidi Baer und Stefan Haltinner das Gerichtspräsidium je im Halbamt ausüben. Das Anliegen scheiterte am Veto der Regierung. 2003 wurden die Bezirksgerichte Untertoggenburg und Gossau administrativ zusammengefasst. Haltinner wurde geschäftsleitender Präsident der beiden Gerichte. «Die Zusammenarbeit mit Walter Pfister, Gerichtspräsident Gossau, erlebte ich nicht nur als kollegial, sondern auch als vertrauensvoll und freundschaftlich», sagte Haltinner.

Keine Anfeindungen nach Kampfwahl

2008 trat Pfister in Pension und wurde durch Christoph Bossart ersetzt. Mit seiner Erfahrung als Rechtsanwalt habe er sich gut in die Verfahrensgestaltung und Sicht des Richters eingearbeitet.

2007 setzte sich unter anderem die Gemeinde Flawil dafür ein, dass der Sitz des Kreisgerichtes Wil in Flawil sein sollte. Dieser Standort wurde als kostengünstig, zweckmässig – Gerichtssaal im Haus – und regionalpolitisch ausgewogen angepriesen. Das Vorhaben gelang. Das Versprechen der Gemeinde, den erforderlichen Unterhalt nach 2009 zu vollziehen, sei mit laufend wechselnden Liegenschaftenverwaltern aber eher schleppend verlaufen. «Noch gibt es in einzelnen Büros surrende Neonröhren», sagte Haltinner. Der Gerichtssaal aber habe renoviert werden können.

Weil Dominik Weiss am Kreisgericht Wil als Präsident arbeitete und Stefan Haltinner in gleicher Funktion in Flawil, kam es durch die Zusammenlegung der beiden Gerichte zu einer Kampfwahl. Mit den Neuwahlen für das Kreisgericht Wil erfolgte auch der Wechsel von den bisherigen Bezirksgerichten Untertoggenburg und Wil zum Kreisgericht Wil mit Sitz in Flawil. Stefan Haltinner wurde Präsident, Dominik Weiss amtiert als Vizepräsident. Es habe aber nach erfolgter Wahl keine Anfeindungen gegeben, sagte Haltinner. Die freundschaftliche Zusammenarbeit sei in keiner Weise getrübt worden.

Hohe juristische Qualität

Trotz Personalmangel bei der Umstrukturierung im Jahre 2009 und dem nachfolgenden Manko an Richterkapazitäten sei es gelungen, das Kreisgericht Wil ohne Schäden zu führen, sagte Haltinner. «Seit wir genügend Personal haben, konnten Pendenzen reduziert werden.» Das Kreisgericht Wil stehe heute gut da. Es werde viel von allen Beteiligten geleistet und auf allen Stufen gut zusammengearbeitet. «Ich gehe gerne zur Arbeit», resümierte Haltinner und fügte hinzu: «Die juristische Qualität für ein erstinstanzliches Gericht ist meines Erachtens sehr gut.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.