Hunger geht alle etwas an

schwarzenbach. Die katholische Kirche Jonschwil und die evangelische Kirche Oberuzwil organisierten den Suppenzmittag. Die Menzinger Schwestern, vertreten durch Sr. Thomas, und die Jonschwilerin Eliane Städler berichteten vom Alltag im Norden Indiens.

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schwarzenbach. Die katholische Kirche Jonschwil und die evangelische Kirche Oberuzwil organisierten den Suppenzmittag. Die Menzinger Schwestern, vertreten durch Sr. Thomas, und die Jonschwilerin Eliane Städler berichteten vom Alltag im Norden Indiens. Der diesjährige «Schauplatz» heisst Piplera, ein kleines Dorf, 35 km von Neu-Delhi entfernt. Die gebürtige Inderin Sr. Thomas erzählte vom Alltag nahe der Metropole. Wasser als selbstverständliches Element bei uns oder als knappes Gut in Piplera. Menschenwürde und Gesundheitsvorsorge waren weitere Beispiele, mit denen die beiden Frauen die Anwesenden von der Notwendigkeit ihrer Arbeit überzeugen konnten. Die Frage nach dem Stellenwert des Wassers ist unbestritten. Eliane Städler unterstrich sie mit der Antwort, dass sie es zum Duschen mitunter aus kleinen Gefässen schöpfen und über sich giessen musste. Aber es bedurfte nicht nur eindrücklicher Bilder und damit des notwendigen Drucks auf die Tränendrüse, um den Sinn der bisher geleisteten Arbeit zu verstehen. Sr. Thomas zählte einige Faktoren auf, mit denen dank der Arbeit der Menzinger Schwestern die Lebensqualität und damit eben auch die Perspektive der Menschen verbessert wurden und auch in Zukunft werden. Suppenzmittag hiess für Kenner auch Hunger. Hunger auf eine feine Gerstensuppe oder etwas Käse mit anschliessendem Kuchenbuffet. Suppenzmittag hiess aber auch, mit jedem Teller Suppe eben jenes Projekt zu unterstützen, welches kurz zuvor eine Stunde lang Raum in unserem Alltag fand. Handys machen Hunger! Was für eine schräge Formulierung. Und ebenso ungewöhnlich, aber durch uns gerne ignoriert, ist der Grund zu dieser leider sehr treffenden Aussage. Sehr knappe, aber umso präzisere Antworten sind an jedem Anlass der Fastenopfer-Aktion zu finden. Nur eine Frage bleibt unbeantwortet: Wann macht es sich auch die Politik und Wirtschaft zum Ziel, dieses System nicht nur zu überdenken, sondern zu korrigieren? Hunger geht alle etwas an, nicht nur die Kirche und deren Mitglieder! (rg.)