Hunde reissen Wildtiere

«Bereits der fünfte dieses Jahr», Wiler Zeitung vom 10. August

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«Bereits der fünfte dieses Jahr», Wiler Zeitung vom 10. August

Der leidige Hundekult wird wohl auch noch die letzten kläglichen Reste unserer heimischen Fauna zerstören. Manche der Damen und Herren Hundehalter wissen nicht einmal, dass ihr Rex oder Bello ein Raubtier ist und vom Wolf abstammt. Ich bin im Grunde kein Hundehasser, ertrage aber die Arroganz und Unbelehrbarkeit gewisser «Hündeler» nur noch schlecht, da diese anscheinend denken, die ganze Welt gehöre nur ihnen und ihren vierbeinigen Lieblingen. Auch bei Politik und Behörden stört man sich anscheinend kaum an diesem Frevel, der in unseren Wäldern bald schon normal ist, denn man macht nicht gerne unnötigen Lärm, da man ja wiedergewählt werden möchte. Hie und da wird an die nicht vorhandene Vernunft vieler Hundehalter appelliert – man könnte ebenso gut Wasser in die Thur tragen – aber man hat immerhin etwas getan, was nichts kostet und kein böses Blut gibt. Um diese Tierquälerei, die von «Tierfreunden» begangen wird, zu beenden, gibt es nur radikale Lösungen, die tiefe Löcher im Geldsäckel der Verursacher hinterlassen. Ein klägliches Bild in dieser traurigen Angelegenheit geben auch die verschiedenen Tierschutzvereine ab, die eigentlich zum Wohl aller Tiere da sein sollten. Aber auch dort gilt: Alle Tiere sind gleich, manche sind gleicher. Wird in diesem Land ein Hund von einem Wildhüter erschossen, lassen diese Organisationen ein Geheul erschallen. Bei den Hunderten von Wildtieren, die jährlich zerfleischt werden, finden es dieselben Kreise nicht einmal für nötig, mit den Wimpern zu klimpern. Eine düstere Gegenwart und eine schwarze Zukunft scheint auf unsere Wildtiere zuzukommen, vielleicht sollte man sich in der «hohen Politik» einmal überlegen, ob es auf dieser Welt nicht noch anderes als Banken zu retten gäbe.

Hubert Hofner, Rotwaldstrasse 12

9602 Bazenheid