Hund liegt in der Bühne begraben

Die Zukunft der Schwarzenbacher Primarschulanlage bleibt offen. Am Montag kreuzten die Befürworter und Gegner eines Neubaus verbal die Klingen. Mehrere Vereinsvertreter machten klar: Die Dorfbühne darf nicht verlorengehen.

Andrea Häusler
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So könnte sich ein Neubau ins Schulareal einfügen. Bei der zweiten Neubauvariante stehen die Baukörper diagonal zur Schulstrasse. (Bilder: Andrea Häusler)

So könnte sich ein Neubau ins Schulareal einfügen. Bei der zweiten Neubauvariante stehen die Baukörper diagonal zur Schulstrasse. (Bilder: Andrea Häusler)

JONSCHWIL. Auf dem Areal der Primarschulanlage Hofacker in Schwarzenbach prallen pädagogische Anforderungen, Bedürfnisse von Vereinen, Anliegen von Organisationen, persönliche Präferenzen und schliesslich finanzielle Interessen aufeinander. Einig waren sich die gegen 200 Bürgerinnen und Bürger, die am Montagabend die Aula des Oberstufenzentrums Degenau füllten, in einem Punkt: Gegen die Schulraumknappheit muss etwas getan werden. Allein im Was lag schliesslich die Crux.

Unzählige Wortmeldungen

Die Schulhausbauten stammen aus den Jahren 1954 (saniert 2014) und 1970 (aufgestockt 1988). Die Bausubstanz des Gebäudetrakts von 1970 sei schlecht, sagte Gemeindepräsident Stefan Frei einleitend. Nach der Beratung im Juni mit dem rund 25köpfigen Think Tank hätten sich in den vergangenen Monaten drei Varianten herauskristallisiert: das Neubauprojekt Nordost (siehe Modell), das Neubauprojekt Süd (neue Turnhalle und dreistöckiges Schulhaus parallel zur Schulstrasse) – beide Vorhaben mit Turnhallen ohne Bühne – oder die Wahrung des Ist-Zustands mit Pavillonaufstockung. Die Neubaukosten wurden am Montag mit plus/minus 15 Mio. Franken, die Aufstockung des Provisoriums mit rund 600 000 Franken angegeben. Den Puls der Stimmberechtigten zu fühlen – bevor Geld für Planungen ausgegeben wird, wie Frei sich ausdrückte –, war das Ziel des Diskussionsabends, der sich über gut zwei Stunden hinzog und unzählige Wortmeldungen bescherte.

Neubau statt Flickwerk

Eine eindeutige Meinungstendenz zeichnete sich allerdings nicht ab. Obwohl eine gefühlte Mehrheit der Voten in Richtung Neubau zielte. Weil man an die Kinder denken müsse, das Schulhaus aus allen Nähten platze und im Sommer zum Backofen werde, wie es hiess. Oder, weil eine Sanierung mit Pavillonaufstockung zu einem teuren Flickwerk würde. Schliesslich auch, weil die Aussenraumgestaltung, der künftige Begegnungsplatz, verbindliche Leitplanken brauche. Welche Projektidee jedoch weiterverfolgt werden sollte, darin gingen die Meinungen im Lager der Neubaubefürworter auseinander. Der ausgereifteren Variante Nordost mit zwei dreistöckigen Baukörpern quer zur Schulstrasse wurde, nebst der Ästhetik, der grosszügige Aussenraum zugute gehalten. Kritik gab es dagegen an der Umsetzung, die zwei Abbruchetappen verlangt. Erstellt werden könnte «der einfache Zweckbau» – wie auch die Projektidee Süd – ab 2017 bis 2019. Die Variante Süd liesse sich in einer Aufbau-/Abbruchetappe realisieren, bedingte jedoch eine Verlegung des Pavillons, und sie warf am Montag aufgrund des knappen Strassenabstands Sicherheitfragen auf.

Bühne und Dorfkultur

Es waren vornehmlich ältere Stimmberechtigte, die sich für Sanierungsmassnahmen aussprachen und die effektive Schülerentwicklung in den nächsten Jahren abwarten wollen. Hinzu kamen mehrere Vereinsvertreter, die «ihre» Turnhalle-Bühne nicht verlieren möchten. Diese sei wichtig für die Dorfkultur, hiess es. Die geplante zentrale Bühne in der Degenau könne den Verlust nicht aufwiegen. Um das Oberstufenzentrum veranstaltungstauglich zu machen, wird übrigens in den nächsten Tagen der nötige Notausgang erstellt.

Das Interesse am Informations- und Diskussionsabend war immens.

Das Interesse am Informations- und Diskussionsabend war immens.

Die Primarschule Hofäcker. Vorne links der Pavilion, dessen Aufstockung eine mögliche Option ist.

Die Primarschule Hofäcker. Vorne links der Pavilion, dessen Aufstockung eine mögliche Option ist.