Hubwagen das Sehen beigebracht

SCHWARZENBACH. Viele wissen wohl gar nicht, was ein Niederhubwagen ist. Simon Tobler schon. Denn der Schwarzenbacher befasste sich in seiner Maturaarbeit mit der Lenkungsautomatisierung eines solchen. Dafür gab es für ihn die Bestnote 6.

Christof Lampart
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Simon Tobler ist von Technik begeistert. Deshalb will er nach der Rekrutenschule an der ETH studieren. (Bild: Christof Lampart)

Simon Tobler ist von Technik begeistert. Deshalb will er nach der Rekrutenschule an der ETH studieren. (Bild: Christof Lampart)

«Ich habe schon als kleiner Junge immer gerne Dinge auseinandergenommen, um zu sehen, wie sie aufgebaut sind und funktionieren – und wie man sie eventuell verbessern könnte», erklärt der 20-Jährige beim Treffen ohne Umschweife. Dieses findet in den Räumen der Küng Logistic Center AG in Schwarzenbach statt, welche Simons Onkel Marco Küng gehört und wo der junge Technikfreak die kompletten letzten Herbstferien hindurch am «TXS» arbeiten und tüfteln durfte.

Keinen Wank gemacht

«TXS» heisst nämlich der Typ des Niederhubwagens der Firma OM Pimespo, an dem Simon Tobler die Automatisierung der Lenkung so «hinbrachte», dass dieser die autonome Kurvenfahrt entlang einer optischen Linie am Boden – eine unregelmässig verlaufende Regelstrecke – erfolgreich absolvierte. Die Fahrt passierte natürlich unter den gestrengen Augen der Kantonsschule Wil und wurde dementsprechend offiziell beglaubigt. Umso bedauerlicher war es, dass das Gefährt während des Zeitungsinterviews nicht den geringsten Wank machte. Zwar konnte Simon Tobler sofort sagen, an was das Ausbleiben der Bewegung lag, hatte jedoch nicht sofort eine Lösung parat.

Die Herausforderung reizt

«Ich glaube, das wird mir in meinem Beruf später noch des öfteren passieren, dass ich zwar das Problem ziemlich schnell erkenne, die Behebung desselben jedoch auf sich warten lässt. Aber das ist doch gerade das Spannende, die Herausforderung daran.»

Den Aufwand unterschätzt

Zuweilen gab es in den Herbstferien auch etwas zu viel in Sachen Herausforderung. «Ich hatte den Aufwand, den die Arbeit mit sich brachte, unterschätzt. Bezüglich Zeitmanagement habe ich in diesen drei Wochen, an denen ich täglich acht Stunden arbeitete, viel hinzugelernt», erklärt Tobler freimütig. Die 26seitige schriftliche Arbeit konnte somit nicht, wie ursprünglich vorgesehen, auch noch während der Herbstferien erledigt werden. «So haben dann halt bis Weihnachten noch ein paar Nächte dran glauben müssen», lacht Simon Tobler. Ausgemacht habe ihm die Mehrbelastung nichts, denn «das Projekt als Ganzes war extrem fesselnd, und wenn man schon so viel persönlich investiert hat, möchte man ja alles bis zum Schluss möglichst gut machen».

Sensor selbständig entwickelt

Als Knackpunkte am Ganzen erwiesen sich dabei die Sensoren, welche die Linie erkennen sollen. «Bei der Grobplanung des Projekts dachte ich, dass ich einen passenden Liniensensor einfach im Internet kaufen könnte. Es zeigte sich aber rasch, dass sämtliche getesteten Modelle aus dem einen oder anderen Grund für meine Zwecke unbrauchbar waren», ist Simon Tobler aus Erfahrung klüger geworden.

So blieb es dem jungen Mann nicht erspart, dass er nahezu seine ganzen Herbstferien in die Entwicklung eines komplett eigenständigen Sensors steckte. Dabei entstand, zuerst mehr als Versuchsbauteil geplant, der vorgestellte Liniensensor mit zwei Helligkeitssensoren. «Ein eigener Sensor hat zwar den Vorteil, dass die gesamte Funktionsweise gut bekannt ist, was eine allfällige Fehlersuche ungemein erleichtert. Anderseits sind die ganzen Tests, um alle Daten zu ermitteln, welche benötigt werden, sehr zeitintensiv», weiss Simon Tobler heute.